Basketball

Intermezzi in Schwelm, jetzt geht es um Immobilien

Die beiden Basketballer und Immobilienmakler Sören Fritze (26, links) und Yannick Opitz (30) haben ihr gemeinsames Unternehmen Fritze Immobilien in Herdecke eröffnet.

Die beiden Basketballer und Immobilienmakler Sören Fritze (26, links) und Yannick Opitz (30) haben ihr gemeinsames Unternehmen Fritze Immobilien in Herdecke eröffnet.

Foto: Elisabeth Semme

Schwelm/Herdecke.  Sie spielten einst in Schwelm, klopften an die Türe zum Profi-Basketball und sind jetzt gemeinsam Immobilienmakler.

Beide haben einst den sportlichen Weg der Schwelmer Basketballer in der ProB begleitet. Yannick Opitz erlebte im Frühjahr 2011 mit, wie der Nord-Meister in der ersten Playoff-Runde die Segel streichen musste. Sören Fritze war die Rückserie in einer unheilvollen Saison 2015/2016 dabei, an deren Ende der Abstieg in die Regionalliga stand. Beide Basketballer fanden auf dem sportlichen Parket sowohl beim ProB-Ligisten Iserlohn Kangaroos als auch beim Regionalligisten BG Hagen zueinander, jetzt sind sie auch beruflich ein Team: Sie haben sich mit dem Unternehmen Fritze Immobilien selbstständig gemacht, diese Woche haben sie den Ladenlokal in Herdecke offiziell eröffnet.

Als Nord-Meister in erster Runde ausgeschieden

Der 26-jährige Sören Fritze und der 30-jährige Yannick Opitz spielen gut und leidenschaftlich gerne Basketball. Mit viel Talent, mittlerweile auch mit einer großen Portion Routine. So gut, dass beide jeweils an die Türe zum Profi-Basketball klopften. Optiz spielte eine Saison lang bei den damaligen Schwelmer Baskets. Es war ein weiterer Spross seiner Laufbahn, die in der Jugend von Phoenix Hagen vielversprechend begann. Doch unter dem damaligen Schwelmer Trainer Raphael Wilder gab es nicht die erhofften Einsatzzeiten.

Immerhin war er ein Teil der Mannschaft, der die Meisterschaft der Nordgruppe in der ProB gewann. Damit ging es für die Kreisstädter durchaus favorisiert in die Playoffs – Aufstieg in die ProA nicht ausgeschlossen. Doch die erste Runde gegen den Süd-Achten VfB Gießen bedeutete die Endstation. Die erste (Heim)-Begegnung ging verloren. In Hessen gelangt der Sieg, somit erzwangen die Blau-Gelben das dritte und entscheidende Spiel – in der heimischen Halle West. Es wurde bitter, die Niederlage bedeutete das Aus.

Das Aus für die Mannschaft in der Saison. Aber auch das Aus für Yannick Opitz nach seinem einjährigem Gastspiel. Das Studium hatte den Vorrang. „Ein logischer Schritt“, urteilte seinerzeit der damalige Baskets-Manager Marvin Eberle. Opitz spielte weiter hochklassig Basketball. Er wechselte von Schwelm zum Regionalligisten SV Derne Dortmund. Über die Hertener Löwen gelangte der heute 30-Jährige zum ProB-Ligisten Iserlohn Kangaroos, wo er neben dem Studium und den ersten beruflichen Schritte – übrigens weitestgehend auch in der Immobilienbranche – auch professionell Basketball spielen konnte.

Schwere Fußverletzung beendet Profi-Traum

An den Profi-Basketball klopfte Sören Fritze in Hamburg an. Bei den Towers – heute in der Bundesliga zu Hause – war aber bereits nach zwei Spielen Schluss. Eine schwere Fußverletzung ließ die Träume des damals 23-jährigen zerplatzen. Rückblickend sagt Fritze, dass dies die letzte Chance für ihn gewesen sei, Profi zu werden. „Mit der Verletzung war mir klar: das wird nichts mehr“, so der heute 26-Jährige. Pech im Spiel, Glück fürs Berufsleben.

Sören Fritze spielte für ein halbes Jahr bei den EN Baskets Schwelm. Im Januar 2016 kam er an die Schwelme. Der ehemalige Jugendnationalspieler sollte helfen, dass in einer verkorksten Saison wenigstens der Klassenerhalt in der ProB gelang. Zuversichtlich waren die Kreisstädter mit Trainer Miroslav „Pure“ Radomirovic in die Saison gestartet. Doch es ging von mal zu mal bergab. Als Interims-Trainer sprang Baskets-Ikone Kristofer Speier ein. Es half alles nichts. Fritze wechselte im Sommer 2016 nach Iserlohn, suchte dann in Hamburg sein Glück, ehe der Regionalligist BG Hagen die neue sportliche Heimat wurde.

Mittlerweile spielen beide seit mehr als zwei Jahren beim Erstregionalligist BG Hagen. Während Fritze als Spielmacher die Bälle verteilt, trifft Opitz mit überragender Quote Drei-Punkte-Würfe. Damit haben sich beide auch vom Weg zum Profisportler distanziert. Beide sind froh, ihren Bildungsweg nicht außer Acht gelassen zu haben. Schließlich kommen jedes Jahr aus der renommierten Hagener Talentschmiede viele ambitionierte Basketballer, aber nur die Wenigsten können später vom Körbewerfen leben. „Niemand sollte sich nur auf Basketball verlassen, man sollte immer etwas Solides in der Hinterhand haben“, sagt Fritze und fügt an: „Jeder sollte sich fragen: Wo kommt das Geld her, wenn die Karriere auf einmal vorbei ist?“

Praktikum beim Onkel in Berlin

Gut zwei Monate lang brachten Sören Fritze und Yannick Opitz das Ladenlokal in Herdecke auf Vordermann und bieten nun ihre Vermittlungsdienste im Ennepe-Ruhr-Kreis, Hagen und im Dortmunder Süden an. Sören Fritze profitierte von einem Onkel, der in Berlin eine Immobilienfirma leitet. Dort absolvierte er ein Praktikum, zugleich studierte er Immobilienmanagement per Fernstudium in Bonn.

Zurück in der Heimat, stieg Fritze ins Immobilien-Geschäft ein. Nachdem er sich in diesem Frühjahr von einem Geschäftspartner getrennt hatte, stellte sich die Frage nach einem neuen Partner. Also machte er seinem langjährigen Freund und Mitspieler Yannick Opitz ein Angebot. Beide ergänzen sich gut: Während Fritze ein Gesprächs- und Verhandlungskünstler ist, sind Opitz’ Stärken Organisation, Prozessoptimierung und vor allem: „Netzwerken, das kann er unheimlich gut. Und Netzwerken ist fast alles im Immobiliengeschäft“, sagt Fritze.

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