Jazztanz

„Las Guapas” kämpfen um Aufstieg

Wollen aufsteigen: „Las Guapas“ vom VfL Gevelsberg.

Wollen aufsteigen: „Las Guapas“ vom VfL Gevelsberg.

Foto: Verein

Gevelsberg.   VfL Gevelsberg will mit der Formation in die Oberliga. Ein zweites heißes Eisen ist „Galaxy“. Solowettstreit am 7. September in der Halle West.

Hier ist alles abgesprochen, hier geht alles wie es vorher festgelegt wurde. Grazil springen junge Frauen durcheinander, Arme und Beine fliegen durch die Luft um im nächsten Moment im richtigen Augenblick stehen zu bleiben. Die Formation steht, alles hat genauso funktioniert, wie sich das die Jazz-and-Modern-Tänzerinnen des VfL Gevelsberg im Vorfeld überlegt haben.

Es geht um Ausdrucksstärke, Koordination und vor allem um Kreativität. „Die Choreographien kommen von unserer Trainerin Tanja Wast und den Formationen selbst”, sagt Sonja Dehn von der Tanzsportabteilung des VfL. Die Tänzerinnen, die zur gut aufgestellten Turnabteilung des Vereins gehören, halten dagegen seit Jahren die Fahne hoch und tragen den Vereinsnamen durch ganz Nordrhein-Westfalen. Turniere in Borken, Wulfen oder Ibbenbüren – einmal quer durch das gesamte Bundesland sind die jungen Frauen unterwegs. Die Verbandsliga-Formation „Las Guapas” (spanisch, heißt „Die Hübschen“) kämpft derzeit noch um den Aufstieg in die Oberliga, die Landesliga-Gruppe „Galaxy” steht so gut wie als Aufsteiger fest. „Zu 99 Prozent werden sie aufsteigen”, berichtet Sonja Dehn.

Zusätzliche Trainingseinheiten

Sie weiß ganz genau, was es für die Ausübung ihres Hobbys braucht, sie selbst tanzt seit vielen Jahren. Vier Turniere werden im Jahr getanzt im Ligabetrieb, hinzu kommen zwei Trainingseinheiten die Woche in der Turnhalle an der Realschule Alte Geer. Einmal im Jahr veranstaltet der Verein zudem ein gemeinsames Trainingslager, in denen oft die Musik ausgesucht und erste Ideen für eine Choreographie zusammengetragen werden. Fertig sind diese dann aber noch lange nicht. „Da kommt immer wieder etwas dazu”, berichtet Dehn von der Arbeit im Training.

23 Tänzerinnen gehören den beiden aktuellen Formationen derzeit an, mehr können es immer sein. “Zwischen sechs und zwölf Personen bilden eine Mannschaft”, sagt die 30-Jährige. In ihrem Alter hören immer mehr Mitstreiterinnen auf, private oder berufliche Gründe sorgen dafür dass andere Dinge mehr in den Vordergrund rücken. Verstärkung kann der VfL also immer gebrauchen, Vorkenntnisse sind dabei gut aber nicht zwingend erforderlich. „Eigentlich”, so sagt Sonja Dehn, „kann jeder bei uns anfangen.”

Der Sport, bei denen sich Elemente aus dem Jazz Dance, dem Ballett und dem Turnen miteinander vereinen, ist ein echter Publikumsmagnet. Bei den Turnieren sind fast immer 200 bis 300 Zuschauer in den Sporthallen, mehr können es immer werden. „Bei einem Bundesliga-Wettbewerb den wir mal hier in Gevelsberg ausgerichtet haben, war die Halle West ausverkauft”, erinnert sich Dehn.

Das heißt: 650 Zuschauer, die die Darbietungen der verschiedenen Formationen verfolgen, bejubeln und über die Wertungen der Richter diskutieren. Drei Wertungsgebiete gibt es dabei, Ausstrahlung, Technik und auch die Choreographie werden durch unabhängige Wertungsrichter nach der Ansicht aller Formationen mit Plätzen belegt. Die niedrigste Summe am Ende gewinnt, daraus ergibt sich am Ende eines langen Turniertages dann die Platzierung. Und die zeigt für die Tänzerinnen aus Gevelsberg eigentlich fast immer erfreuliche Ergebnisse.

Wobei inzwischen auch nicht mehr nur noch in großen Formationen getanzt wird, auch Solo-oder Duo-Wettkämpfe werden ausgetragen. Wie am 7. September in Gevelsberg, wenn die Halle West mit großer Wahrscheinlichkeit wieder sehr gut besucht sein wird. Und auch immer mehr Männer finden den Weg zu dem ausdrucksstarken Sport. War es früher nur ein einziger junger Mann, der bei zehn Formationen aufzufinden war, werden es heute gerade in den kleineren Wettbewerben immer mehr. „Es ist eben nicht nur Sport mit Schminke”, sagt Sonja Dehn. Es ist Sport mit Ausdruckskraft.

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