Landtagswahl 2022

Sechs Fragen an Andre Paffrath (AfD) zum Thema Sport

| Lesedauer: 4 Minuten
Andre Paffrath tritt für die AfD im Wahlkreis 105 an.

Andre Paffrath tritt für die AfD im Wahlkreis 105 an.

Foto: Privat / WP

Ennepe-Süd.  Vor der Landtagswahl haben die zwölf Kandidaten der Wahlkreise 104 und 105 auf unsere Fragen zum Thema Sport in der Region geantwortet.

Bei unserer großen Abfrage bei den Kandidaten zur Landtagswahl 2022 am 15. Mai haben uns die zwölf Kandidaten der Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke und AfD auf sechs Fragen zu Themen aus dem Bereich „Sport im Wahlkampf“ geantwortet. Hier finden Sie die Antworten von Andre Paffrath (AfD), der für den Wahlkreis 105 (Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter) antritt.

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Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand der Sportstätten in Ihrem Wahlkreis?

Andre Paffrath: Ich glaube, ohne jede Sportstätte im Einzelnen genau zu kennen, dass sich der Zustand über die letzten Jahre schon verbessert hat. Viele Sportplätze wurden mit Kunstrasen ausgestattet, die Kabinen wurden renoviert und neues Sportmaterial wurde angeschafft. Sporthallen wurden wie in Haßlinghausen saniert oder modernisiert, sodass Schul- und Vereinssport dort gut möglich ist. Aber es gibt leider auch immer noch zu viele Sportstätten, die brachliegen wie „Roteberge Schwelm“ oder der alte Vereinsplatz von der SpVg. Linderhausen, der bald einem neuen Autobahnkreuz weichen muss. Genau so wird es wahrscheinlich auch noch alte Sporthallen geben, die nicht aus dem Blickwinkel verloren gehen dürfen und weitere Förderungen benötigen. Was für mich sehr vernachlässigt wurde, sind leider die wenigen Schwimmstätten, die wir noch im Ennepe-Ruhr-Kreis haben.

Das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ wurde auch von den Vereinen in der Region stark frequentiert. Möchten Sie sich für ein weiteres Förderprogramm zur Unterstützung der Sportvereine einsetzen? Wenn ja, welche Ideen haben Sie diesbezüglich?

Da ich im Kreisausschuss für Sport, Freizeit und Kultur als Sachkundiger Bürger sitze, würde ich mich für ein Förderprogramm zur Stärkung des Ehrenamtes, von Übungsleitern und Trainer einsetzen. Unsere Vereine sind die Basis des deutschen Sportlebens, welches von vielen ehrenamtlichen Helfern getragen wird. Jedoch fehlt eine angemessene gesellschaftliche Wertschätzung dieser Leistungen von ehrenamtlichen Trainern, Betreuern, Schiedsrichtern, Vereinsvorständen und Eltern. Von daher möchte ich eine höhere Aufwandsentschädigungen, eine bessere finanzielle Ausstattung und drittens die unentgeltliche Nutzung öffentlicher Einrichtungen und Weiterbildungsangebote. Ausbildung- und Trainerlizenzkosten sind von öffentlichen Trägern und Vereinen zu übernehmen.

Viele Sportvereine klagen darüber, dass Kinder und Jugendliche inzwischen so lange in der Schule sitzen, dass sie nicht mehr am Vereinstraining im Nachmittagsbereich teilnehmen können. Welche Lösung können Sie den Sportvereinen diesbezüglich anbieten?

Das Problem liegt darin, dass mittlerweile beide Elternteile oder Alleinerziehende in Vollzeitbeschäftigung sind, um sich den Verein für ihr Kind überhaupt noch leisten zu können. Mein Vorschlag wäre, ohne tieferen Einblick in das Thema zu haben, dass sich Vereine mit Schulen für eine Nachmittagsbetreuung zusammenschließen und den Vereinssport teilweise in die Schulen verlegen. Die Schulen hätten eine gesicherte Betreuung bei Lehrermangel und Vereine wieder mehr Zulauf durch gut betreuten Vereinssport an den Schulen.

Vereine in der Region werden immer älter. Wie wollen Sie Vereine unterstützen, dem Mitgliederschwund entgegenwirken zu können?

Der Sport stellt einen gewissen Maßstab in unserer Gesellschaft dar und hebt den Leistungsgedanken klar in den Vordergrund. Die AfD fordert eine frühkindliche sportliche Talentsichtung und Förderung auch für Menschen mit Behinderungen in enger Kooperation von Vereinen, Grundschulen und Sportverbänden.

Welche Möglichkeiten halten Sie für möglich und notwendig, um Sportvereine finanziell zu entlasten/zu unterstützen?

Durch eine Individuellere Förderung in verschieden Bereichen, Stärkung des Ehrenamtes, Unterstützung für Sportartikel sowie Förderprogramme vom Land/Bund, die weniger Bürokratie enthalten, öffentlicher sind und es den Vereinen einfacher macht, Anträge zu stellen.

Welchen Stellenwert messen Sie dem Sport in der Region bei?

Einen sehr hohen. Er stärkt und fördert den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und verleiht uns ein weltweites Ansehen als herausragende Sportnation. Sport wirkt integrierend, er verbessert nachweislich kognitive und kommunikative Fähigkeiten, erhört das Bildungsniveau, erzeugt Lebensfreude und verbindet Menschen jeden Alters. Mein sechsjähriges Patenkind spielt Schach mit 70-Jährigen – ich finde, das bringt den Satz „Sport verbindet“ auf den Punkt.

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