Fußball-Nachwuchs

Mühsamer Arbeitssieg verbessert die Aussicht

Groß der Jubel, als Husseck zur 1:0-Führung nach sieben Minuten trifft.

Groß der Jubel, als Husseck zur 1:0-Führung nach sieben Minuten trifft.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Gevelsberg.   A-Junioren des FSV Gevelsberg bleiben unbesiegt in der Relegation zur Bezirksliga.

Der Fußball-Bezirksliga sind die A-Junioren des FSV Gevelsberg einen weiteren Schritt näher gekommen – mit dem mühsamen 3:2 (1:0)-Arbeitssieg gegen den VfB Kirchhellen. Kein Wunder also, dass Jubel und Erleichterung nach dem Schlusspfiff riesig waren. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen stehen die Jungs um die Trainer Uwe Jöns und Holger Döinghaus vor den letzten beiden Spielen der Relegation gut da.

Allerdings bereitet die personelle Situation den Trainern große Sorgen. Gleich fünf Spieler fehlten in der Begegnung gegen die Nachwuchs-Kicker aus Bottrop neben Luis Hundt, Klemens Schmidt und Luis Kronenberg noch Leon Herzog und Fabian Pusic, die immerhin noch beim Relegations-Auftakt in Letmathe am Start waren und zum 2:0-Auftaktsieg beigetragen hatten. Schmidt, der mit einem Bänderanriss immerhin auf der Bank Platz nahm, wurde für die Nachspielzeit immerhin noch eingewechselt.

So mussten die Gevelsberger Gastgeber vor allem für die defensive Viererkette improvisieren. Lediglich Lennard Jöns war als „etatmäßiger“ Abwehrspieler auf dem Platz. Aber er wird den Rest der Relegation fehlen. Denn etwa zehn Minuten vor dem Spielende sorgte er für einen Bärendienst für seine Mannschaft. Ein foulte seinen Gegenspieler, der Schiedsrichter sah dies als grobes Foulspiel an, unterbrach sofort die Partie, zückte sofort die Rote Karte und zeigte auf den Strafstoß-Punkt. Gevelsberg verlor einen Spieler, kassierte einen Treffer, die Partie drohte bei eigener 3:2-Fürhung zu kippen.

Gevelsberg kämpft großartig

Die Gevelsberger hatten bis dato großartig gekämpft, wenngleich die Technik ein wenig hinterher hinkte. So gingen die zweiten Bälle an die Gäste, Kopfballduelle holten sich meist die VfB-Spieler, außer langen Bällen hatte der FSV nach der Pause noch kaum etwas in petto. Die Puste drohte auszugehen. Kirchhellen erkämpfte sich Oberwasser, war optisch überlegen, drückte, doch im Spiel nach vorne war Kirchhellen eher einfallslos und daher für die Abwehr berechenbar.

Wenngleich sich die Gevelsberger Defensive nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Die Chancen, die sich die Gäste erspielte – und es waren schon einige Hundertprozentige dabei – resultierte aus einer Unordnung der Abwehr der Gevelsberger. Indes ist dies kaum verwunderlich, spielte diese Fortmation bisher kaum zusammen. Neben Lennard Jöns bildeten Timo Gronau, der angeschlagen angetretene Kevin Wockel sowie der eigentlich als Keeper spielende Leon Goldbach. Für ihn stand Lucas Gradic zwischen den Pfosten. Einige Paraden waren es, die die Gevelsberger im Spiel hielten. „Daher muss man den Jungs ein riesen Kompliment machen“, so Train er Uwe Jöns. „Das Spiel hätte auch Remis ausgehen können.“

Insbesondere, als die Führung der Gevelsberger mit dem 1:0 – Yann Luca Husseck hatte nach sieben Minuten nach großartiger Vorarbeit von Jonathan Kissing getroffen – hauchdünn war, zu kippen drohte. Einmal mehr versuchte es der FSV Gevelsberg mit langen Böllen, zweimal in kurze Folge erfolgreich. So, als quasi aus dem Nichts heraus Jonathan Kissing vor Gäste-Keeper Tom Streich auftauchte, diesem keine Abwehrchance ließ (69.). Nur zwei Minuten später war es Julian Dienemann, der beste Spieler dieser Begegnung, der sein Leistung mit dem Treffer zur 3:0-Führung krönte – dank starker Vorarbeit von Jonathan Kissing.

Dienemann agierte auf der 6er-Position vor der Abwehrreihe. Unglaublich klasse sein Überblick, die Aufgabe als „Abfangjäger“ erfüllte er ohne Fehl und Tadel, überdies erwies er sich im Aufbauspiel als guter Mann. Seine Pässe kamen an. Schade nur, dass nicht immer seine Mitspieler diese Bälle zu verarbeiten wussten.

3:0 keineswegs Entscheidung

Mit der 3:0-Führung war aber längst nicht die Partie entschieden. Kirchhellen beorderte nun den hoch aufgewachsenen Maurice Lauer aus der Defensive in die Sturmspitze. Bereits bei Standards hatte er seine Gefährlichkeit bei Kopfbällen unter Beweis gestellt. In den letzten 20 Minuten des Spiels bereitete er der Gevelsberger Abwehr große Probleme. Er schaffte Räume, riss Lücken. Der Lohn: Kirchhellen drückte weiter, gab sich nicht auf, verkürzte. Zunächst eine Viertestunde vor dem Ende, als die Gevelsberger Abwehr völlig desorientiert da stand – auch, weil Lennard Jöns seinen Gegenspieler passieren ließ, dieser unbehindert flanken konnte und so der gerade eingewechselte Jan Grove keine Mühe zum 3:1 aus Sicht der Gevelsberger hatte.

Als gut zehn Minuten vor dem Ende per Strafstoß Nils Josten gar auf 3:2 verkürzte, drohte Ungemach. Die Gevelsberger Spieler hatten immer größere Mühe, ihren Gegenspielern zu folgen. Doch der Kampfgeist blieb wach. Schließlich reichte es zum glücklichen Sieg, der die Mannschaft einen wichtigen Schritt in Richtung Bezirksliga brachte.

Das sorgt für eine gute Basis für die kommende schwere Aufgabe, wenn es am Mittwoch nach Bergkamen zum FC Overberge geht

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