Oberliga Westfalen

TuS Ennepetal hofft auf Vorteil durch großen Kader

Trainer Alexander Thamm hält seine erste Ansprache an die Spieler beim Trainingsstart des Oberligisten TuS Ennepetal im Bremenstadion.

Trainer Alexander Thamm hält seine erste Ansprache an die Spieler beim Trainingsstart des Oberligisten TuS Ennepetal im Bremenstadion.

Foto: Ulrich MittaG

Ennepetal.  Mit 21 von 27 Spielern ist der TuS Ennepetal am Dienstag in die Vorbereitung auf die kommende Oberliga-Saison gestartet.

Es ist vieles anders in dieser von Corona beeinflussten Zeit. Der Fußball bleibt da nicht verschont. So musste Thomas Riedel, Sportlicher Leiter des TuS Ennepetal, zum ersten Mal einen Spickzettel mit auf den Platz nehmen, als er die Spieler der Oberligamannschaft am Dienstagabend im Bremenstadion zum Trainingsstart begrüßte.

„Ich will keinesfalls etwas vergessen“, erklärte er, bevor er ausführlich das Hygienekonzept vorstellte und auf die Corona-Vorschriften des Landes und die Verbandsvorschriften en detail einging, um die Spieler zu sensibilisieren. Die Ansprache nutzte Riedel dann auch gleich, um den Spielern einen neuen „Kollegen“ auf dem Platz vorzustellen. Die Stadt hat nämlich für ihr Stadion einen Mähroboter angeschafft. Riedel: „Der sorgt dafür, dass der Rasen immer gleich hoch geschoren ist. Aber ihr dürft nichts auf dem Platz liegen lassen, damit der Roboter keinen Schaden nimmt.“

Großer Kader als Vorteil

Bevor er das Wort an Trainer Alexander Thamm weiter gab, stellte Riedel zum Sportlichen noch fest: „Wir haben einen großen Kader, aber das sehe ich als großen Vorteil, wo wir mit 20 anderen Mannschaften an den Start gehen.“ Thamm sieht es genauso und freute sich, dass 21 seiner insgesamt 27 Spieler zum Auftakt auf dem Platz waren. Es fehlten unter anderem Maik Bollmann (Urlaub), Neuzugang Adrian Schneider (nach Fuß-OP rekonvaleszent) und Masahiro Enjo (noch in Japan).

Mit dabei nach dem langen Lockdown von Mitte März bis Mitte Juni und drei Wochen Trainingspause ab dem 7. Juli war der langjährige Mannschaftskapitän Abdullah El Youbari. Der geht mittlerweile in sein elftes Jahr beim TuS. Auf die Frage, wie er es am Bremenplatz so lange ausgehalten habe, antwortete der mittlerweile 33-Jährige: „Die Frage ist doch eher: Wie hat mich der Verein solange ausgehalten?“ Dass die ungewöhnlich hohe Zahl von 40 Meisterschaftsspielen innerhalb von 33 Wochen Probleme bereiten und eine zu hohe Belastung sein könnte, glaubt El Youbari, der (bis jetzt) 173 Oberligaspiele für die Klutertstädter absolviert hat, nicht: „Wir haben doch alle Bock auf Fußball.“

Noch mehr Spiele in der höchsten Verbandsklasse hat der zweite „Dauerbrenner“ im Team, Torwart Marvin Weusthoff, im TuS-Trikot absolviert: 215 in sieben Jahren. Da machen sich El Youbaris lange Verletzungspausen zwischen 2014 und 2016 bemerkbar.

Neun Testspiele geplant

Über die Treue beider Akteure zum Verein freut sich unter anderem Thomas Riedel. „Es freut uns ganz besonders, dass sich Jungs wie Abi und Marvin auch weiterhin mit dem TuS identifizieren”, sagte der Sportliche Leiter schon anlässlich der Vertragsverlängerung der beiden. Riedel: „Das zeigt auch einmal mehr, dass es bei uns nicht nur im Sportlichen stimmt, sondern dass auch der Verein als Ganzes gesund ist. Stimmung und Atmosphäre bieten einen guten Rahmen, um mit Spaß und Freude Fußball zu spielen.”

Viel Fußball spielen ist auch wesentlicher Bestandteil des Trainingsprogramms von Alexander Thamm, der ankündigte, dass er seine Akteure mindestens drei, ab und zu auch vier Mal pro Woche auf den Platz bitten wird. „Nach der langen Spielpause wollen wir viel Fußball spielen, auch elf gegen elf im Training, um wieder Spielpraxis zu bekommen“, erläuterte der Coach. So sind auch die neun geplanten Testspiele bis Ende August zu sehen, zu denen noch bis zu drei Kreispokal-Spiele kommen können.

Thamm erwartet durchaus noch die eine oder andere Corona-bedingte Regeländerung aus Richtung der Politik und stellte fest: „Wir sind keine Politiker, wir sind Fußballer und müssen uns danach richten, was entschieden wird. Wir müssen es nehmen, wie es kommt.“ Großer Streitpunkt ist derzeit die Zahl der Spieler, die eine Mannschaft aufbieten darf. Während die Fußballregeln 18 Spieler pro Team zulassen, lässt die Corona-Schutzverordnung maximal 15 zu.

Einen bisher in Ennepetal nicht bekannten Service will der TuS in der neuen Saison vor allem den Zuschauern bieten: Die Trikots sollen mit Namen beflockt werden. Bei der Auswahl des Dresses dürfen die Spieler mitentscheiden – die Musterstücke lagen beim ersten Training zur Begutachtung bereit. Doch das war am Dienstagabend zunächst Nebensache. Die Spieler lechzten nach dem Ball...

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