Fußball-Bezirksliga

Michael Kluft verliert Rückhalt beim VfB Schwelm

Da war die Welt noch in Ordnung, als Michael Kluft /(rechts; bejubelt von Dominique Schaub) zweimal zum 3:0-Sieg beim Saisonauftakt gegen ASSV Letmathe traf.

Da war die Welt noch in Ordnung, als Michael Kluft /(rechts; bejubelt von Dominique Schaub) zweimal zum 3:0-Sieg beim Saisonauftakt gegen ASSV Letmathe traf.

Foto: Marinko Prša / Archiv

Schwelm.  Mal fehlte er beim Training, mal beim Spiel. Der Rückhalt im VfB Schwelm wurde geringer, fehlte schließlich völlig – und so wurde Kluft gefeuert.

Mit 47 Toren hat Michael Kluft den VfB Schwelm in der Saison 2017/18 fast allein zum Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga geschossen. Doch der vom Wuppertaler Nachbarn Grün-Weiß stammende Vollblutstürmer hat jetzt mit seinen Extravaganzen den Bogen überspannt. Die Schwelmer haben ihn, wie berichtet, suspendiert. Man kann auch sagen ‘rausgeschmissen. Marco Menge, in Personalunion Sportlicher Leiter und Trainer des Brunnen-Klubs, hat sich jetzt detailliert zu den Gründen für die Suspendierung seines Torjägers, der in dieser Saison bei sechs Einsätzen viermal getroffen hat, geäußert.

Geldstrafe aufgebrummt

Es sei ein schleichender Prozess gewesen, sagt Menge, der schon in der Vorbereitung damit begonnen habe, dass Kluft die Mannschaft drei Mal bei Testspielen aus unterschiedlichen Gründen habe „hängen gelassen“. Am dritten Spieltag ging es gegen Türkiyemspor Hagen und da sei Kluft überhaupt nicht zum Spiel aufgetaucht, habe sich erst im Nachhinein krank gemeldet. Menge wörtlich: „Schon zu diesem Zeitpunkt hat die Mannschaft nicht mehr hinter ihm gestanden.“

Es folgte die Suspendierung für das Derby gegen den FSV Gevelsberg und eine Geldstrafe, nach der er wieder in den Kader aufgenommen wurde. Aber auch am neunten Spieltag, die Schwelmer mussten beim SSV Kalthof antreten, gab der Stürmer an, er sei erkrankt. „Aber das hat ihm die Mannschaft nicht mehr abgekauft“, so der VfB-Trainer, der ergänzt: „Ich in letzter Konsequenz auch nicht.“

Das brachte das Fass zum Überlaufen – und Kluft die wohl endgültige Suspendierung ein. „Wir wollten auch der Mannschaft keine Alibis mehr geben“, erläutert Menge, muss aber zugeben: „Das hat aber wie man an dem desaströsen Ergebnis vom Sonntag gesehen hat, auch nicht wirklich funktioniert.“

Trotz aller Schwierigkeiten mit Michael Kluft tut Marco Menge die Entwicklung außerordentlich leid. „Ich habe bis zuletzt daran geglaubt, dass man ihn in irgendeiner Form da behalten kann. Aber leider war das Fass da übergelaufen, und ich habe mich am Ende meiner Möglichkeiten gesehen“, stellt der Coach fest.

„Ich war vielleicht zu faul und konnte mich nicht durchsetzen, mir waren andere Dinge, wie mit Freunden weggehen, wichtiger“, gab Kluft schon 2012 in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung (WZ) auf die Frage, warum er nur in der Bezirksliga spiele, zu. Außerdem spielte wohl auch der jüngere Bruder Björn ein Rolle, der als Profi unter anderem bei Zweitligist Eintracht Braunschweig unter Vertrag stand. „Ich habe bei ihm erlebt, dass man für eine solche Karriere auf viel verzichten muss, das wollte ich nicht“, so Michael Kluft.

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