Serie: Bye, bye Spax-Cup

Tottenham zeigt Interesse an Boers

Pfingsten 1988 – die Spieler des gastgebenden TuS Ennepetal laufen ein. Vorneweg der Offensivspieler Peter Boers, der von den Trainern während des Wettstreites zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Pfingsten 1988 – die Spieler des gastgebenden TuS Ennepetal laufen ein. Vorneweg der Offensivspieler Peter Boers, der von den Trainern während des Wettstreites zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Foto: Archiv / Bernd Richter

Ennepetal.   Ennepetaler der beste Spieler des Turniers 1988. Er stürmte viele Jahre für TuS, später in der Verbandsliga für den VfL Gevelsberg.

31 Jahre ist es her, die Erinnerungen sind aber noch frisch bei Peter Boers. Damals, 1988, spielt der TuS Ennepetal um Boers bei der zehnten Auflage des internationalen Pfingstturniers groß auf. Die von Werner Boldt trainierte Truppe scheiterte nur knapp, ein Spiel um die ersten vier Plätze zu bestreiten. Ein Halbfinale gab es seinerzeit noch nicht.

Doch die Ennepetaler begeistern an diesem Wochenende, als sie in der Vorrundengruppe den Vorjahressieger Bohemians Prag lange ärgern, gegen Standard Lüttich unentschieden spielen und dem späteren Turniersieger Kaiserslautern ein Remis abtrotzen. Ein Grund dafür war der starke Peter Boers, der am Ende der Tage über Pfingsten zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Mit Bravour aufgestiegen

„Wir haben das ganze Jahr auf das Turnier hingearbeitet und wollten uns gegen die namhaften Gegner beweisen“, erinnert sich Boers an das Turnier damals. Ein Vorhaben, dass dem Team, welches in der regulären Saison von der Kreisleistungsliga in die Bezirksliga aufstieg, mit Bravour gelang. Einen Klassenunterschied, wie er heutzutage deutlich erkennbar ist, gibt es 1988 nicht zu erkennen zwischen dem Gastgeber und dem Profi-Nachwuchs.

Boers zeigte sich in den drei Vorrundenspiele gegen die internationale Konkurrenz von seiner besten Seite und hinterließ einen blendenden Eindruck. Der Offensivspieler wurde während des Turniers sogar mit einem Interesse von Tottenham Hotspur, die in diesem Jahr ebenfalls im Bremenstadion zu Gast waren, konfrontiert. „Damals war Achim Münch Betreuer von Tottenham. Er hat mir erzählt, dass ich da wohl auf dem Zettel stand, das ist dann aber im Sand verlaufen“, sagt Peter Boers. Besonders traurig ist er darüber im Nachhinein aber nicht.

„Klar fragt man sich, was wäre wenn? Aber ich hatte und habe auch so ein gutes Leben“, sagt er. Nach dem Turnier wechselt er zum damaligen Verbandsligisten VfL Gevelsberg, drei Jahre spielt er beim damals höchstklassigsten Verein im Ennepe-Ruhr-Kreis. Danach zieht es ihn zurück an die alte Wirkungsstätte, noch heute ist er für die Alten Herren des TuS Ennepetal aktiv.

Schokolade zum Trost

Besonders in Erinnerung ist ihm vor allem dieses eine Jahr geblieben. „Das war eine ganz besondere Mannschaft, wir waren nicht nur eine Fußballmannschaft, wir waren alle untereinander befreundet und sind gemeinsam zur Schule gegangen“, schwelgt Boers in Erinnerungen. Der Ärger über das knappe Ausscheiden damals ist noch aus seiner Stimme zu hören. „Uns hat damals nur ein Tor gefehlt“, sagt er.

Genau dies – eine Platzierung unter den besten Vier – bleibt ihm und seiner Mannschaft aber verwehrt. Und so scheitern die Ennepetaler nach tollen Leistungen doch in der Gruppenphase. Trost gibt es von allen Seiten, noch in der Kabine fließen Tränen. „Als besonders nette Geste habe ich noch in Erinnerung, wie Margarete Schmelz, die Frau des damaligen Hausmeisters und Platzwartes Willi Schmelz, uns eine Tafel Schokolade zum Trost gebracht hat“, sagt Peter Boers.

Heute verfolgt er, wenn es ihm beruflich möglich ist, das Turnier. Da er noch beim TuS aktiv ist, hat er auch viel von der Begründung für das Ende des Turniers mitbekommen – und zeigt entsprechend auch Verständnis für die Entscheidung der Verantwortlichen. „Ich denke, es richtig, demnächst mit dem Turnier regionaler zu werden“, sagt Boers. Womit dann auch wieder die Chance für die Ennepetaler Junioren wächst, nach Peter Boers mal wieder den besten Spieler des Turniers zu stellen.

Kaiserslautern siegt drittes Mal

Übrigens sicherte sich im Jahre 1988 der 1. FC Kaiserslautern den Turniersieg – zum dritten Mal und war seinerzeit Rekordsieger im Bremenstadion. Ein Jahr später verteidigten die Pfälzer den Titel. Es war der vierte und letzte Turniersieg in Ennepetal für den Bundesliga-Nachwuchs. Tottenham Hotspur, Standrad Lüttich und der spätere Rekordsieger FC Schalke 04 landeten auf den weiteren Plätzen. Der Knappen-Nachwuchs sicherte sich sechsmal die Turniersiege – in 1983, 1985, 1995, 2000, 2009 und 2016.

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