Fußball

Schneller und klarer fürs Spiel

Hier reißt das Kreuzband vom Marius Hornschuh, Kapitän des Fußball-Bezirksligisten FC BW Voerde. Er wird auf dem Rasen vom Tanneneck behandelt. Künftig sollen aber Behandlungen nicht mehr auf dem Feld möglich sein.

Hier reißt das Kreuzband vom Marius Hornschuh, Kapitän des Fußball-Bezirksligisten FC BW Voerde. Er wird auf dem Rasen vom Tanneneck behandelt. Künftig sollen aber Behandlungen nicht mehr auf dem Feld möglich sein.

Foto: Mustafa Balci

Ennepe-Süd.  Neue Regelungen gibt es für den Fußball. „Ich hoffe, dass das Spiel schneller wird und dass die Diskussionen entschärft werden“, so Lepperhoff.

In wenigen Wochen spielen die Fußball-Amateure in unseren Gefilden wieder um Punkte und Meisterschaften. Bis dahin können sie sich noch an die neuen Spielregeln gewöhnen, die seit dem 1. Juli gelten. Zum einen soll das Spiel dadurch schneller gemacht werden. „Ich erhoffe mir durch die Änderungen, dass zum einen das Spiel schneller wird. Aber auch, dass die Diskussionen um Handspiel, oder eben nicht, entschärft werden“, so Patrick Lepperhoff (FSV Gevelsberg), Obmann der heimischen Schiedsrichter im Kreis.

Eine weitere wichtige Neuerung sieht der Gevelsberger darin, dass es auch Strafen gegen die Trainerbank geben wird – und zwar mit einer Karte. Gelb oder Rot – beides ist möglich. „Gerade für jüngere Schiedsrichter wird es einfacher, Strafen gegen die Bank auszusprechen“, weiß Lepperhoff aus seiner langjährigen Erfahrung. „Das Zeigen der Karte hat eine Signalwirkung und der jeweilige Schiedsrichter muss nicht in den Infight mit der Bank. Einfach die Karte zücken, und der ranghöchste Trainer wird bestraft.“ Klar, dass es hier mehrere Eskalationsstufen geben wird. Schlimmstenfalls kann einem Coach die Lizenz entzogen werden.

Strafbares Handspiel

Gelangt ein Spieler unabsichtlich durch eine Ballberührung mit Hand oder Arm zu einer Torchance oder zu einem Torerfolg, liegt ein strafbares Handspiel vor. Ein strafbares Handspiel liegt ebenfalls vor, wenn der Spieler zuvor seine Angriffsfläche durch Arme und Hände vergrößert, oder wenn sich Hand oder Arm über Schulterhöhe befinden (außer, der Spieler spielt den Ball vorher absichtlich mit Kopf, Körper, oder Fuß und der Ball springt ihm dabei an die Hand oder den Arm). Patrick Lepperhoff: „Vielleicht gibt es so weniger Diskussionen ums Handspiel.“

Kein strafbares Handspiel

Kein strafbares Handspiel liegt vor, wenn einem Spieler der Ball vom Kopf, Körper oder Fuß an Arm oder Hand springt. Springt der Ball von Kopf, Körper oder Fuß eines Spielers an Hand oder Arm eines nahe stehenden Gegenspielers, liegt ebenfalls kein Vergehen vor. Bekommt ein fallender Spieler den Ball gegen die Hand, die sich zum Auffangen des Sturzes zwischen Körper und Boden befindet, liegt kein Handspiel vor. Anders entschieden wird, wenn der Spieler Hand oder Arm seitlich oder senkrecht vom Körper abspreizt.

