Leichtathletik

Macke macht den großen Wurf

Daumen hoch nach einem imposanten Jahr: Marie-Sophie Macke holt in einem Jahr gleich drei deutsche Meistertitel

Daumen hoch nach einem imposanten Jahr: Marie-Sophie Macke holt in einem Jahr gleich drei deutsche Meistertitel

Foto: TV Wattenscheid

Gevelsberg/Berlin.  Ein Jahr nach dem Wechsel aus Gevelsberg nach Wattenscheid fällt das Fazit von Leichtathletin Marie-Sophie Macke überragend aus.

So ganz glauben kann sie es selbst nicht, wenn sie auf ihr sagenhaftes Jahr angesprochen wird. Drei nationale Meistertitel, dazu immense Verbesserungen in allen Disziplinen. Für Marie-Sophie Macke hat sich der Wechsel von der SE Gevelsberg zum größeren TV Wattenscheid definitiv gelohnt. Da nimmt sie die deutlich reduzierte freie Zeit auch gerne in Kauf.

Das Jahr der Marie-Sophie Macke gleicht einem einzigen Höhepunkt. Die Leichtathletin aus Haßlinghausen konnte sich am vergangenen Wochenende über den dritten deutschen Meisterschaftstitel in diesem Kalenderjahr freuen. Gemeinsam mit der Mannschaft ihres neuen Vereins TV Wattenscheid konnte sich die Wurf-Spezialistin am Ende eines langen Wettkampfs in Berlin-Lichterfelde über den Titel als Deutsche Mannschaftsmeister freuen.

„Das hätte ich vor einem Jahr niemals gedacht“, sagt die 16-jährige Schülerin aus Haßlinghausen. Vor einem Jahr, als sie sich für einen Wechsel vom Stefansbachtal- ins Lohrheidestadion entscheidet, liebäugelt Macke mit der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in ihrer Paradedisziplin mit dem Diskus. Doch es wird mehr, viel mehr – denn die Trainingsbedingungen und die Intensität in Wattenscheid sind professioneller als bei der SEG.

Nicht mehr auf sich allein gestellt

Denn bei den Gevelsberger Leichtathleten ist sie in einer Trainingsgruppe mit allen anderen Leichtathleten. Während Pascal Görlich oder Florian Oberlies über die Bahnen sprinten und auf der Hochsprungmatte landen, ist Macke des Öfteren auf sich alleine gestellt. Trainer Wulf-Dieter Scheer ist für alle Athleten verantwortlich, entsprechend kann er sich nicht immer allen jungen Sportlern gleichzeitig widmen. Doch das, was er ihnen mit auf den Weg gab, kann so schlecht nicht gewesen sein. Görlich und Oberlies starteten jüngst für das LAZ Wuppertal bei den Deutschen Meisterschaften der Männer im Berliner Olympiastadion, Macke entwickelt sich in Wattenscheid zur dreifachen Deutschen U16-Meisterin.

Aus den in Gevelsberg gelegten Grundlagen konnten die Trainer in Wattenscheid einiges machen. „Früher habe ich oft lange alleine geworfen, jetzt wird nach jedem Wurf im Training korrigiert“, sagt Marie-Sophie Macke. So überraschen die Verbesserungen der persönlichen Bestleistungen in den Wurfdisziplinen natürlich nicht.

Knapp zehn Meter sind es so zum Beispiel in ihrer Lieblingsdisziplin mit dem Diskus. Warf sie diesen vor knapp einem Jahr noch 29 Meter, landet die Scheibe inzwischen bei 39 Metern. Und auch im Speerwurf und beim Kugelstoßen konnte sich die Gymnasiastin verbessern. „Ich bin deutlich stärker geworden“, sagt sie. Und das liegt vor allen Dingen an dem immensen Pensum, dass Macke in Wattenscheid abspult.

Vier Mal in der Woche wird die Haßlinghauserin vom Fahrdienst des Bochumer Vereins direkt am Pausenhof des Gevelsberger Gymnasiums abgeholt und ins Trainingszentrum nach Wattenscheid gefahren. „Wenn ich da ankomme gibt es erst etwas zu essen und anschließend geht es in den Lernraum“, schildert Macke den Ablauf eines fast normalen Wochentags für sie.

Nach der Pflicht kommt der Sport

In dem Lernraum wartet ein Lehrer auf sie, mit dem sie gemeinsam die Hausaufgaben erledigt und sich auf Klausuren vorbereitet. „In den Arbeiten bin ich wirklich besser geworden“, schildert sie einen positiven Nebeneffekt des Wechsels ihres Sportvereins. Die Schule leidet nicht unter dem Pensum, dass sie für ihren Sport leisten muss.

Sind die schulischen Verpflichtungen erledigt, geht es für Macke in die Sporthalle. „Da haben wir mehrere Trainer, die nur auf uns schauen“, sagt sie. Für ihre Entwicklung ist das natürlich ein klarer Pluspunkt, genauso wie die starken Trainingspartner die Macke in Wattenscheid an ihrer Seite hat. Denn denen möchte die Haßlinghauserin in nichts nachstehen, auch wenn diese in anderen Disziplinen aktiv sind. So trainiert sie unter anderem mit der Vize-Meisterin im Kugelstoßen – und prompt steigerte sie sich am vergangenen Wochenende auch in dieser, von ihr eigentlich nicht geliebten Disziplin.

Doch es soll nicht beim Status quo bleiben, Macke hat schon ziemlich konkrete Pläne für das kommende Jahr. „Ich würde mich gerne für die Europameisterschaft qualifizieren“, sagt sie. Sechs Meter müsste sie mit dem Diskus dafür noch auf ihre aktuelle Bestleistung drauf packen. Nach diesem Jahr wirkt das nicht unmöglich.

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