Basketball, ProB

Kapitän Reuter verlässt EN Baskets

Der Kapitän Thomas Reuter geht von Bord der EN Baskets Schwelm. Bereits gegangen ist Niklas Geske.

Der Kapitän Thomas Reuter geht von Bord der EN Baskets Schwelm. Bereits gegangen ist Niklas Geske.

Foto: Michael Scheuermann

Schwelm.   Schwelmer Vorstand zeigt Verständnis für den Schritt in die ProA. „Local Player“-Regelung erschwert Verhandlungen der Vereine.

Eigentlich hatte Basketball-ProB-Ligist EN Baskets Schwelm mit Thomas Reuter auch für die kommende Saison geplant. Und eigentlich wollten die Kreisstädter Ende Mai den Kader auch stehen haben. Beides ist derzeit nicht möglich. Letzteres, weil die Verhandlungen sich für alle Mannschaften in der ProB hinziehen. Ersteres, weil Thomas Reuter eine neue Herausforderung in der ProA sucht.

Trainer Falk Möller ist es eigentlich gar nicht so recht, dass er in der kommenden Saison ohne seinen Kapitän auskommen muss. Doch Verständnis zeigt er, dass sich der 27-Jährige weiter entwickeln, eine neue Herausforderung annehmen möchte. Wohin es ihn zieht? Das weiß Möller, natürlich. Aber unserer Sportredaktion gibt er nicht Preis, wohin die Reise vom Spieler aus Breckerfeld geht. „Es ist üblich, dass der annehmende Verein veröffentlicht, wer kommt“, erläutert Möller. „Da ist es egal, wer wen als neuen Spieler hat. Und das gilt es zu respektieren. Das respektieren die Vereine auch.“ Es wäre die dritte Saison für den Kapitän an der Schwelme geworden.

27-Jähriger bei Fans beliebt

Es ist eine Entscheidung, die die Verantwortlichen mit großem Bedauern hinnehmen. Aber auch der 27-Jährige wird sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben, zumal er bei den Fans in der Region große Beliebtheit genießt. „Seine Entscheidung ist völlig legitim und sollte respektiert werden,“ so die Verantwortlichen der EN Baskets.

Im Frühsommer 2017 stieß Reuter von Ligakonkurrent Iserlohn Kangaroos zu den EN Baskets Schwelm. Seine Vielseitigkeit im Angriff und in der Verteidigung sind von Beginn an ausschlaggebend und führen in den vergangenen Saisons zu erfolgreichen Spielverläufen. Sowohl für Baskets-Coach Falk Möller als auch für sein Team erweist sich der Breckerfelder als wertvoller Spieler, was ihm letztlich auch die Rolle als Kapitän einbringt.

Die ersten Schritte auf dem Basketballfeld macht Thomas Reuter in seiner Heimatstadt beim TuS Breckerfeld. Der Wechsel zum damaligen Klub Brandt Hagen bringt ihn endgültig auf einen leistungssportlichen Kurs, den er danach weiter bei BBV Hagen, Phoenix Hagen und BSV Wulfen verfolgt.

Die Chance auf ein US-College zu gehen, um seinen Fähigkeiten den Feinschliff zu geben, ergreift der Flügelspieler zur Saison 2012/2013. Zwei Jahre ist er für die Eastern Washington University im Einsatz und sammelt allerhand Auslandserfahrung.

Beachtliche Quoten

Reuter war mit einer Empfehlung von 11,4 Punkten pro Partie, hervorragenden Quoten aus dem Feld und von jenseits der Dreierlinie aus dem Sauerland gekommen. In der jüngsten ProB-Saison im Schwelmer Kader kam Reuter auf einen Schnitt von 10,3 Punkten pro Spiel. Nach wie vor war er eine der wichtigen Figuren in der Mannschaft von Trainer Falk Möller, war der verlängerte Arm des Head Coaches. Seine Vielseitigkeit im Angriff und in der Verteidigung zeichneten ihn überdies aus.

Mit dem Kapitän gibt es den bisher zweiten Abgang aus dem Kader der Saison 2018/2019 der EN Baskets Schwelm. Bereits Anfang April wurde der Wechsel von Niklas Geske zum ProA-Ligisten Phoenix Hagen bekannt. Geske hatte nach einer Saison die Kreisstädter verlassen, im vorherigen Sommer hatte durch die Kontakte von eben Thomas Reuter aber auch von Trainer Falk Möller der Nationalspieler Geske den Weg nach Schwelm gefunden – um seine Studium von Biologie und Sozialwissenschaften auf Lehramt mit dem Basketball kombinieren zu können.

Siebenköpfiger Kader steht

Bereits ihre Zusagen für eine weitere Saison haben den EN Baskets Schwelm Moritz Krume, David Ewald, Moses Kazembola und Felix Meyer-Tonndorf gegeben. Als neue Spieler haben die Trainer Falk Möller und sein Co Robin Singh von den Liga-Konkurrenten Itzehoe Eagles Milen Zahariev und Iserlohn Kangaroos Nikita Khartchenkov sowie Daniel Mayr (Science City Jena) neu im Kader. Das macht bisher ein siebenköpfiges Team. Weitere personelle Planungen und Gespräche laufen.

„Wir sind mit der Kaderplanung nicht so weit, wie ich es mir gewünscht hätte“, so Falk Möller. „Eigentlich soll Ende Mai alles stehen. Doch diesmal greift auch für uns die Local-Player-Regelung.“ Das bedeute, dass potenzielle neue Spieler sich Zeit lassen mit der Entscheidung, welchem Verein sie sich anschließen. Ergo müssen die Verhandler der Vereine – bei den Kreisstädtern ist dies neben Trainer Falk Möller noch der Geschäftsführer Omar Rahim – mehr Arbeit, mehr Verhandlungsgeschick leisten.

Die nun auch für die ProB greifende Regelung besagt, dass Mannschaften mit mindestens drei Spielern antreten müssen, die 23 oder jünger sind. Zwei davon müssen zu jeder Zeit auf dem Feld stehen. Zudem müssen sie als Jugendliche drei Jahre in einem deutschen Verein gespielt haben.

Dies sind dann sogenannte „Local Player“. Stehen im Laufe eines Spiels weniger als zwei von ihnen zur Verfügung – etwa wegen Verletzungen oder Sperren – muss die Mannschaft die Partie mit nur noch vier oder gar drei Spielern statt der üblichen fünf fortsetzen. Eine umstrittene Regelung übrigens, die aber nunmehr die Spieler bei den Verhandlungen mit den Vereinen stärkt.

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