Handball

„Wert auf Ordnung und Respekt gelegt“

Werner Tweer, seit Mai wieder im Handball-Vorstand der TG Voerde.

Werner Tweer, seit Mai wieder im Handball-Vorstand der TG Voerde.

Foto: Hans-Jochem Schulte / Archiv

Ennepetal.  Seit Mai hat sich Werner Tweer wieder in die Pflicht nehmen lassen – im Handball-Vorstand der TG Voerde.

Eigentlich wollte er sich zur Ruhe setzen, kein Amt mehr annehmen. Doch als ihn die Handballer der TG Voerde fragten, ob er sich nicht doch noch einmal helfend im Vorstand engagieren möchte, hat er noch einmal zugesagt: Werner Tweer, viele Jahrzehnte Schiedsrichter bis zur Regionalliga, Länderspiele hat er ebenfalls gepfiffen, mehrfach hoch dekoriert.

Frage: Wie kam es dazu, sich doch noch für den Handball-Vorstand in der TG Voerde zu engagieren?

Wir haben ein besonderes Jahr vor uns, in dem auch viele Kleinigkeiten zu organisieren sind. Da helfe ich gerne. Schließlich bin ich seit dem vergangenen Mai nur ein erweitertes Mitglied im Vorstand. Als Spielwart und als Schiedsrichterwart – und nicht in vorderster Reihe.

Was kommt in diesem Jahr auf die TG Voerde zu?

Alleine, dass es bei uns seit 50 Jahren Damen-Handball gibt, ist ein besonderer Moment. Das wird auch beim Turnier Ende des Monats in der Reichenbach-Halle zu tragen kommen. Da gilt es beispielsweise, eine Tombola zu organisieren, aber auch für die anstehende Saison ein Vereinsheft auf die Beine zu stellen.

Die Damen sind gerade in die Bezirksliga aufgestiegen und bereiten sich intensiv auf das neue Abenteuer vor. Kommt das gerade recht zum Gold-Jubiläum?

Na ja, dass kann man so oder so sehen. Sicher ist für mich, dass es für die Bezirksliga-Damen eine schwere Saison wird. Ich meine, dass alles andere als ein Nicht-Abstieg als ein Erfolg zu sehen ist. Wir spielen in der Industrie-Gruppe. Und die ist erheblich stärker einzuschätzen als die Gruppe in Südwestfalen.

Die Damen sind Meister der Kreisliga geworden, waren als einziges Damenteam für die TG Voerde aufgelaufen. Es hat Zeiten gegeben, in denen auch eine zweite Mannschaft im TGV-Dress gespielt hat.

Das wird in diesem Jahr auch so sein. Für die Kreisliga wird neu eine zweite Mannschaft der TG Voerde gemeldet. Die Truppe setzt sich zusammen aus ehemaligen Spielerinnen der HSG Gevelsberg-Silschede, die als zweite Mannschaft um Cornelia Adelstamm abgestiegen ist.

Die Herren haben in der Landesliga mit einem hervorragenden dritten Platz abgeschlossen. Wie sehen Sie die kommende Saison für die Schützlinge von Trainer Paukstadt?

Wir sind nicht zu euphorisch und haben nicht als Ziel, erneut den dritten Platz zu erreichen. Wenn es doch klappt, wäre das schön und würden wir gerne mitnehmen. Wir hatten eine ordentliche Saison. Das soll auch die kommende Spielzeit sein. Man muss einfach von Spiel zu Spiele sehen, wie sich die Mannschaft entwickelt. Schließlich wissen wir alle, dass eine zweite Spielzeit nach einem Aufstieg die schwerere ist. Darauf müssen wir uns einstellen.

Hatten Sie in der vergangenen Meisterschaft oft die Gelegenheit, die TGV-Herren zu sehen? Wie wird es in der anstehenden Saison sein?

Da muss ich passen. Ich bin im Bezirk noch als Schiedsrichter-Beobachter unterwegs. Wochenende für Wochenende. Das hat Priorität. Und die Beobachtungen kollidieren mit den Spielen unserer Herren.

Wie sehen Sie das Niveau unserer Schiedsrichter beziehungsweise der Schiedsrichter, die Spiele in unseren Gefilden leiten?

Das kann und will ich pauschal nicht beantworten. Es kommt auf die Persönlichkeit an. Außerdem gibt es bei Schiedsrichtern unterschiedliche Tagesformen. Dann spielen Routine und Erfahrungen eine Rolle. Und je nach Liga auch, ob der- oder diejenige alleine oder im Gespann die Begegnung leitet.

Sie haben einen großen Erfahrungsschatz als Schiedsrichter. Können Sie dem Schiri-Nachwuchs denn Tipps geben?

Alles hat zwar seine Zeit, doch ich habe immer großen Wert auf Ordnung und Respekt gelegt. Wenn ich auf dem Platz war, dann war ich 60 Minuten der Chef auf dem Platz. Allerdings habe ich auch immer gesagt, dass ich nicht die Regeln gemacht habe, sondern diese nur auslege. Und: Nur ich lege die Regeln im jeweiligen Spiel aus. Nach dem Spiel kann man gerne miteinander quatschen und ein Bierchen miteinander trinken.

Also einst ein strenger Schiedsrichter Werner Tweer?

Ich hatte meine Linie. Und wem das nicht passte, bekam das durchaus zu spüren. Einmal musste ich sogar meine Frau Barbara des Feldes verweisen (lacht).

Ist es schwer, den Nachwuchs als Schiedsrichter zu gewinnen?

Es ist in der Tat schwer, neue Schiris zu finden. Wir und die Vereine müssen immer wieder appellieren, sich als Schiedsrichter zu melden. Klar ist aber auch, dass nicht jeder dieses Amt übernehmen kann. So muss beispielsweise ein gewisses Selbstbewusstsein vorhanden sein.

Was passiert, wenn Vereine nicht genügend Schiedsrichter gemäß ihrer Anzahl an Mannschaften stellen können?

Früher gab es mal einen Passus in der Schiedsrichter-Ordnung, dass Vereine mit zu wenigen Schiedsrichtern keine Test- oder Turnierspiele bestreiten dürfen. Diesen Passus gibt es nicht mehr. Neu ist, dass bei zu wenigen Schiedsrichtern Strafe gezahlt werden muss. Unter Umständen kann der Schiri-Mangel bei der einen oder anderen Mannschaft zu Punktabzügen führen.

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