Fußball-Nachwuchs

Wenn die Eltern mit dem Kinde

Stets im Mittelpunkt: BVB-Maskottchen „Erwin“.

Stets im Mittelpunkt: BVB-Maskottchen „Erwin“.

Foto: Marinko Prša

Ennepetal.  Mannschaften mit Eltern und Kindern gemischt treten gegeneinander an – beim TuS Ennepetal stehen die Familie und der Spaß im Vordergrund.

In den verschiedenen Hüpfburgen auf der Asche neben dem Rasenplatz des Bremenstadions kreischen Kinder, auf dem Bungee-Trampolin machen welche Saltos und am Foodtruck ist eine Schlange. In Ennepetal fand zum dritten Mal der Family-Cup statt. Es treten bei dem Turnier, bei dem der TuS Ennepetal ein Standort unter mehreren anderen ist, Mannschaften gegeneinander an, die aus einer Mischung aus Jung und Alt bestehen. Im Fokus der -Veranstaltung stehen die Familie und der Spaß.

Namen sucht jeder selbst aus

Während auf dem Rasenplatz und dem daneben liegenden Kunstrasen Spiele stattfinden, sitzt auf den Steinstufen am Kunstrasen Lina Burda, die ein Kind auf den Armen schaukelt. Sie, die Väter und die Kinder tragen T-Shirts mit der Aufschrift des Namens ihrer Mannschaft: „Real Litätsverlust.“ Jede Mannschaft suchte sich vor Beginn des Turnieres den Namen selbst aus.

Die Mutter sagt, dass die Kinder gerne Mal die Realität verlieren würden. Denn entweder denken sie, sie hätten schlecht gespielt, obwohl sie das gut gemacht hätten oder umgekehrt. Die Kinder verstanden den Namen nicht und ihnen musste er erst erklärt werden. Lina Bruda sagt: „Die Kinder haben erstmal gefragt, warum wir so heißen. Wir mussten ihnen das erklären, weil sie das nicht verstanden haben.“ Ihrem Sohn erklärte sie es damit, dass wenn er ihr sagen würde, dass sein Zimmer aufgeräumt ist, sie hochkommt und sieht, dass es nicht so ist, er die Realität verloren habe.

Bei der Anmeldung, beschreibt sie, haben die Trainer der anderen Mannschaften gelacht und den Namen gut aufgenommen. Einmal im Turnier verlor ihre Mannschaft die Realität des Familienturniers aus den Augen. In einem Spiel sei einer der Erwachsenen aus ihrer Mannschaft mit jemanden aus der anderen Mannschaft aneinander geraten. Es kam zu einer kleinen Reiberei.

Lina Bruga kommt aus Radevormwald und ist für die Teilnahme der Mannschaft „Real Litätsverlust“ verantwortlich. Ihr Sohn wechselt zur kommenden Saison nach Ennepetal und sie ist dadurch auf den Family-Cup aufmerksam geworden. „Das Turnier ist schön. Sonst haben wir nicht die Chance, dass alle Altersklassen zusammenspielen und die Kleinen müssen den Großen zuschauen“, sagt sie.

Durch die Lautsprecher ertönt die Stimme von Lutz Otto. Er ist einer derjenigen, die das Turnier organisieren. Er ruft die Namen der Mannschaften auf, die als nächstes spielen werden. Mit dabei sind die „Flitzraketen“ oder die „Holland Connection“. Otto sitzt im Tower und erklärt, dass das „Team Münsterland“ und das der „Jungen Löwen ETSC“ Beispiele sind, die es hervorzuheben gilt. In einer Szene, begründet er, sei ein Kind auf einen Erwachsenen zugelaufen. Der Erwachsene von den „Jungen Löwen“ hätte das Kind nicht geblockt, sondern durchgelassen. Er schließt, dass er sich das so auch wünschen würde. Für ihn, der die Namen der Mannschaften alle mehrmals vorlesen und durchsagen muss, ist die Mannschaft „Real Litätsverlust“ der beste unter den teilnehmenden Mannschaften.

Sieger ist „Weltmeister 2030“

Der BVB-Family Cup wird in sieben Städten in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen ausgetragen. Ein Team kann bis zu 15 Spieler benennen, Erwachsene können dabei immer nur gemeinsam mit Kindern antreten. Die Sieger der sechs Turniere spielen in Dortmund den Sieger aus und besuchen ein Heimspiel, bei dem der Sieger geehrt wird

Gewonnen hat übrigens eine Mannschaft mit dem ambitionierten Namen „Weltmeister 2030“ aus dem Münsterland. „Ich finde es einfach toll, dass wir mit diesem Turnier auch einen Wettstreit für die jüngeren Jahrgänge etablieren können“, sagt Lutz Otto. In Ergänzung zum „Wintercup“ – ebenfalls für jüngere Jahrgänge zwischen Minikicker und D-Junioren – stellt diese eine weitere breite Angebot-Palette des TuS Ennepetal dar.

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