Eklat bei Testspiel

Gevelsberger Fußballer werfen Concordia Hagen Rassismus vor

Veysel Akzizgöz FC Gevelsberg-Vogelsang.

Veysel Akzizgöz FC Gevelsberg-Vogelsang.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de / WP

Gevelsberg.  Beim Testspiel zwischen dem FC Gevelsberg-Vogelsang und dem SC Concordia Hagen soll es zu einem Eklat gekommen sein. Hagen distanziert sich.

Zehn Minuten sind noch zu spielen, da versucht Veysel Akzikgöz seinen Gegenspieler zu stellen. Der Außenverteidiger des FC Gevelsberg-Vogelsang setzt zur Grätsche an, um die Situation für den B-Ligisten zu klären. Da trifft er den Knöchel des Spielers vom SC Concordia Hagen. „Aus Versehen, ich wollte den Ball spielen”, sagt er. Was dann gefolgt sein soll, sei ein echter Eklat: Akzikgöz wurde rassistisch beschimpft, es kam zu einer Rudelbildung – bei einem Fußball-Test in der Saisonvorbereitung.

„Sprüche“ von Auswechselbank

Lange soll es nach der Aktion nicht gedauert haben, als von der Auswechselbank der Hagener eindeutige Sprüche in Richtung des 20-jährigen Türken kamen. „Scheiß Türke” soll von der Bank der Concorden unter anderem zu vernehmen gewesen sein. Dabei war das Foul, das der Außenverteidiger für gar nicht so besonders hält, keine böse Absicht. „Ich habe seinen Knöchel leicht gestreift”, sagt Akzikgöz. Eine Absicht war das laut seiner Aussage nicht, als böse empfand er dagegen die Reaktion, die auf das Foul folgte.

Denn Zuschauer und Spieler, die sich auf oder neben der Bank des Hagener A-Ligisten aufhalten, sollen auf Akzikgöz losgestürmt sein, einige seiner Mitspieler stellten sich vor ihn. „Da wurde ich nicht wegen dem Foulspiel, sondern wegen meiner Herkunft beschimpft”, sagt er. Auch gegen der Trainer von Concordia Hagen erhebt Akzikgöz schwere Vorwürfe, denn dieser habe nach seiner Wahrnehmung dazu aufgefordert, Akzikgöz „umzutreten.”

Souveräner Schiedsrichter

Der Schiedsrichter der Partie, Murat Yurdalan, habe die Situation souverän geklärt, trug aber von rassistischen Äußerungen nichts in den Spielbericht ein. Vermutlich aber nur, mutmaßen die Vogelsanger, weil er sie nicht gehört habe. Doch gleich mehrere Spieler vom FC aus Vogelsang bestätigen die Vorkommnisse auf der Bezirkssportanlage Emst am vergangenen Sonntag.

Bezüglich der Leistung des Schiedsrichters hat Maximilian Finke, Vorsitzender von Concordia Hagen, eine andere Meinung als die Gevelsberger: „Es war viel Härte im Spiel, das hätte der Schiedsrichter früher unterbinden müssen.“

„Ich verstehe das nicht, schließlich hat mein Mitspieler Philipp (Wiesner; Anm. der Red.) auch Gegenspieler gefoult. Da kam aber ich nichts”, sagt Veysel Akzikgöz. Er selbst ist den rauen Ton auf dem Platz gewohnt, normalerweise macht ihm das nichts aus. Aber was zu viel sei, sei eben zu viel. „Er hatte nach dem Spiel Tränen in den Augen”, sagt sein Trainer Thomas Jakobi. Nach der Rudelbildung ging das Spiel normal weiter, die Aufregung legte sich wieder, bis zum Spielende blieb es ruhig.

Gemeinsam mit seinen Mitspielern verließ der Gevelsberger das Spielfeld, was auch seinem Schutz gedacht war. Akzikgöz ging nicht auf die Äußerungen seiner Gegenspieler ein. „Ich denke, die Leute die mich beschimpft haben, wissen einfach nicht, was solche Äußerungen für Auswirkungen haben können”, sagt Akzikgöz. Er selbst nahm sich das, was die Spieler aus Hagen ihm gesagt haben sollen, sehr zu Herzen, ihn beschäftigt der Vorfall.

„Wir stehen gegen Rassismus auf“

„Meine Mitspieler, mein Kapitän, mein Trainer, ich und der gesamte Verein stehen gegen Rassismus auf”, sagt der 20-Jährige. Ähnliches sagt auch Maximilian Finke als Vertreter der Concorden. „Wir haben intern Gespräche mit einzelnen Spielern geführt und ihnen mitgeteilt, dass sich sowas nicht gehört“, sagt Finke. Er persönlich habe aber keine rassistischen Äußerungen vernommen, allerdings stand Finke auch auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes. „Es gab Wortgefechte, die sind aber normal im Fußball. Ich denke nicht, dass rassistische Äußerungen getätigt wurden“, sagt Finke. Geduldet sind die bei Concordia ohnehin nicht. „Wir haben auch Mitglieder mit einem ausländischen Pass im Verein“, sagt er. Eins steht in jedem Fall fest: Die beiden Kreisligisten werden sich so schnell nicht wieder für ein Testspiel verabreden.

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