Fußball-Oberliga

Mit Bollmann ist Ennepetal hinten sicher

Maik Bollmann dreht zum Jubel ab. Der Innenverteidiger ist mit seiner Kopfballstärke auch bei Standards vor dem gegnerischen Tor immer brandgefährlich.

Maik Bollmann dreht zum Jubel ab. Der Innenverteidiger ist mit seiner Kopfballstärke auch bei Standards vor dem gegnerischen Tor immer brandgefährlich.

Foto: Mustafa Balci

Ennepetal.  Ohne Maik Bollmann spielte der Oberligist TuS Ennepetal eine schwache Rückrunde. Nun ist der Verteidiger wieder da und der TuS steht ganz oben

Es gibt nichts schlimmeres für Mannschaftssportler, beim Spiel des eigenen Teams anwesend zu sein und nicht eingreifen zu können. Genauso erging es Maik Bollmann vom TuS Ennepetal in der abgelaufenen Saison. Der erfahrene Innenverteidiger war aufgrund einer Verletzung zum Zuschauen gezwungen als der Fußball-Oberligist nach einer starken Hinserie in der Rückrunde in eine tiefe Krise schlitterte. Pünktlich zum Start der neuen Saison ist Bollmann aber wieder mit an Bord – und ein Grund für den erneuten Höhenflug der Ennepetaler.

Mit 31 Jahren hat Maik Bollmann in seiner Karriere als Fußballer schon so einiges erlebt, doch eine Saison wie im Vorjahr hat auch der erfahrene Innenverteidiger noch nicht erlebt. „Wir wissen jetzt, wie schnell es von einer in die andere Richtung gehen kann“, sagt Bollmann zu den unterschiedlichen Halbserien des TuS in der abgelaufenen Saison. Nach einer famosen Hinrunde stand Ennepetal auf Platz drei, in der Rückserie dagegen gelang dann nur noch ein einziger Sieg.

Mit Bollmann schon fünf Mal zu null

Mit entsprechender Vorsicht genießt Bollmann deswegen auch den wieder einmal vorzüglichen Saisonstart seines Teams in dieser Spielzeit. Nach fünf Spielen steht der TuS ungeschlagen mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze und auch im Westfalenpokal ist das Team von Trainer Alexander Thamm noch mit von der Partie. In den bisherigen sieben Spielen hat die Thamm-Elf gerade einmal fünf Gegentore kassiert.

Maßgeblichen Anteil daran nimmt dabei die Rückkehr von Maik Bollmann ein. Der 1,96 Meter große Verteidiger ist sowas wie der Fels in der Brandung, nur selten verliert Bollmann mal einen Zweikampf in der Luft. Er ist mit 31 Jahren auch der älteste Spieler in der von Alex Thamm oft bevorzugten Viererkette. „Natürlich versuche ich, da auch ein wenig zu führen, generell arbeitet aber auch das gesamte Team gut mit nach hinten“, möchte Bollmann seine eigene Rolle nicht überinterpretieren. „Maik ist ein Spieler, nach dem sich jeder Trainer und jeder Verein in der Oberliga die Finger leckt“, lobt Alexander Thamm seinen Innenverteidiger dagegen in den höchsten Tönen.

Das Gerüst besteht seit Jahren

Und genau das ist das Credo, dass laut dem Innenverteidiger beim TuS Ennepetal ganz oben steht. „Diese Harmonie innerhalb einer Mannschaft habe ich noch nie erlebt, das ist etwas seltenes“, sagt Bollmann über sein Team. Er selbst ist nun bereits im sechsten Jahr bei den Ennepetalern. Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen El Youbari, Weusthoff, Gerding, Hausmann und einigen anderen langjährigen Weggefährten bildet Bollmann seit mehreren Spielzeiten das Grundgerüst der Kicker vom Bremenstadion.

Für Bollmann ist eben dieses Gerüst in der Mannschaft auch ein Grund für den derzeitigen Erfolg der Ennpetaler. Fast jeder Spieler kennt seinen Mitspieler genau, Laufwege und individuelle Angewohnheiten sind untereinander bestens bekannt.

Trotzdem kommt der aktuelle Erfolg auch für ihn etwas überraschend. „Dass es so gut läuft, hatte keiner von uns im Vorfeld gedacht“, gibt er offen zu. Neben der inzwischen zusammengewachsenen Mannschaft kennt Bollmann aber auch noch andere Gründe, warum der TuS Ennepetal nach fünf Spieltagen ungeschlagen und mit drei Punkten Vorsprung von der Tabellenspitze grüßt. „Wir werden vom Trainer immer gut auf die Spiele eingestellt und haben auch fußballerisch einiges drauf.“ Er weist die Vorwürfe von Siegens Trainer Dapprich zurück, der den Ennepetalern nach der Niederlage seines Teams beim TuS nachsagte, keinen besonders attraktiven Fußball zu spielen.

„Wie wir die Punkte holen, ist mir letztendlich egal“, sagt Maik Bollmann. Und so wird es ihm auch am Sonntag egal sein, wie seine Mannschaft spielt, wenn das Ergebnis am Ende stimmt. „Das wird schwerer, als es die Tabelle vermuten lässt. Es wird viel Feuer im Spiel sein, dafür ist Herne bekannt“, sagt er. Damit umgehen können er und seine ebenfalls erfahrenen Mitspieler ohnehin.

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