Nachwuchs-Fußball

Spaß und Schule müssen stimmen

Mit der Kreisauswahl U13-Westfalenmeister: Paul Trabert aus Gevelsberg (TSG Sprockhövel).

Mit der Kreisauswahl U13-Westfalenmeister: Paul Trabert aus Gevelsberg (TSG Sprockhövel).

Foto: Verein

Kaiserau/Gevelsberg.  Mach Lukas Klostermann und Tim Oberdorf kommt mit Paul Trabert ein weiterer Westfalenmeister aus Gevelsberg

Fußball ist unser Leben – das trifft auf Paul Trabert aus Gevelsberg zu. Wenngleich er nicht wie die singenden Weltmeister von 1974 im besten Fußballalter ist, sondern möglicherweise noch eine Karriere vor sich hat. Denn der defensive Mittelfeldspieler ist bei den D-Junioren unterwegs. Und mit dem Altjahrgang sicherte er sich mit der hiesigen Kreisauswahl den Titel des Westfalenmeisters. „Das ist der erste Westfalenmeister-Titel seit elf Jahren, seit Lukas Klostermann und Co“, freute sich Trainer Daniel Schneider.

Fußball seit fünftem Lebensjahr

Seit seinem fünften Lebensjahr jagt Paul Trabert dem runden Leder als Vereinsspieler hinterher. Der FSV Gevelsberg war bis zum vergangenen Sommer seine sportliche Heimat. Sein erster Trainer Eric Grünloh – bei den F-Junioren. Ein Trainer, der von sich sagen kann, er habe Lukas Klostermann von der Leichtathletik zum Fußball geholt (wenngleich dieser „Wechsel“ durchaus mehrere Ebenen hat). Zunächst spielte Paul auf der rechten Außenbahn, mittlerweile spielt er im zentralen Mittelfeld, wo er die Sechser-Position inne hat.

So auch in Kaiserau. Die Mannschaft um Trainer Daniel Schneider und Jens Grote, einst Co-Trainer beim Oberligisten TuS Ennepetal, hatte sich mit den Siegen über die Stützpunkte Detmold und Steinfurt sowie dem Remis gegen Tecklenburg für das zweitägige Turnier qualifiziert. „Das hatte schon eine besondere Atmosphäre“, so Vater Oliver. Der Gevelsberger verfolgt die noch kurze Laufbahn seines Sohne gelassen. „Spaß und Spiel gehen vor. Auch die Leistungen in der Schule müssen stimmen“, betont Oliver Trabert.

Und es stimmt auch alles. Der Siebtklässler des Gevelsberger Gymnasium bringt gute Noten nach Hause. Dass er Spaß am Fußball hat, daran gibt es eigentlich keinen Zweifel. „Er geht gerne zum Training und zu den Spielen“, sagt Vater Oliver. „Wie dann eine mögliche Karriere verläuft, dem sehe ich gelassen entgegen.“ Nebenbei: Oliver Trabert versteht nicht wirklich, wie sich manche Eltern ehrgeizig am Spielfeldrand verhalten. Nicht nur beim jüngsten Turnier in Kaiserau hat er miterlebt, wie mancher Vater oder manche Mutter lautstark den eigenen Sprössling anfeuert, wie auch der eine oder andere Schiri verbal attackiert wird. „Da steckt schon viel Aggressivität hinter. Das kann ich nicht verstehen“, so Oliver Trabert.

Viermal die Woche trainiert Paul Trabert – von nichts kommt schließlich nichts. Dabei ist er mittlerweile bei den D-Junioren der TSG Sprockhövel, spielt dort in der Bezirksliga. Einmal ist das Training beim Hagener Stützpunkt. Überdies hat er im Sommer eine Art Leistungskurs-Trainein bei Borussia Dortmund mitgemacht. Ehrgeiz ist Paul Trabert also nicht abzusprechen.

Zuletzt hatte die Hagener Auswahl im Jahre 2008 den Westfalentitel geholt. Neben Nationalspieler Lukas Klostermann aus Gevelsberg (jetzt Bundesligisten RB Leipzig) standen unter anderem in der heimische U13-Kreisauswahl mit Tim Oberdorf ein weitere Fußballer aus Gevelsberg, der in der Jugend vom TuS Ennepetal zur TSG Sprockhövel und im vergangenen Sommer vom Oberligisten Sprockhövel zum Regionalligisten Fortuna Düsseldorf gewechselt ist. Über zählten der späteren U17-Nationalspieler Tim Bodenröder (jetzt beim Landesliga-Spitzenreiter SpVg Hagen 11) und der aktuellen Drittliga-Torwart Joshua Mroß (Chemnitzer FC) zum Kader des Jahrganges 1996.

Unterschiede der Titelträger

Keine Frage, dass es zwischen beiden Westfalenmeistern Unterschiede gibt. So zeichne sich im Gegensatz zum Team um Klostermann und Oberdorf die aktuelle U13-Kreisauswahl weniger durch herausragende Talente als durch große Geschlossenheit aus, betonte Schneider, der wegen eines Lehrgangs verhindert war, aber auf dem Stubaier Gletscher stets über das Turnier auf dem Laufenden gehalten wurde. „Wir haben eine großartige Mannschaft“, unterstreicht der Auswahl-Trainer: „Sie verteidigt ihr eigenes Tor sehr gut und spielt dann unheimlich schnell und mit viel Spaß nach vorn. Schon in der Vorrunde hat sich angedeutet, dass sie nur sehr schwer zu schlagen sein wird.“

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