Volleyball

Für VC Allbau ist Aufstieg in die 2. Bundesliga kein Wagnis

Trainer Marcel werzinger gibt den Ton an. 

Trainer Marcel werzinger gibt den Ton an. 

Foto: Tom Schulte / Marcel Werzinger

Essen.  Volleyballerinnen aus Essen-Borbeck sind in 3. Liga Dritter geworden, dürfen aber nachrücken. Über Jahre hat der Klub die Strukturen verbessert.

Meister müssen aufsteigen! Das fordern nicht nur die Fans von Rot-Weiss Essen in der Fußball-Regionalliga, wo sich die Besten am Ende einer erfolgreichen Spielzeit noch einmal in der Relegation behaupten müssen. Es geht auch anders. Zum Beispiel im Volleyball, wo andere Regeln herrschen. Die Spielerinnen des VC Allbau wurden zwar nur Dritter in der Dritten Liga, werden aber trotzdem Mitte September in der 2. Bundesliga aufschlagen. Und anders als vor zwei Jahren soll der Auftritt der Borbeckerinnen in Deutschlands zweithöchster Spielklasse kein Intermezzo sein. „Ich bin guter Dinge, dass wir diesmal den Klassenerhalt schaffen“, sagt Trainer Marcel Werzinger, der mit dem VCA in seine sechste Saison geht.

Aufstieg ist für VC Allbau kein Risiko

In der Dritten Liga hatte sich im Vorjahr schon früh abgezeichnet, dass die Zweite Mannschaft des Erstligisten USC Münster die Liga zwar dominieren, aber trotz Titelgewinns kein Interesse haben würde aufzusteigen. Zu teuer, zu viel Aufwand. Und weil sich auch in den anderen Dritten Ligen kein Nachrücker fand, war der Weg frei für für das Team aus Essen, das gemeinsam mit Vizemeister BSV Ostbevern eine Etage höher gegangen ist. Kein Risiko, wie Werzinger betont. „Wir haben die Strukturen und wussten, dass wir es uns leisten können. Also war klar, wenn wir aufsteigen können, dann machen wir es.“

Als Werzinger den „Laden“ in Borbeck vor fünf Jahren übernahm, wäre ein solcher Schritt noch undenkbar gewesen. Doch unter seiner Regie wurde ein Fundament gegossen, das auch in der 2. Bundesliga trägt. Der 31-Jährige war in all den Jahren nicht nur Trainer, sondern auch Sportliche Leiter und Manager, der das Umfeld im Rahmen der Möglichkeiten professionalisierte. Medizinische Betreuung, Physiotherapie, Sponsorenakquise - Werzinger ist beim VCA der Mann für alles, aber auch betont, dass er stets auf ein tüchtiges Team an seiner Seite angewiesen ist. „Es ist keine One-Man-Show“, sagt Werzinger. Die Co-Trainer Janik Limmroth und Ulrike Zwingmann unterstützen ihn im sportlichen Bereich, um Lizenz- und Verbandsangelegenheiten kümmert sich Vater Michael, ein Volleyball-Urgestein.

Sponsoren und Partner sind am Ball geblieben

Die Sponsoren und Partner, allen voran die Allbau als Namenspatron, sind am Ball geblieben und unterstützen den selbst gewählten Aufstieg, Die Borbecker haben ein Budget von etwa 50.000 Euro zur Verfügung, angefangen hatten sie damals mit rund 7500. Noch immer keine üppige Summe für Zweitliga-Verhältnisse, aber nicht immer lenkt der Euro das Leistungsvermögen. Die Volleys Borken und Hamburg hatten in der vergangenen Saison eine sechsstellige Summe zur Verfügung, Borken wurde damit Meister (hat aber auch auf den Aufstieg verzichtet) und Hamburg ist abgestiegen. „Geld ist eben nicht alles“, findet Werzinger.

Zwei Spielerinnen, die den Unterschied ausmachen können

Es geht darum, ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen, das harmoniert - am besten auch außerhalb des Spielfeldes. Die „#pottperlen“, wie sich die VCA-Frauen selbst nennen, haben sich mit zwei Spielerinnen verstärkt, „die allein schon den Unterschied ausmachen werden“, schwärmt Marcel Werzinger. Die zweitligaerfahrene Zuspielerin Anne Paß (Jg. 92), die er seit vielen Jahren kennt, soll die Chefrolle übernehmen.

Der Kontakt zu Diagonalangreiferin Lisa Schreiner (Jg. 1989), die in der 2. Liga mit Leverkusen schon den Titel holte, lief über die VCA-Spielerinnen Lena Verheyen und Sandra Ferger. Und der Zufall wollte es, dass die Lehrerin von Leverkusen an eine Schule nach Duisburg gewechselt ist.

Zwei vielversprechende Talente aus der Nachbarschaft

Die junge Idil Aydeniz (Jahrgang 2001) kommt vom Oberligisten Tusem. „Sie bringt von der Athletik alles mit, sie ist fleißg und ehrgeizig, den nächsten Schritt wird sie bei uns machen“, ist Werzinger überzeugt. Und genau so sieht der Coach das auch bei Carlotta Strube (Jg. 2001), die zuletzt vom Regionalliga-Aufsteiger VV Humann spielte und ebenfalls eine Menge Potenzial besitzt. „Damit gibt es auf allen Positionen frischen Wind“, sagt Marcel Werzinger zufrieden. „Wir haben im unteren Leistungsbereich was weggenommen und oben draufgepackt.“ Das sollte reichen.

Das Zweitliga-Aufgebot des VC Allbau

Kader: Natalie Wolter (Zuspiel), Ronja Brüggemann (Diagonal), Isabelle Zwingmann (Mittelblock), Luzie Wiedeking (Mittelblock), Lena Verheyen, Sandra Ferger, Lynn Lewandowsky (alle Außenangriff), Gianna Castiglione, Lea Adolph (beide Libera).

Abgänge: Sabrina Große-Wilde, Nele Borkenhagen, Alicia Schäfers, Vivian Gelhaar.

Zugänge: Anne Paß (Zuspiel, Vorjahr pausiert), Lisa Schreiner (Diagonal/Bayer Leverkusen), Idil Aydeniz (Mittelblock, Tusem), Carlotta Strube (Außenangriff, VV Humann).

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