Die RWE-Fans tun es immer und immer wieder aus Liebe

An der Hafenstraße soll diesmal die Zahl von 5000 Dauerkarten geknackt werden – so die Hoffnung des Vereins.

An der Hafenstraße soll diesmal die Zahl von 5000 Dauerkarten geknackt werden – so die Hoffnung des Vereins.

Foto: Michael Ketzer/FFS

Essen.  Der Ansturm auf die RWE-Dauerkarten an der Hafenstraße ist ungebrochen. Kolumnist Uwe Strootmann geht den eigentlichen Gründen auf die Spur.

Man neigt ja dazu, die britische Rockband „10cc“ auf den Schmachtfetzen „I’m Not in Love“ zu reduzieren. Weit gefehlt, gab es doch mindestens noch „Dreadlock Holiday“. Dann verließen uns leider weitestgehend die Erinnerungen an diese Band aus den 1970er Jahren. Bis wir auf den Song „The Things We Do For Love“ stießen. Mag nun „I’m Not In Love“ eher dem benachbarten Bundesligisten und der Beziehung zu seinen Fans gewidmet sein, so ist „The Things We Do For Love“ aktuell der ultimative Soundtrack für den RWE und seine Fans. Die Fans in Rot, sie tun weiter so viel Dinge aus Liebe, so dass man fast von einer einseitigen Beziehung sprechen könnte.

Schließlich hat der RWE auf dem Feld schon lange nicht mehr für eine stabile Beziehung, oder wenigstens für ein Gleichgewicht in der Partnerschaft gesorgt. Macht aber auch nichts: Fans denken selten rational, handeln zumeist nach kurzer Phase intensiver Enttäuschung wieder voller Inbrunst und Zuneigung. Handeln ihren eigenen Vertrag für die kommende Saison mit sich und der eigenen Fanseele aus. Ist der Vertrag dann erst einmal ausgehandelt, steht unter dem Strich der Vereinbarungen nicht selten eine Dauerkarte.

Man träumt an der Hafenstraße von 5000 Stück

Und das, obwohl man sich noch vor wenigen Wochen (und alle Jahre wieder) kaum vorstellen konnte, sich erneut auf einen längerfristigen Kontrakt mit dem eigenen Verein einzulassen. Rein monetär betrachtet spart eine Dauerkarte unter dem Strich natürlich viel Geld. Kostet aber unendlich viel Nerven. Umgekehrt gilt aber auch: Hast Du keine Dauerkarte gekauft, sparst Du natürlich unendlich viele Nerven, aber nicht wirklich viel Geld! Man stelle sich nun einmal vor, die Saison läuft tatsächlich wahrhaftig auch nach dem sechsten Spieltag noch gut für uns, es kribbelt ohne Ende und man muss nun fast zwanghaft alle zwei Wochen zur Hafenstraße hinrennen….ja, dann zahlst halt drauf!

Aber, was soll all der Stress um den schnöden Mammon, schließlich ist ein jeder sein eigener „Dauerkarten Schmied“. Für den Verein bedeuten Dauerkarten natürlich immer ein Stück Planungssicherheit, weswegen man an der Hafenstraße (recht laut) davon träumt, gleich derer 5000 vor Saisonbeginn an den Fan jeglichen Geschlechts zu bringen. Ein ziemlich feuchter Traum, lässt man die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren. Aber, den Mutigen gehört die Welt, warum also nicht ein solch ambitioniertes Ziel formulieren und den Dauerkartenzähler jeden Tag aktualisieren?

Schlechte Laune können wir noch früh genug haben

Es lässt sich doch sportlich (trotz der ersten Testspielniederlage am Wochenende) recht gut an gerade, und schlechte Laune können wir irgendwann immer noch früh genug haben. Es ist schön zu verfolgen, wie die Fans sich beinahe gegenseitig doch wieder ermuntern, sich eine Dauerkarte zu kaufen, um erneut zu signalisieren: „Scheiß auf Liga Vier, wir stehen zu Dir“. Und ich kann mir vorstellen, dass der RWE durchaus weiß, diese Treue gar nicht mehr verdient zu haben. Aber, umso dankbarer dafür ist. Und es wieder und immer weiter versuchen wird. Nicht nur für sich, vor allem auch für uns, für seine Fans.

Denn wir sind es in letzter Konsequenz doch Jahr für Jahr, weswegen anne Hafenstraße überhaupt noch aufgelaufen wird. Und es gibt nicht nur Dauerkarten zu kaufen, sondern auch etwas zu gewinnen: Wer möchte nicht einen rot-weissen Blechfrosch aus den Händen des wunderbaren Happo überreicht bekommen, wird die alljährliche Dauerkartenwette gewonnen? Ein Traum! Also, tippt mit! Der Wünschewagen freut sich!

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