Tischtennis

Ex-Nationalspieler Süß wechselt zur DJK Franz-Sales-Haus

Tobias Papies (links) ist stolz auf den Neuzugang Christian Süß.

Tobias Papies (links) ist stolz auf den Neuzugang Christian Süß.

Foto: Winfried Stöckmann/FFS

Essen.  Der integrativen Sportgemeinschaft ist ein Sensations-Zugang gelungen. Das Aushängeschild lernte den Verein beim Inklusionsturnier kennen.

Ex-Nationalspieler Christian Süß wechselt zur neuen Tischtennis-Saison zur DJK Franz Sales- Haus. Damit ist der integrativen Sportgemeinschaft, die sich als Teil des Franz Sales Haus-Verbundes insbesondere intensiv um inklusive Angebote für Menschen mit geistiger, psychischer und Lern-Behinderung sowie Sportlern ohne Behinderung engagiert, ein Sensations-Zugang mit Signalwirkung gelungen.

Die Tischtennis-Abteilung des Vereins hat sich in den letzten zehn Jahren rasant entwickelt. Mittlerweile sind dort ca. 200 Sportler mit und ohne Behinderung jeglichen Alters begeistert am Tisch aktiv, wobei Inklusion hier als Normalität gelebt wird. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den sportlichen Erfolgen der mittlerweile 15 Wettkampf-Teams im Nachwuchs-, Damen- und Herren-Bereich wider: So feierte die 1. Damen in der letzten Saison den Klassenerhalt in der NRW-Liga und die 1. Herren schloss die erste Landesliga-Spielzeit auf Rang drei ab.

Mit 29 Jahren seine Profikarriere beendet

Dass nun mit Christian Süß, der 2015 seine Profikarriere aufgrund anhaltender Beschwerden trotz mehrerer Operationen mit „nur“ 29 Jahren beenden musste, als ein langjähriges Aushängeschild des deutschen Tischtennissports, vom Drittligisten Union Velbert zum Essener Achtligisten wechselt, ist gleichermaßen sensationell wie in „Krilles“ Identifikation mit der inklusiven Arbeit der DJK Franz Sales Haus begründet.

„Natürlich werden das einige als PR-Gag ansehen, aber dem ist nicht so“, stellt Tobias Papies eindeutig klar. „Sportliche Gründe stehen absolut nicht im Vordergrund, denn seine Tätigkeit als Honorartrainer im Düsseldorfer DTTZ ermöglicht nur sporadisch Einsätze.“ Papies war dort früher selbst beschäftigt, die Verbindung blieb bestehen und 2011 konnte er den 33-jährigen und 60-fachen Nationalspieler als Schirmherrn für das bundesweit einzigartige, inklusive „MitMenschen“-Turnier gewinnen.

Gemeinsam mit Ehefrau Elke Schall beim „MitMenschen“-Turnier

„Mir war es wichtig, die besondere Ausrichtung des Vereins sowie den Umgang mit behinderten Sportlern kennenzulernen“, macht Christian Süss deutlich, warum er sich dieser Aufgabe verbunden fühlt. Gemeinsam mit seiner Frau, der ehemaligen Nationalspielerin Elke Schall, nahm er an einem inklusiven Vereinstraining teil und mit dem Besuch des Jubiläums zum 10-jährigen Bestehen der Abteilung zeigte er sich bereits als Teil der Gemeinschaft, die nun mit der Mitgliedschaft besiegelt wurde.

Die Liste der Erfolge von Christian Süss ist zwar nicht ganz so lang wie bei seinem oftmaligen Doppelpartner Timo Boll, aber nicht weniger beeindruckend. Die hat er vor allem als Teil des hinter China seit Jahren weltbesten DTTB-Nationalteams mit Boll und Ovtcharov errungen. Einmal Olympia in Peking mit Mannschafs-Silber, neun WM-Teilnahmen (zweimal Silber, einmal Bronze) und 15 Medaillengewinne bei Europameisterschaften (davon sechs bei den Jungen und Schülern) stehen auf internationaler Ebene zu Buche.

Endspielsieg über Timo Boll bei der DM 2010

National sticht sein Endspielsieg über Timo Boll bei der DM 2010 heraus und mit Borussia Düsseldorf war er an nicht weniger als an 16 deutschen und europäischen Titelgewinnen beteiligt. Sein Wechsel nach Essen wirft nun zumindest einen matten Glanz auf die „Tischtennis-Hochburg“ der 60er-Jahre, der inzwischen im Spitzensport nur noch die Bezeichnung als „Diaspora“ zukommt.

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