RWE-Kolumne

Die „goldene Ananas“ kann bei RWE im Gemüsefach bleiben

Die Fans an der Hafenstraße freuen sich auf die Aachener Alemannia am kommenden Samstag.

Die Fans an der Hafenstraße freuen sich auf die Aachener Alemannia am kommenden Samstag.

Foto: Michael Ketzer/FFS

Essen.  Es ist Herbst – und die Essener mischen immer noch an der Tabellenspitze mit. Freude über die drei Punkte beim WSV und die Rückkehr des „Langen“.

Mitte Juni war es, als uns alle die Nachricht erreichte, dass Philipp Zeiger quasi aus dem Nichts für unbestimmte Zeit ausfallen wird. Eine Stoffwechselerkrankung der Grund dafür, dass es auch keine genau Prognose darüber geben konnte, wann (und ob überhaupt) Philipp Zeiger wieder in den Leistungssport zurückkehren kann und wird. Vergangenen Sonntag, da war es dann wieder soweit: Der „Lange“ stand zum ersten Mal wieder im Kader des RWE. Anfang Oktober mit leichtem Lauftraining zurück im Training, kämpfte er sich bis auf den für Fußballer so wichtigen DIN-A4 Zettel mit den Aufstellungen zurück.

Die beste Nachricht an diesem Wochenende, sollte die Gesundheit eines Jeden doch stets über den sportlichen Erfolg gestellt werden. Ok, die drei Punkte aus dem Spiel am Wuppertaler Zoo sind natürlich auch nicht zu verachten. Ach, was schreibe ich: Sie sind so unglaublich wichtig! Einigen wir uns also darauf, dass für den RWE und für uns als Fans beide Ereignisse eminent wichtig sind. Gerade im Falle von Philipp Zeiger aber auch noch mal die Botschaft an alle, denen es nicht so gut geht: Es lohnt sich immer zu kämpfen.

Unter Christian Titz macht gefühlt fast alles Sinn

Oder sich Hilfe zu holen, wenn man erkennt, dass es auch mal nicht so gut geht. Bei diesen Gedanken spielt natürlich auch der Todestag von Robert Enke eine Rolle. Gedenken wir seiner und erwarten wir gerade von unseren Helden in Stutzen nichts Übermenschliches. Übermenschliches hat sich in Wuppertal nun nicht gerade zugetragen, aber doch gab es etwas, was es bei Rot-Weiss Essen noch nicht lange zu bestaunen gibt: Ein zäh gestaltetes Spiel in der üppig ausgestatteten Nachspielzeit zu gewinnen. Ja, echt jetzt!

Dass das Tor durch einen kurz vorher eingewechselten Spieler erzielt wurde, machte natürlich auch wieder Sinn, wie unter Christian Titz gefühlt fast alles Sinn zu machen scheint: Torschütze Selishta war somit der einzige, der kurz vor Abpfiff den langen Sprint über das ganze Spielfeld Richtung eigene Fans bewältigen konnte. Alle anderen hatten sich in harter Arbeit an tapfer aufspielenden Wuppertalern abgearbeitet. Der WSV hat nicht seinen Tabellenplatz auf dem Spielfeld abgeliefert. Es bleibt nun zu wünschen, dass der WSV seine finanziellen Probleme in den Griff bekommt und nicht den Wattenscheider Weg gehen muss. Denn das wäre für den RWE dann doch des „Guten“ zu viel an sportlicher Ungerechtigkeit.

Die erste Saisonniederlage für den SC Verl

Aber, soweit wird es hoffentlich nicht kommen. Wozu es jedoch kam, und dass ließ schon am Samstag ein kleines Strahlen zu, war die erste Saisonniederlage des SC Verl. Die tapferen Kellerkinder des VfB Homberg waren es, die den Pokalhelden mal gezeigt haben, wo der Regionalligafrosch die Locken hängen hat. Möglicherweise legt der SC Verl nun beim Verband Beschwerde gegen diese Niederlage ein, ist man doch durch die Spielabsage gegen die Zwote des BVB aus dem Spielrhythmus gekommen…!

Durch die Niederlage des SC Verl ist die Tabellenspitze der Regionalliga West weiter zusammen gerückt, wurde in der Spitze einmal mehr breiter, um mal eine moderne Fußballfloskel anzuwenden. RWO und Zweitkölner hängen mit uns ab, während selbst Jungborussen oder auch die Aachener nicht allzu weit entfernt sind. Das wird noch ein heißes Rennen bis zur Winterpause.

Aber, und oooh, wie ist das schön: Es ist Herbst. Und wir mischen noch mit. Im Herbst! Die goldene Ananas kann zunächst einmal in aller Ruhe im Gemüsefach verweilen. Meinetwegen auch eines Tages auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Unser RWE ist wieder da. Platzo ist wieder da. Der Lange ist wieder da. Wunderbar.

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