Volleyball

Nur beim Frühstück ist Volleyball tabu

Gernot und Melanie Jost mit ihren Kindern Felix (am Ball) und Luisa. Die gesamt Familie ist dem Volleyball sehr verbunden.

Gernot und Melanie Jost mit ihren Kindern Felix (am Ball) und Luisa. Die gesamt Familie ist dem Volleyball sehr verbunden.

Foto: Joel Klaas

Gevelsberg.  Fast jeden Tag sieht sich Familie Jost gemeinsam in der Sporthalle stehen – denn alle Familienmitglieder sind dem Sport sehr verbunden.

Für Gernot Jost war es vor rund 20 Jahren „Liebe auf den ersten Blick“, seine heutige Frau Melanie „hat das aber erst etwa ein Jahr später erwidert“, scherzt der zweite Vorsitzende des TV Eintracht Vogelsang. Was das Ehepaar damals zusammen geführt hat, war vor allem eine gemeinsame Leidenschaft: Der Volleyballsport.

Jost ist seit seiner Jugend Mitglied des TVE. Nach der Schulzeit entdeckte er seine Leidenschaft für den Teamsport. Erste Kontakte sammelte Jost zuvor schon in der Schule mit dem Volleyball, mit diesen Erinnerungen verknüpft der Familienvater jedoch bis heute keine positiven Gefühle: „Das war schon witzig. Unsere damalige Sportlehrerin war eigentlich reine Gymnastik- und Tanztrainerin. Aufgrund des Lehrermangels zu dieser Zeit dürften dann auch Sporttrainer an Schulen unterrichten. 90 Prozent des Unterrichts bestanden also aus Gymnastik und Tanz“, erinnert sich Jost.

„Weil es im Lehrplan stand, musste Sie dann aber auch Volleyball lehren. Die Übungen waren eine Katastrophe, die Aufschläge landeten entweder im Netz oder an der Wand. In zehn Minuten kam man maximal einmal an den Ball, und zwar beim Aufschlag“, erzählt der Offizielle des TVE.

Aus seinem Frust über das dürftige Volleyballtraining beschwerte sich Jost bei seinem Vater über die Sportstunden bei seiner damaligen Lehrerin. „Mein Vater hat mir dann dazu geraten, beim TV Eintracht Vogelsang mal ein richtiges Volleyballtraining mitzumachen“, so Jost. Der heutige Mathe- und Sportlehrer ging zum Training. „Ab da an war die Leidenschaft entfacht“, erzählt er.

Nach ein paar Spielzeiten auf Kreis- und Bezirksebene für den TVE wechselte Jost zum VfL Telstar Bochum, zu dieser Zeit wurde dort in der Verbandsliga aufgeschlagen. Der Sportler erlebte dort Auf- und Abstiege mit seiner Mannschaft – und kam zum ersten Mal mit seiner heutigen Ehepartnerin in Kontakt. „Eigentlich hatten die Damen- und Herrenmannschaft in Bochum wenig miteinander zu tun.

Aufgrund einer Trainingsverschiebung kam es dann aber dazu, dass wir im Anschluss an die Damen trainierten. In der Damenmannschaft spielte unter anderem auch meine Frau“, erzählt Jost.

So nahm die Geschichte ihren Lauf: Melanie, die zu dieser Zeit ebenfalls leistungsbezogen in der Verbandsliga für den Bochumer Volleyballverein aktiv war, und Gernot lernten sich kennen und gründeten später eine Familie. Tochter Luisa und Sohn Felix sind heute selbst begeisterte Volleyballer.

Familie trainiert sich gegenseitig

Vater Gernot trainiert dabei seine Tochter, die im Juniorinnen-Team des TVE spielt, Tochter Luisa ist mittlerweile Trainerin der Vogelsanger Schülermannschaft, wo Bruder Felix spielt. Mutter Melanie ist Koordinatorin der Jugend-Mannschaften. „Sie hat die Zügel also in der Hand“, scherzt Jost.

Das gegenseitige Training hat jedoch Folgen für die Sprösslinge der Josts. Besonders für Tochter Luisa: „Ich muss schon zugeben, dass ich sie in Training und Spielen nicht so oft lobe wie die anderen Spielerinnen der Mannschaft“, so Jost. „Damit kann sie aber gut umgehen und versteht das auch“, sagt Gernot Jost.

Die Angelegenheit Volleyball wird am Frühstückstisch bei Familie Jost jedoch nicht thematisiert: „Ich würde nicht sagen, dass das ein Tabu-Thema ist, aber das läuft schon ein bisschen unter ferner liefen“, so der TVE-Offizielle. „Wir sind oft genug in der Halle, da wird das Thema aktuell“, sagt er. Gelegenheit dazu gibt es nämlich oft genug: „Meine Tochter und ich sind bis zu fünfmal in der Woche in der Halle, mein Sohn dazu zweimal. Da beschäftigen wir uns ausreichend mit dem Sport.“

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