Fußball-Oberliga

Spieler erzürnen Trainer Thamm

Trainer Alexander Thamm im Gespräch mit Simon Rudnik

Trainer Alexander Thamm im Gespräch mit Simon Rudnik

Foto: Marinko Prša

Ennepetal.   TuS Ennepetal vergibt leichtfertig möglichen Sieg beim 1:2 gegen die SF Siegen. nach 1:0 durch den Kapitän legen die Gastgeber nicht nach.

Die Rückrunde der Fußball-Oberliga ist für den TuS Ennepetal beschämend. So schlecht ist keine Mannschaft. Und auch gegen die SF Siegen reicht es nicht. Nur sieben Punkte in 14 Spielen. Keine Wunder, dass Trainer Alexander Thamm nach dem 1:2 (0:0) stinkesauer ist. „Selbst mit einem Remis wäre ich nicht zufrieden gewesen. Dass wir auch noch verloren habe, finden ist zum Kotzen“, macht er seinem Unmut Luft.

Vor allem die Einstellung, die „Fußball-Geilheit“, wie Thamm es nennt, fehlte dem Trainer. Dabei nimmt er Florian Gerding aus, der immer spielt, nie über schwere Beine oder so jammert. Immer wieder nahm sich Thamm den einen oder anderen Spieler im Laufe der Begegnung zur Brust, gab Anweisungen. Insbesondere ärgerte ihn, dass nach der 1:0-Führung seine Jungs nicht nachgelegt hatten.

Rückstand bleibt ohne Wirkung

Der Angriff nach etwa 70 Minuten lief über die rechte Seite. Einmal mehr hatte sich Außenverteidiger Florian Gerding ins Geschehen nach vorne eingeschaltet, nutzte seinen freien Raum, flankte auf die Linie des Torraumes – und dort stand Kapitän Abdulah El Youbari goldrichtig. Aus etwa sechs Metern drosch er das Leder mit einem Drehschuss in die Maschen der Gäste aus dem Siegerland.

Die Gäste zeigte sich nicht wirklich geschockt. Wenngleich Ennepetal versuchte, mehr Druck aufzubauen. Doch mehr als einen Lattentreffer nach einem Kopfball von Dennis Drepper kam nicht mehr zustande. Im Gegenteil. Siegen wurde stärker gemacht. Denn im Ennepetaler Spiel häuften sich die Fehler, die unnötigen Fehler.

„Siegen war in der Phase mausettot. ich verstehe nicht, warum wir nicht das 2:0 nachlegen, warum wir nicht die Fußball-Geilheit an den tag legen, die ich von den Spielern erwartet“, schimpfte Alexander Thamm nach der Begegnung.

Und so kam es wie es eigentlich nicht hätte kommen dürfen. Ennepetal ist im Angriff – Thamm hatte inzwischen Ibrahim Lahchaychi für Simon Rudnik gebracht, wollte mehr Druck nach vorne aufbauen. Doch stattdessen trafen die Gäste. Zunächst Fuad Dodic, der einen Solo an der Mittelline ansetzte, nicht angegriffen wurde und irgendwie die Ennepetaler wie Fahnenstangen stehen ließ. Mutterseelen alleine vor Keeper Marvin Weusthoff angekommen, ließ Dodic diesem keine Chance.

Kurioser noch der Treffer zum Endstand. Denn dieser resultierte aus einem Angriff des TuS Ennepetal. Mittlerweile waren auch Botan Mermer und Nils Nettersheim auf dem Platz. Auch sie sollten für mehr Druck und so für den Sieg der Gastgeber sorgen. Doch es war nicht zu schaffen. Auch wegen kleiner Fehler, der diesmal Nettersheim im Angriff unterlief. Er vertändelte das Leder – etwa 30 Meter vor dem SF-Gehäuse. Die Gäste nahmen sich das Spielgerät, trieben es blitzschnell nach vorn. Dodic setzte sich rustikal gegen Geding durch, hatte freie Bahn für eine Flanke und mittig stand Masahiro Endo – völlig frei, so dass er mühelos aus etwa fünf Metern den Endstand markiert.

Kein Wunder also, dass Alexander Thamm allein dieser miesen Szenen wegen völlig angefressen nach dem Abpfiff war . . .

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