Basketball

Spaß mit ernstem Hintergrund

Moses Kazembola sucht seine Mitspieler im Spiel gegen die Bertlicher Bulldogs.

Moses Kazembola sucht seine Mitspieler im Spiel gegen die Bertlicher Bulldogs.

Foto: Joel Klaas

Schwelm.   Die EN Baskets Schwelm haben zum dritten Mal ein Rollstuhlbasketball-Turnier ausgerichtet. Das Event wächst von Jahr zu Jahr.

Falk Möller vergibt aus kürzester Distanz einen Wurf auf den Korb. Vollkommen unbedrängt. Hätte einer seiner Spieler in einer Partie der 2. Basketball Bundesliga ProB einen Wurf aus dieser Position vergeben, wäre der Coach wohl nicht allzu zufrieden mit seinem Akteur gewesen. Der Unterschied an diesem Tag: Die Basketballer der EN Baskets Schwelm saßen beim eigens veranstalteten Inklusionsturnier in der Dreifeldhalle im Rollstuhl. Vor Sprüchen seiner Spieler schützte das den Schwelmer Übungsleiter jedoch nicht: „Gib den Ball mal lieber an jemanden, der wirklich werfen kann“, flachst Thomas Reuter - Und versenkt das Spielgerät prompt. „Das war nur Glück“, scherzt Möller zurück.

Die Szene beim Einwerfen vor dem Spiel gegen die „Bertlicher Bulldogs“ stand sinnbildlich für den gesamten Tag in der Schwelmer Sporthalle: Zehn Rollstuhlbasketball-Teams aus der ganzen Region setzten nicht nur auf den Sportlichen Erfolg, sondern vor allem auf eins: Ein Zeichen für Toleranz und die Förderung von Inklusion.

Kamerateam vor Ort

Neben den Bulldogs gingen beispielsweise auch zwei Teams von Handicapsport Wuppertal sowie des Volmarsteiner Berufsbildungswerkes auf das Schwelmer Parkett. Hinzu kamen Mannschaften vom BNI, Schloss Martfeld und der SIHK. Neben Menschen mit Behinderung versuchen sich also auch Leute ohne Handicap im Rollstuhlbasketball. „Genau das ist das Ziel der Veranstaltung: Die regionale Wirtschaft auf Inklusion aufmerksam zu machen und weiter zu fördern“, erklärt Turnierorganisator und Baskets-Manager Omar Rahim. „Damit auch die Arbeitgeber merken: Mein zukünftiger Angestellter kann auch im Rollstuhl sitzen“, erklärt der Veranstalter. Das im ersten Augenblick als Spaß- und Freizeit-Veranstaltung anmutende Event hat also einen ernsten Hintergrund.

Um die Nachricht in Zukunft auch über die Schwelmer Grenzen zu verbreiten, engagierte der Verein ein Kamerateam, welches das Turnier über den ganzen Tag begleitete. In den kommenden Wochen soll ein Film entstehen, der zusätzlich auf das Thema Inklusion aufmerksam machen – und den Zuschauer für das ernste Anliegen des Vereins sensibilisieren soll. „Wir wollen das mit Bildmaterial festhalten und möglicht viele Menschen damit erreichen“, hofft Rahim.

Turnier stößt auf offene Ohren

Neben den Mannschaften aus der Schwelmer Wirtschaft gingen auch Teams an den Start, die Rollstuhlbasketball schon seit Jahren betreiben. Dass die Profis der EN Baskets am Ende „nur“ den fünften Platz belegten, zeigt die hohe Leistungsdichte der teilnehmenden Mannschaften.

Ob Rahim keine Angst habe, dass sich seine Spieler vor dem Saisonstart beim Inklusionsturnier verletzen? „Wir haben zwei angebrochene Finger und einen Sehnenriss beim Turnier erlebt, aber nicht bei unserer Mannschaft“, so der Manager. Allein das zeigt: Der gesunde Ehrgeiz kam in der Dreifeldhalle nicht zu kurz. Trotz kleinerer Verletzungen „war die Atmosphäre wieder extrem positiv, alle Teilnehmer hatten eine Menge Spaß bei der Aktion“, so der Baskets-Manager. Ob es im kommenden Jahr zur vierten Auflage der Veranstaltung kommt? „Auf jeden Fall!“, stellt Rahim klar. Schließlich bereitet den Veranstalter der wachsende Zuspruch große Freude. Erstmalig traten zehn Mannschaften an, unter ihnen inklusive Vereine, aber auch Mitglieder eines großen Netzwerks für Unternehmer in der Region. „Für uns ist einfach toll zu sehen, wie sich dieses Event entwickelt und immer mehr auf offene Ohren und Augen trifft,“ so Omar Rahim.

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