Tischtennis

Nachwuchsmangel und Corona: Tischtennis hat’s doppelt schwer

Neue Spieler für Tischtennis zu begeistern, fällt vielen Vereinen schwer. Auch der TTC Blau-Gold Hiddinghausen kämpft mit diesem Problem. Die Herren gehen mit einem Ü50-Team in der Kreisklasse an den Start.

Neue Spieler für Tischtennis zu begeistern, fällt vielen Vereinen schwer. Auch der TTC Blau-Gold Hiddinghausen kämpft mit diesem Problem. Die Herren gehen mit einem Ü50-Team in der Kreisklasse an den Start.

Foto: Alexander Hebenstreit

Sprockhövel.  Der TTC Blau-Gold Hiddinghausen bemerkt Corona-Einschränkungen im Spielbetrieb. Zudem steigt der Altersdurchschnitt des Tischtennis-Teams stetig.

Tischtennis ist im Alltag vieler Kinder allgegenwärtig. Auf den Schulhöfen des Landes stehen allerorts Tischtennisplatten. Trotzdem mangelt es vielen Vereinen an Nachwuchs. Das ist auch beim TTC Blau-Gold Hiddinghausen in Sprockhövel nicht anders. Der Verein, dessen Altersdurchschnitt stetig steigt, hat im Spielbetrieb zusätzlich Nachteile aufgrund von Corona.

Andreas Vratny ist besorgt. „Mir persönlich wird es etwas mulmig zumute, wenn wir unter diesen Umständen spielen“, sagt der 51-Jährige, der für den TTC in der 1. Kreisklasse antritt. Das Corona-Virus ist nach wie vor präsent und der Altersdurchschnitt des Teams liegt bei über 50. Doch bei einem kleinen Verein wird jeder Spieler gebraucht. Daher geht Vratny mit seinen Mitspielern auch in dieser Saison an den Start. Die ersten beiden Spieltage sind kurioserweise ausgefallen, weil die Gegner TV Lichtenplatz II und SW Breckerfeld ihr Mannschaften zurückgezogen habe.

Es werden keine Doppel gespielt

Doch ab dem kommenden Wochenende trauen sich Vratny und Co. wieder in die Halle. Natürlich unter Auflagen. „Wir lassen die Duschen und Umkleiden zu. Das ist schwierig für die Gastmannschaften, aber die müssen dann eben schon in Trainingsklamotten kommen. Nach den Spielen wird zehn Minuten gewartet, bevor die nächste Paarung an die Platte geht, die Bälle und die Platte werden desinfiziert. Zudem werden aktuell keine Doppel gespielt“, berichtet Vratny. Das ist durchaus ein Nachteil für seinen Verein, denn das Duo Christian Gornik und Elmar Krause überzeugte in der letzten Saison als Doppel. Jetzt müssen sie es eben im Einzel richten. Zuschauerbeschränkungen tun den Tischtennis-Spielern nicht ganz so weh wie Handball- oder Basketballvereinen. „Das ist für uns kein Problem, denn wir haben ja keine Zuschauer“, sagt Vratny mit einem Lachen.

Er ist sich bewusst, dass dem Tischtennis eine schwierige Saison bevorsteht. „Es weiß ja keiner, wie es weitergeht im Herbst, wenn die Fallzahlen wieder hochgehen sollten. Ich will nicht hoffen, dass sich jemand ansteckt. In unserer Klasse sind auch viele Spieler über 60 oder auch 70 Jahren mit dabei“, sagt er.

Es ist ein generelles Problem vieler kleiner Vereine, dass der Altersdurchschnitt immer weiter steigt. Das erlebt auch der TTC Blau-Gold Hiddinghausen. Regelmäßig kämen zwar auch Kinder im Alter von 13, 14 Jahren vorbei, erzählt Vratny, doch wenn die Belastung in der Schule zunimmt und andere Hobbys wichtiger sind, ist der Tischtennis-Verein schnell nicht mehr ganz so wichtig. „Es gibt viele Ablenkungen. Und die meisten Kinder haben ein besseres Fingergefühl für die Playstation, als für das Tischtennis“, meint Vratny.

Werbung um neue Spieler

Warum der Sport, den er so liebt, bei den Kindern und Jugendlichen nicht so große Begeisterung auslöst, kann Vratny nicht erklären. Er berichtet, dass sein Verein schon einiges unternommen habe, um Werbung zu machen. „Es gab Veranstaltungen wie zum Beispiel ‘Tischtennis für jedermann’, bei denen man einfach vorbeikommen und den Sport ausprobieren konnte. Außerdem sind wir jedes Jahr in Sprockhövel beim ‘Tag des Sports’ vertreten. Generell sind wir immer offen für neue Spieler, die einfach mal mitmachen wollen.“

Zunächst muss es aber die gleiche Mannschaften richten wie in der letzten Saison. Kurzfristig hoffen die Hiddinghausener auf einen Platz im gesicherten Mittelfeld, wie schon in der vergangenen Saison. Langfristig hoffen sie aber vor allem auf Nachwuchs.

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