Schwimmen

Deutsche Elite gibt sich German Open in Essen die Ehre

Freistilschwimmer Poul Zellmann will sich auf ungewohnten Rücken-Lage beweisen.

Freistilschwimmer Poul Zellmann will sich auf ungewohnten Rücken-Lage beweisen.

Foto: Thomas Stuckert

Essen.   Gastgeber stellt zwei WM-Starter. Im Rüttenscheider Bad ist auch Qualifikation für Südkorea möglich. Nachwuchs strebt internationale Aufgaben an.

Das wird eine Abschiedsvorstellung par excellance. Das Schwimmzentrum in Rüttenscheid wird demnächst für fünf Monate dicht gemacht, weil das Bad dringend saniert werden muss. Doch bevor es soweit ist, wird an diesem Wochenende noch ein Glanzlicht gezündet. Von Freitag bis Sonntag finden dort die German Open statt, die vom Weltverband FINA auf die Liste der Qualifikationswettkämpfe für die Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gwangju (21.-28.Juli) gesetzt worden sind.

SG Essen ist mit zwei WM-Teilnehmern am Start

Theoretisch hat die Elite also noch einmal die Chance, sich für den Saisonhöhepunkt zu empfehlen, obwohl das Zeitfenster für die WM-Qualifikation Ende April geschlossen wurde. Von der SG Essen sind vier Schwimmer bei der WM dabei: Marius Kusch (100m-Schmetterling) und Max Pilger (200m-Brust) haben die Einzelnorm erfüllt. Die Freistil-Spezialisten Damian Wierling und Poul Zellmann sind zunächst für die Staffeln gesetzt.

Die entscheidende Hürde ist genommen, jetzt gilt es, sich auf den globalen Wettstreit vorzubereiten. „Wir sind mit Blick auf die WM bereits im Neuaufbau, so dass Damian und Poul aus dem vollen Training heraus starten“, sagt Nicole Endruschat, Cheftrainerin am Essener Bundesstützpunkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Wierling und Zellmann eine Norm unterbieten, ist deshalb gering. Als Lokalmatador ist man aber natürlich dabei, die beiden haben aber auch Strecken gewählt, die sie sonst nur vom Beckenrand aus beobachten. So wollen sie sich auch mal auf der Rücken-Lage beweisen.

Max Pilger trainiert für einige Wochen in Australien

Gleichwohl ist es nicht ganz so unwahrscheinlich, dass die Wierling und Zellmann in Gwanju neben auch in einem Einzelrennen an den Start gehen – wenn sie schon mal vor Ort sind. Die erforderliche internationale FINA-A-Norm hätten sie erfüllt.

WM-Starter Max Pilger befindet sich aktuell in einem Trainingslager in Australien Den Kontakt zur dortigen Elite knüpfte der Brustschwimmer 2017, nun wurde wer erneut nach Sydney eingeladen. Marius Kusch, der als erster über 100m-Schmetterling die WM-Norm erfüllte, lebt und studiert ohnehin in den USA.

Lisa Höpink, die über 100-Freistil nur um drei Hundertstel an der WM-Quali gescheitert ist, zählt ebenfalls zu den Trümpfen, die die SGE am Wochenende ziehen kann. Sie hofft noch auf eine Nominierung für die Universiade.

Dreitägiges Event mit über 600 Aktiven und 3000 Starts

Mehr als 600 Sportler aus 80 Vereinen werden in Essen über 3000 Starts absolvieren, was für Cheforganisator Bernhard Gemlau kein Problem sein sollte. Der SGE-Vorsitzende ist wahrlich erfahren in der Ausrichtung von Großereignisse. Die Gästeliste ist prominent besetzt. Marco Koch und Reva Foos (beide Frankfurt) sind ebenso WM-Starter wie Marie Pietruschka (Leipzig), Christian Diener (Potsdam), Jessica Steiger (Gladbeck) und Laura Riedemann (Halle.).

Für den Nachwuchs sind die German Open der letzte Termin, um sich für die Jugend-EM im russischen Kazan (1.-7.Juli) zu qualifizieren oder für die Jahrgangs-DM in Berlin Ende Mai. Miki van Loock (SGE) wird es über 100m-Rücken probieren, Rosalie Kleyboldt (Wiesbaden), die am Bundesstützpunkt trainiert, über 100m- und 200-m-Freistil sowie über 100m-Schmetterling.

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