Fußball

Nettersheim hat alles im Blick

Augen auf: Nils Nettersheim hat den Ball genau im Blick. Der Stürmer des TuS Ennepetal behält aber auch abseits des Spielfeldes die Augen offen – schließlich liegt ihm viel am richtigen Teamgeist.

Augen auf: Nils Nettersheim hat den Ball genau im Blick. Der Stürmer des TuS Ennepetal behält aber auch abseits des Spielfeldes die Augen offen – schließlich liegt ihm viel am richtigen Teamgeist.

Foto: Michael Scheuermann

Ennepetal.   Stürmer und Partywart beim TuS Ennepetal, Event-Organisator im Beruf: Nils Nettersheim weiß, wie wichtig es ist alles im Blick zu behalten.

Es ist Finalzeit, der TuS Ennepetal kämpft um den Pokal des Fußballkreises Hagen/Ennepe-Ruhr. Erst spät im Spiel trifft der Oberligist zum entscheidenden 3:1 und ist somit Kreispokalsieger. Wenige Stunden später liegen die erschöpften Akteure mit den Füßen im Sand – auf der Insel Mallorca. Einer der erst auf dem Spielfeld den Überblick behält, hatte auch im Vorfeld des Saisonfinals wieder einmal die Augen offen gehalten und die Saisonabschlussfahrt gemeinsam mit seinem Kapitän organisiert: Nils Nettersheim, Stürmer beim TuS Ennepetal und Projektmanager im Veranstaltungssektor.

In seinem Beruf geht es für Nils Nettersheim viel um Planung. „Der Job ist sehr vielfältig, man ist in alles involviert“, sagt der Stürmer. Ein bisschen ist er in seinem Beruf das „Mädchen für alles“. Klar, abgeklärte Zuständigkeitsbereiche gibt es zwar, doch in der Eventbranche ist es ganz normal, auch schon einmal da mit anzufassen, wo gerade Hilfe benötigt wird. Das gehört für Nils Nettersheim einfach dazu, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Man muss alles im Blick haben“, sagt er.

So wie er auch auf dem Spielfeld zumeist alles im Blick hat. Vor vier Jahren wechselte der gelernte Spielmacher vom Wuppertaler SV ins Bremenstadion, damals war der TuS für den zu dieser Zeit in Wuppertal wohnhaften Nettersheim die beste Option. Doch inzwischen wohnt der hoch aufgeschossene Stürmer in Köln, seine Arbeit befindet sich nicht weit entfernt in Neuss. Und dennoch macht er sich zwei Mal die Woche auf den Weg zum Training, zusätzlich kommen noch die Termine am Wochenende hinzu. „Da bin ich immer so eine Stunde und etwas mehr unterwegs“, sagt Nettersheim. Es klingt selbstverständlich.

Mit der Sporttasche zur Arbeit

Und das ist es für den 28-Jährigen auch. „Ich fühle mich einfach wohl beim TuS, deswegen tu ich mir die Fahrerei ja auch an“, sagt Nils Nettersheim. Vier Tore in 21 Spielen hat er in dieser Spielzeit erzielt, bei einigen Partien musste er berufsbedingt passen. Denn der Job als Projektmanager in der Veranstaltungsbranche ist kein klassischer Bürojob, bei dem Nettersheim zu einer bestimmten Uhrzeit den Arbeitsplatz verlassen kann. Manchmal stehen Termine am frühen Abend an, manchmal geht es über das Wochenende zu Veranstaltungen, die er betreuen muss. „Viele Spiele verpasse ich nicht. Ich versuche das immer gut aufeinander abzustimmen“, meint er.

Kommt es dann doch einmal vor, dass sich die Termine im Beruf mit den Spielen oder Trainingseinheiten im Sport überschneiden, kann sich Nils Nettersheim über das Verständnis seines Trainers sicher sein. „Thammi sagt uns immer wieder, dass der Fußball nur ein Hobby von uns ist“, sagt er. „Thammi“ ist sein Trainer Alexander Thamm, mit dem Nettersheim seit dieser Spielzeit zusammenarbeitet. So, wie sich der Stürmer darauf verlassen kann, dass sein Trainer Verständnis für die beruflichen Verpflichtungen aufbringt, so kann sich Thamm auch auf seine Nummer elf verlassen. Am Diens-, Donners-und Freitag geht es für Nettersheim nämlich mit der Sporttasche im Kofferraum zur Arbeit – Zeit, um zwischen dem Berufsleben und der Zeit auf dem Rasen nach Hause zu fahren, bleibt nicht.

Verantwortlich für die Feiern

Für seine Mitspieler ist Nils Nettersheim auch abseits des Spielfeldes ein Gewinn. „Gemeinsam mit Abi bin ich Partywart“, sagt er. So organisiert er auch die Abschlussfahrt nach dem Pokalfinale in diesem Jahr. „Das ist mir persönlich auch einfach wichtig, neben dem Platz lernt man die Mitspieler noch einmal auf einer anderen Ebene kennen“, sagt er. Teamgeist ist ihm besonders wichtig. Nettersheim hat einfach oft das große Ganze im Blick – auf dem Spielfeld und im Beruf. Die Flüge nach Mallorca sind übrigens schon gebucht – vielleicht ja auch wieder mit dem Sondergepäck eines Pokals.

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