Leichtathletik

Jetzt geht es um den deutschen Titel

Die 34er Quali-Norm hat Marie-Sophie Macke aus Gevelsberg im Diskus locker geschafft.

Die 34er Quali-Norm hat Marie-Sophie Macke aus Gevelsberg im Diskus locker geschafft.

Foto: Privat

Gevelsberg/Bochum.   Marie-Sophie Macke schafft Diskus-Norm der U16-Klasse. Bald darf es die Nominierung für den Bundeskader sein. Olympische Spiele möglich?

Kommt eine der nächsten Olympia-Teilnehmerinnen aus Gevelsberg? Es könnte Marie-Sophie Macke sein. Allerdings: Sie ist keineswegs auf dem direkten Wege dorthin, nach Tokio 2020. Die Olympischen Spiele sind aktuell nicht wirklich das Ziel. Doch ausgeschlossen scheint nichts. Jedenfalls: „Was sie geschafft hat, das ist schon irgendwie unfassbar.“ Klar, Klaus Macke ist schon stolz auf das, was seine Tochter geleistet, welch’ weitere Stufe sie in ihrer Leichtathletik-Laufbahn geschafft hat. Gleichzeitig ist es auch die Anerkennung einer Leistung, die die junge Gevelsbergerin mit der Quali-Norm für die Deutsche U16-Meisterschaft mit Bravour genommen hat.

Es ist das lange, sonnige Wochenende, das Marie-Sophie Macke in Halle an der Saale verbringt. Die Eltern sind weiter weg, haben aber die telefonische Verbindung, wissen, wie sich ihre Tochter im Dress des TV Wattenscheid schlägt. Fast schon eine Live-Verbindung. Die ehemalige Athletin der SE Gevelsberg ist in ihrer Parade-Disziplin am Start. Sie will es wissen, will das Ticket für Bremen, wo die DM stattfinden wird.

Doch zunächst zahlt sie Lehrgeld. Der erste Versuch mit dem Diskus knallt gegen das Gestänge des Fangnetzes. Ungültig. „Vielleicht war dies auch ganz gut, um sich anschließend besser auf die Anlage einzustellen oder sich besser zu konzentrieren“, sagt Klaus Macke. Doch das sei nur eine Mutmaßung. Aber im Ergebnis scheint der Vater gar nicht so falsch zu liegen. Denn Marie-Sophie Macke wirft im zweiten Versuch die 35,74 Meter. Der erste gelungene Versuch also, er bringt ihr die Quali-Norm – die übrigens bei 34 Metern liegt. Doch die junge Gevelsbergerin ist noch nicht satt, legt nochmal alles in ihren dritten Versuch hinein, schleudert den Diskus nun 36,89 Meter weit – das bedeutet schließlich Platz eins in ihrer Altersklasse. „Klasse“, freut sich Vater Klaus. Nur ganz nebenbei klettert die Gevelsbergerin in der DLV-Liste für den U16-Diskus auf den vierten Platz. Deutschlandweit. Der Abstand zur Spitze wird geringer. „Und da kann durchaus noch einiges gehen“, so Vater Klaus Macke, der auch in Verbindung mit dem Trainerteam steht. Macke: „Das war ein Riesenschritt, der Marie-Sophie gelungen ist.“

Damit rundet Marie-Sophie ein Wettkampf-Wochenende ab, was für sie einfach nur zum Genießen war. Denn die Athletin des TV Wattenscheid krönt damit erlebnisreiche Tage an der Saale. Schließlich gaben sich bei den Halleschen Werfertage 2019 die starken Athletinnen und Athleten aus den USA, aus Asien und aus Europa die Klinke in die Hand. Es war schon imposant zu verfolgen, wie sich ein Wettkampf-Alltag auch für die sogenannten Stars abspielt.

Dass sie im folgenden Speer-Wettkampf nicht mehr ganz so gut abgeschnitten hatte, spielt keine große Rolle mehr. Immerhin gilt derzeit der Schwerpunkt dem Diskustraining – vor allem an der Technik wird gefeilt. Die ist übrigens auch beim Speerwurf bei der Gevelsbergerin weniger optimal. Beim Anlauf bekommt sie den Arm nicht so hin, dass nach einem langen Anlauf der Speer tatsächlich im günstigsten Winkel geworfen werden kann. Hier gilt es noch einiges zu feilen. Immerhin blieb das Sportgerät bei 34,74 Meter im Gras stecken, was noch den vierten Platz bedeutete.

Mit der Qualifikation stehen nun auch die zukünftigen Termine fest. Als weiterer Höhepunkt die Deutsche Meisterschaft, für die sich Marie-Sophie Macke im Speerwurf qualifiziert hat. Am Wochenende 6./7. Juli ist es soweit. Doch bis dahin geht es zur Westfalenmeisterschaft nach Paderborn nach dem kommenden Pfingst-Wochenende. Hier gilt es, beim Sieben-Kampf zu bestehen. Ein Wochenende später sind die NRW-Meisterschaften in Duisburg angesagt.

Damit will Marie-Sophie Macke einem ihrer großen Ziele näher kommen: der Bundeskader. „Die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht“, so Vater Klaus Macke. Ob tatsächlich die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio eine Option seien? Klaus Macke überlegt, widerspricht. Doch er weiß auch, dass es durchaus ganz schnell mit seiner Tochter weiter nach oben gehen kann – wenn die Gesundheit mitspielt, wenn sie weiterhin so lernwillig ist und daraus weitere Leistungsschübe entstehen. „Das ist nicht ihr Ziel. Aber möglich ist vieles“, sagt Macke.

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