Basketball

„Wir sind skeptisch“ - TG Voerde schließt Rückzug nicht aus

Anderthalb Meter Abstand sehen anders aus: Lukas Erdhütter, Spieler der Landesliga-Herren der Basketballabteilung der TG Voerde, in einem Spiel der Vorsaison gegen den SV Haspe. Ob die TG in der kommenden Spielzeit den Ligabetrieb aufnimmt, steht noch nicht fest.

Anderthalb Meter Abstand sehen anders aus: Lukas Erdhütter, Spieler der Landesliga-Herren der Basketballabteilung der TG Voerde, in einem Spiel der Vorsaison gegen den SV Haspe. Ob die TG in der kommenden Spielzeit den Ligabetrieb aufnimmt, steht noch nicht fest.

Foto: Marinko Prša / WP

Ennepetal.  Die Offiziellen der TG Voerde halten den Umgang mit dem Coronavirus für unverantwortlich. Eltern der Jugendspieler melden Bedenken an.

Spricht man Martin Schrader auf den Basketball-Saisonstart in den unterklassigen Ligen an, wirkt der Sportwart und Damentrainer der TG Voerde besorgt. Zwar nehmen derzeit allerorts nahezu alle Sportarten den Regelbetrieb nach dem Corona-Lockdown wieder auf, doch die Umstände lassen die Verantwortlichen der Voerder Basketballabteilung nicht unberührt.

„Die aktuelle Entwicklung bereitet uns im Verein zum Großteil schon Sorgen“, erklärt der Trainer der Landesliga-Damenmannschaft aus Ennepetal. Denn: So richtig können sich die Mitglieder der Voerder Basketballabteilung noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, in absehbarer Zeit wieder in den geregelten Spielbetrieb zu starten.

Regeln über den Haufen werfen?

Der Abteilungsvorstand hat im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sportvereinen in der Umgebung eine deutlich konservativere Haltung im Umgang mit der aktuellen Corona-Situation: „Wir sind im Vorstand überwiegend der Meinung, dass es unvernünftig ist, wieder durch ganz NRW zu reisen und Pflichtspiele zu absolvieren. Aus unserer Sicht macht das angesichts der Umstände wenig Sinn“, so Schrader.

„Wir fragen uns einfach, ob es sein muss, dass wir alle Regeln, die wir sonst im Alltag beachten müssen, für zwei Stunden in einem Basketballspiel über den Haufen werfen. Keine Masken, kein Abstand und dann soll das alles noch auf relativ engem Raum in einer Sporthalle stattfinden. Wir sind da sehr skeptisch“, erklärt das TGV-Vorstandsmitglied.

Die Überlegungen der Voerder Basketballabteilung gehen derzeit sogar so weit, dass Schrader es nicht für ausgeschlossen hält, alle Mannschaften vom Spielbetrieb der kommenden Saison abzumelden.

„Wir haben die Mannschaften erstmal gemeldet, weil wir ja vor ein paar Wochen noch überhaupt nicht absehen konnten,wie sich die Situation entwickelt. Mittlerweile muss man aber sagen, dass es für unseren Geschmack etwas schnell geht mit den Lockerungen. Und das sieht man ja auch an anderen Mannschaften in ganz verschiedenen Sportarten. Das Risiko ist einfach hoch, sich zu infizieren und das Virus weiterzutragen“, erklärt Schrader die Beweggründe der TG-Überlegungen.

Den aktuellen Trainingsbetrieb mit der Landesliga-Damenmannschaft, deren Trainer Schrader selbst ist, gestaltet das Team derweil ebenfalls anders als viele andere Teams: „Wir treffen uns einmal in der Woche und trainieren mit ausreichend Abstand an der frischen Luft. In meinem Team sind viele Frauen, die das Risiko einer Infektion einfach gering halten wollen, weil sie Mutter sind oder Verwandte und Freunde haben, die zur Risikogruppe gehören. Daher haben wir uns dazu entscheiden, nicht in die Halle zu gehen und dort auf engstem Raum ein normales Basketball-Training durchzuführen“, erklärt Schrader.

Eltern machen Bedenken deutlich

Auch bei den Eltern der Jugendmannschaften gibt es derweil viele Bedenken, was den für November geplanten Saisonstart angeht: „Die Meinungen sind da natürlich auch etwas gespalten. Der Großteil sagt aber, dass ein Spielbetrieb in der Liga unvernünftig ist. Und wir als Verein sehen das genauso. Daher müssen wir mal abwarten, ob es wirklich Sinn macht, mit den Junioren in die Saison zu starten“, so der TGV-Verantwortliche.

Sollte die Saison in den verschiedenen Klassen tatsächlich Anfang November starten, hält es Schrader für möglich, „zu den ersten Spielen einfach nicht anzutreten und dann zu schauen, ob es zu einem erneuten Lockdown kommt. Eine finale Entscheidung werden wir im Vorstand noch treffen.“

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