Basketball

Möller traut dem Zahlenwerk nicht

Marley Jean-Louis hat den Schwelmer Andrius Mikutis im Pokalspiel Anfang 2017 fest im Griff. Mikutis hat seine Zelte in Schwelm inzwischen abgebrochen, Jean-Louis kann seinem neuen Trainer Falk Möller dagegen genau berichten, worauf es gegen sein ehemaliges Team aus Münster ankommt.

Marley Jean-Louis hat den Schwelmer Andrius Mikutis im Pokalspiel Anfang 2017 fest im Griff. Mikutis hat seine Zelte in Schwelm inzwischen abgebrochen, Jean-Louis kann seinem neuen Trainer Falk Möller dagegen genau berichten, worauf es gegen sein ehemaliges Team aus Münster ankommt.

Foto: Michael Scheuermann

Schwelm.   Eine Woche nach der unnötigen Derbypleite gegen Bochum kommt es für die EN Baskets Schwelm am Samstag zum nächsten Lokalduell gegen Münster.

Wie wenig Aussagekraft das Zahlenwerk um Sportarten manchmal hat, ist schon oft belegt worden. Würden die Basketballer der EN Baskets Schwelm der Statistik im Vorfeld des Spiels gegen die WWU Baskets Münster große Bedeutung einräumen, so würde sich das Team um Trainer Falk Möller in Sicherheit wiegen können. Dass das aber eben nicht so ist, weiß der Trainer des ProB-Ligisten aber ganz genau.

Der Aufsteiger aus Münster ist nämlich deutlich stärker, als es die Zahlen ausdrücken. Vieles was der kommende Gegner der EN Baskets auf dem Spielfeld gerade in der Defensive veranstaltet, findet nur in seltenen Fällen den Weg aufs Papier. Das Team von Trainer Philipp Kappenstein lässt die viertwenigsten Punkte zu, unter dem eigenen Korb wird die große Stärke der Münsteraner deutlich. „Sie spielen unglaublich aggressiv, beherrschen verschiedene Varianten und doppeln gerne“, kennt Schwelms Trainer Falk Möller die Gründe für diese defensive Stabilität. Eine Statistik spricht hier sogar für die WWU Baskets – denn das Kappenstein-Team ist die Mannschaft mit den meisten Fouls in der Liga.

Hinten stark, vorne schwach

Egal ob Zonen-oder Mannverteidigung, der Ballführer steht gegen Münster immer unter hohem Druck, entsprechend sagt Möller auch, „dass wir gut auf den Ball aufpassen müssen.“ Die Variabilität des Aufsteigers wird seinem Team eine erhöhte Konzentration und einen gewissen Spielwitz abverlangen. „Da müssen wir vielleicht auch mal mit der einen oder anderen Passtäuschung arbeiten“, so der Breckerfelder. So stark die Münsteraner in der Verteidigung sind – so schwach treten sie im Saisonverlauf in der Offensive auf.

Denn hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Im ligaweiten Vergleich erzielen sie die zweitwenigsten Punkte, haben die schlechteste Quote aus dem Feld und von der Freiwurflinie und die zweitschlechteste von jenseits der Dreierlinie. „Eigentlich haben sie aber gute Werfer in ihren Reihen“, sagt Falk Möller – auf die bisher erzielten Zahlen möchte sich der Übungsleiter der EN Baskets entsprechend nicht verlassen. „Ich wäre froh, wenn das so bleibt, nur können wir uns darauf nicht verlassen“, sagt er.

Möller hält viel vom Gegner

Vor allem mit Blick auf die Pleite gegen Bochum aus der Vorwoche fordert er wieder eine Steigerung der Intensität. Gerade im Eins-gegen-Eins muss seine Mannschaft bereit sein, die nötigen Meter zu machen und die Duelle anzunehmen. „Das haben wir letzte Woche nicht gut gemacht“, sagt Möller, der beklagt, dass sein Team in Bochum nicht sein Potenzial abrief und eine Fortführung der Siegesserie bei einem Topteam der Liga verpasste.

Nun geht es also gegen einen Aufsteiger, die Favoritenrollen sollten dabei doch eigentlich klar verteilt sein – sind sie aber nicht, wenn es nach dem Schwelmer Trainer geht. „Sie haben schon seit zweieinhalb Jahren einen ProB-Kader. Ich halte sehr viel von dem Team und von Trainer Kappenstein“, sagt Falk Möller. Einen Spaziergang erwartet er gegen den „nicht normalen Aufsteiger“ nicht.

Denn am Ende des neunten Spieltags wird nur eine Zahl Aussagekraft haben: das Endergebnis.

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