Spielerauswechslungen

Ein Spieler der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld nun über die nächste Begrenzungslinie verlassen. Einzige Ausnahme: Der Schiedsrichter zeigt aus Sicherheitsgründen oder wegen einer Verletzung eine andere Stelle an. Neu ist auch, dass sich der ausgewechselte Spieler umgehend in die Umkleidekabine oder die technische Zone begeben muss. „So wird verhindert, dass gerade in Schlussphasen des Spiels ein auszuwechselnder Spieler quer über den Platz läuft, um Zeit zu schinden“, so Patrick Lepperhoff. „Oft genug haben wir in der Vergangenheit gesehen, dass gerade der Spieler ausgewechselt werden soll, der am weitesten von der Trainerbank entfernt ist. Der kommt schließlich die etwa 70 Meter gemächlichen Schrittes.“

Strafen gegen Offizielle

Für Patrick Lepperhoff eine der wichtigsten Neuerungen im Regelwerk. Denn jetzt kann der Schiedsrichter auch Teamoffizielle (Trainer, Betreuer) mit einer Gelben Karte verwarnen, oder sie sogar mit einer Roten Karte ganz vom Spielfeld beziehungsweise aus dem Innenraum verweisen. Kann der „Störenfried“ nicht identifiziert werden, wird die Disziplinarmaßnahme gegen den ranghöchsten Trainer in der technischen Zone ausgesprochen.

Schiedsrichterball

Ein Schiedsrichterball erfolgt bei einem Spieler des Teams, das den Ball zuletzt berührt hat und an der Stelle der letzten Ballberührung. Alle anderen Spieler müssen einen Abstand von vier Metern zum Ball einhalten. Ausnahme: War der Ball im Strafraum, oder wurde zuletzt im Strafraum berührt, wird der Schiedsrichterball mit dem Torhüter der verteidigenden Mannschaft ausgeführt. Auch in diesem Fall müssen gegnerische Spieler Abstand einhalten.

Freistoßmauer

Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams vor einem Freistoß eine Mauer, müssen die Spieler der angreifenden Mannschaft einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer halten, bis der Ball im Spiel ist. „Es kann sich also kein Angreifer in die Mauer stellen, um gegebenenfalls eine Lücke zu reißen“, erläutert Patrick Lepperhoff. „Damit werden hier unnötige Diskussionen vermieden.“

Verletzte Spieler

Ein verletzter Spieler darf nicht mehr auf dem Spielfeld behandelt werden. Einzige Ausnahme: Ein Strafstoß wurde verhängt und der verletzte Spieler ist der Schütze. „Auch dies ist eine Maßnahme, damit ein Spiel schneller wird und nicht mehr so viel Zeit geschunden werden kann“, sagt Lepperhoff.

Beginn und Fortsetzung

Das Team, das vor dem Beginn einer Begegnung den Münzwurf gewinnt, hat nun die Wahl, entweder die Spielfeldseite oder aber den Anstoß zu wählen. Das klingt noch unspektakulär. Interessanter wird aber: Ab sofort ist es möglich, mit dem Anstoß direkt ein Tor zu erzielen.

Ball in und aus dem Spiel

Wenn der Ball durch eine Berührung mit dem Schiedsrichter einen aussichtsreichen Angriff auslöst, wird das Spiel unterbrochen und mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt. Das gilt auch für die Fälle, in denen der Ball nach einer Berührung mit dem Schiedsrichter direkt ins Tor geht, oder den Ballbesitz verändert.

Torhüter beim Strafstoß

Bei der Ausführung eines Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil eines Fußes auf oder über der Torlinie befinden. Bei Nichteinhaltung wird der Strafstoß wiederholt, wenn der Schütze daneben schießt oder der Torhüter den Schuss pariert.

Abstoß

Bei Abstößen ist der Ball im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Er muss den Strafraum nicht verlassen. Wenn sich bei der Ausführung eines Abstoßes noch Gegner im Strafraum befinden, weil sie keine Zeit hatten, den Strafraum zu verlassen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen. Wenn ein Spieler der gegnerischen Mannschaft, der sich bei der Ausführung des Abstoßes im Strafraum befindet, den Ball berührt oder einen Zweikampf um den Ball beginnt, wird der Abstoß wiederholt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben