Fußball-Bezirksliga

Südkreis-Trio blickt zufrieden auf Saison zurück

Kurios das Derby FSV Gevelsberg gegen BW Voerde: Erst will der Schiedsrichter nicht auf Naturrasen, sondern auf Kunstrasen anpfeifen – zu nass, Linien nicht sichtbar. Dann geht es doch auf den Naturrasen des Stefanbachtals. Mit der Auflage, dass Michael Rügger zur Pause den Platz neu abkreidet.

Kurios das Derby FSV Gevelsberg gegen BW Voerde: Erst will der Schiedsrichter nicht auf Naturrasen, sondern auf Kunstrasen anpfeifen – zu nass, Linien nicht sichtbar. Dann geht es doch auf den Naturrasen des Stefanbachtals. Mit der Auflage, dass Michael Rügger zur Pause den Platz neu abkreidet.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Ennepe-Süd.   Dünne Personaldecke des FSV Gevelsberg. VfB Schwelm zum Heimatfest spitze. BW Voerde das beste Team.

Ja – es war eine erfolgreiche Saison für die drei heimischen Teams in der Fußball-Bezirksliga. Von einem Platz an der Spitze hatte keiner der drei Trainer geträumt – und das erwies sich am Ende als durchaus realistisch. Die Gevelsberger pendelten in der Tabelle zwischen Platz drei und acht, genau wie auch der FC Blau-Weiß Voerde. Aufsteiger VfB Schwelm schaffte es sogar, für vier Tage an der Tabellenspitze zu stehen, passend zum Schwelmer Heimatfest, und fiel auch nicht unter den achten Platz.

Die Dominanz

Hagen 11 dominierte die Saison – nicht wirklich unerwartet. Den Emstern gelang ein glatter Durchmarsch in die Landesliga: Ab dem dritten Spieltag führten die Elfer die Liga an. Die erste und einzige Saisonniederlage kassierte das Team von Trainer Stefan Mroß am drittletzten Spieltag bei RW Lüdenscheid, ihrem lange Zeit schärfsten Verfolger, der am Ende aber mit elf Punkten Rückstand Vizemeister wurde.

Die Entwicklung

Die erstaunlichste Entwicklung nahm der ASSV Letmathe. Nach der Hinrunde mit nur einem Sieg – ausgerechnet gegen den FSV Gevelsberg – und fünf Punkten schon fast abgestiegen, legten die Iserlohner Vorstädter eine beachtliche Rückrunde mit 20 Zählern hin und erreichten so noch den letzten Nichtabstiegsplatz. Ähnliches gelang auch dem TuS Grünenbaum: Doch der Aufsteiger aus Halver holte in der Rückrunde „nur“ 19 Punkte und hatte damit gegenüber Letmathe das Nachsehen. Wie sehen die Trainer die abgelaufene Saison, die ihre Teams quasi im „Schulterschluss“ auf den Plätzen fünf, sechs und sieben mit jeweils nur zwei Punkten Abstand beendet haben?

Der FC BW Voerde

Blau-Weiß Voerde hat sich im zweiten Jahr nach dem Aufstieg, das gemeinhin als besonders schwer gilt, auf den letzten Metern als bestes Südkreis-Team platziert. Das ist umso erstaunlicher, als die Jungs von Trainer Lars Möske zu Beginn des Jahres 2019 durch eine Serie von acht sieglosen Spielen in Folge mit nur zwei Punkten gegangen sind. Immerhin legten die Höhendörfler mit zwei glatten Siegen einen versöhnlichen Saisonabschluss hin.

„Ich hatte gar nicht mehr mit Platz fünf gerechnet“, gibt Möske ehrlich zu und freut sich darüber umso mehr. Unterm Strich stellt er fest: „Wir haben unser Saisonziel erreicht und mit dem Abstieg nichts zu tun gehabt.“ Vor allem die Hinrunde war es, die dem Voerder Coach viel Freude bereitet hat. „Das haben die Jungs supergeil gemacht. Aber dann muss man auch mal mit einer Negativserie leben.“ Dafür allerdings gab es gute Gründe. Zum einen die Verletzungen von Führungsspielern wie Marius Hornschuh oder Flemming Monse, zum anderen die langwierigen Ausfälle von Sinan Hajra und Tobias Schipnik und mehrere Rotsperren – unter anderem für Abwehr-Ass Lars Jesinghaus. Einen weiteren Grund für die Misserfolgserie hat Lars Möske aber auch bei sich ausgemacht. „Nach der tollen Hinrunde habe ich das Training am Donnerstag gestrichen. Das war vielleicht ein Fehler von mir.“

An was erinnert sich der Trainer besonders gern? „Zweifellos das Abendspiel beim FSV Gevelsberg, das wir 3:2 gewonnen haben“, sagt Möske spontan. „Und, dass wir lange im Pokal mitgemischt haben und nur ganz unglücklich im Viertelfinale gegen Hohenlimburg ausgeschieden sind.“

Der VfB Schwelm

Hundertprozentig glücklich mit dem Saisonverlauf für seine Mannschaft war Marco Menge nicht. Der Trainer des Aufsteigers VfB Schwelm sieht seine Ansprüche nicht vollständig erfüllt, hat aber auch die Gründe erkannt. „Unter den Umständen, zum Beispiel der horrenden Zahl der eingesetzten Spieler, bin ich aber unterm Strich zufrieden“, so Menge. „Wir waren nicht breit genug aufgestellt.“ An dieser Stellschraube hat er bereits gedreht, für die neue Saison wird es neben einigen Abgängen auch eine Reihe von Verstärkungen geben. Zwei Höhepunkte bleiben Menge aus der abgelaufenen Spielzeit besonders in Erinnerung: „Die beiden Derbysiege gegen Voerde und die Tabellenführung Anfang September, mit der wir ins Schwelmer Heimatfest gegangen sind.“

Der FSV Gevelsberg

Wolfgang Hamann, der scheidende Coach des FSV Gevelsberg beginnt mit einer Gratulation an die Konkurrenz: „Glückwunsch an Voerde zum fünften Platz.“ Den hätte er mit seiner Truppe auch gern belegt, musste am Ende aber einer (zu) dünnen Personaldecke Tribut zollen. Als wichtigstes Ziel für die abgelaufene Saison hatte er ausgegeben, mehr Kontinuität ins Team zu bringen. Das ist letztlich auch weitgehend gelungen. „Wir haben nie unten gestanden, und lange Zeit oben um die Plätze eins bis fünf mitgespielt“, resümiert Hamann, der sich vor allem gern an einen starken Rückrundenstart erinnert. „Aber dann sind uns im Winter die Spieler ausgegangen.“ Das hatte seinen Grund darin, dass die Gevelsberger ihre zweite Mannschaft neu bestückten, nachdem die in der Hinrunde nur 14 Zähler geholt hatte. In der Rückrunde sammelte das Team von Trainer Patrick Kirschhofer dann auch doppelt so viele Punkte. „Der Zusammenhalt zwischen den beiden Teams war schon schön zu sehen“, stellt Hamann fest, der darüber hinaus den gelungenen Umbruch mit vielen jungen Spielern als erfreulichsten Moment der abgelaufenen Saison sieht.

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