Ironman

Ziel nach emotionaler Achterbahn erreicht

Der Rettungsschwimmer der DLRG Ennepetal, Stefan Stubner, überquert nach 11:36:25 Stunden nach hartem Kampf überglücklich die Ziellinie.

Der Rettungsschwimmer der DLRG Ennepetal, Stefan Stubner, überquert nach 11:36:25 Stunden nach hartem Kampf überglücklich die Ziellinie.

Foto: Verein

Ennepetal/Hamburg.  Vom Rettungsschwimmer zum Ironman: Stefan Stubner hat es in Hamburg gewagt – und nach einer emotionalen Achterbahn gewonnen.

Eigentlich ist das Retten aus dem Wasser sein Metier. Stefan Stubner ist Rettungsschwimmer, Trainer und Geschäftsführer der DLRG Ortsgruppe von Ennepetal. Jetzt hat sich der Athlet an einen Triathlon gewagt – und den Ironman in Hamburg gemeistert. 11:36:25 Stunden benötigte er für 3,8 Kilometer Schwimmen, 183 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf.

Während des Tages durchlebte der 45-Jährige die unterschiedlichsten Emotionen. Quasi vom Erfolgsrausch bis zum Frust, der fast zur vorzeitigen Aufgabe führte, war alles dabei. Klasse lief es beim Start, in der ersten Disziplin. „Im Wasser spürte ich, dass diese Disziplin gut lief“, so Stubner. So war das Schwimmen durch die Binnen- und Außenalster zurück zum Rathausplatz besser als erwartet. Die 57:32 Minuten bedeuteten den fünften Platz seiner Altersklasse.

Erster Rückschlag in Wechselzone

Dann der erste Rückschlag. In der Wechselzone zum Rad vergaß der „Rookie“ seine Startnummer. Der Ennepetaler war bereits auf der Strecke, als er dieses Fehler bemerkte. Zurück zum Start, Startnummer anlegen, verspätet ging es also auf die 183 Kilometer lange Radstrecke. Wegen der angesagten Temperaturen folgte Stubner dem Rat seines erfahrenen Triathlon-Freundes und Ironman, Florian Hanakam. So ging er die erste von beiden Runde bei kühleren Graden schneller an. Stubner schaffte auf der ersten Runde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 36 Kilometern pro Stunde. Etwas zu schnell, wie sich in der zweiten Runde zeigte. Er musste das Tempo mehr reduzieren als geplant, da die Oberschenkel anfingen, Probleme zu machen. Immerhin reichte es für 5:42:58 Stunden.

Weiter ging es zum Marathon, wo sich bereits nach drei Kilometern der Magen bemerkbar machte. Jetzt ging die emotionale Achterbahn so richtig los – zumal die Übelkeit den Rettungsschwimmer in der zweiten von vier Runden immer wieder dazu zwang, zwischen Gehen und Laufen zu wechseln. In der dritten Runde gesellten sich zur Übelkeit noch leichte Kreislaufprobleme. Stubner dachte an Aufgabe. „In diesem Moment wurden meine Begleiter an der Strecke zu meiner größten Stütze“, erklärt der Triathlet. „Sie brachten mich immer wieder dazu, den inneren Schweinehund zu überwinden.“

So gelangte der 45-Jährige durchs Ziel, die Uhren blieben bei 11:36:25 Stunden stehen – der 106. Platz in der Klasse der 45- bis 49-Jährigen bei 311 gestarteten Läufern dieser Klasse. Überglücklich und mit Tränen in den Augen hörte der Ennepetaler von seinen Unterstützern lautstark: „Stefan Stubner you are an Ironman“.

Bereits zwei Tage vor dem Start reiste der Rettungsschwimmer an die Alster nach Hamburg, um sich für den Start seines ersten Ironmans zu registrieren und seine Startunterlagen abzuholen. Hinter ihm lagen da bereits unzählige Trainingseinheiten über Wochen und Monate.

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