Kanurennsport

Hoff und Rendschmidt von der KG Essen kämpfen um WM-Gold

Europameister: Max Hoff von der KG Essen und Jacob Schopf wollen auch bei der WM in Szeged jubeln.

Europameister: Max Hoff von der KG Essen und Jacob Schopf wollen auch bei der WM in Szeged jubeln.

Foto: REUTERS

Szeged.  KG Essen schickt Max Hoff, Max Rendschmidt, Tobias-Pascal Schultz und Caroline Arft zur WM. Alle vier haben realistische Medaillenchancen.

Der Ort ist ein außergewöhnlich, die Regatta ebenfalls. Das ungarische Szeged, wo ab diesem Mittwoch die Weltmeisterschaften ausgetragen werden, ist eine Hochburg im Kanurennsport. Dort überträgt sich die Leidenschaft des Publikums auf die Athleten auf dem Wasser, die Atmosphäre gleicht einem Hexenkessel. Tausende Zuschauer sorgen für eine einzigartige Stimmung und sorgen für Gänsehaut pur. In Max Hoff (1000-m-Zweier), Max Rendschmidt (500-m-Vierer), Tobias-Pascal Schultz (1000-m-Vierer) und Caroline Arft (500-m-Vierer) sind vier Athleten der KG Essen in Szeged am Start - alle mit realistischen Medaillenchancen.

Während Caroline Arft und Tobias-Pascal Schultz, die WM-Novizen von der KG Essen, dem Event entgegenfiebern, dürften ihre beiden Teamkollegen noch relativ gelassen sein. Max Hoff und Max Rendschmidt waren schon einmal bei einer WM dort und und wissen, was sie erwartet. „Ich freue mich auf die WM und besonders auf Szeged. Das ist immer richtig cool dort“, sagt Hoff.

„Zwei-Generationen-Boot“ kämpft um Medaille

Wie schon bei den Weltcups im 1000-m-Zweierkajak startet Hoff (36) mit Jacob Schopf, seinem 16 Jahre jüngeren Verbandspartner aus Berlin. Der war gerade mal zehn Jahre alt, als Hoff 2009 seinen ersten WM-Titel feierte und zum großen Vorbild wurde. Nun sitzen beide in einem „Zwei-Generationen-Boot“. Was bestens funktioniert. „Jacobs jugendliche Frische tut gut; er ist auch total fokussiert und hat ein Riesenpotenzial. Er ist ein starker Mannschaftsfahrer. Es passt auf jeden Fall gut zusammen“, beschreibt Max Hoff.

Im Vorjahr war der Essener mit dem Berliner Marcus Groß im 1000-m-Zweier Weltmeister geworden. Bei den nationalen Sichtungen konnte Groß diesmal - gesundheitlich angeschlagen - allerdings nicht punkten. Er wird deshalb in Szeged im nicht-olympischen 500-m-Zweier starten. „Ich freue mich sehr für Marcus, dass es mit der WM trotzdem noch geklappt hat und habe großen Respekt vor ihm, wie er mit der Situation umgegangen ist“, sagt Hoff.

Mit Partner Schopf gelangen dem Essener bei den Weltcups ein Sieg und ein zweiter Platz. „Jacob und ich haben bei den Sichtungen je einmal im Einer gewonnen, da konnte man schon davon ausgehen, dass im Zweier kein Mist herauskommt.“

Riesiges Teilnehmerfeld von 45 Booten bei Zweierkajak über 1000 Meter

In Szeged trifft das Duo auf ein riesiges Starterfeld von 45 Booten. „Das stürzen sich in diesem Jahr viele drauf!“ Vorrangiges Ziel ist es, den Quotenplatz für Olympia zu erreichen. „Aber wir möchten natürlich auch um eine Medaille fahren. Wenn wir da vorne mitfmischen wollen, müssen wir natürlich so manche Gegner schlagen – die uns aber auch“, erklärt Max Hoff und schmunzelt. „Wir haben durchaus Respekt, aber auch viel Selbstvertrauen. Den Titel zu verteidigen, wäre mega cool!“

Zum Abschluss der WM bestreitet Max Hoff noch das 5000-m-Langstreckenrennen.

Die Titelverteidigung peilt Max Rendschmidt ebenfalls an, der als Schlagmann mit dem 500-m-Vierer ins Rennen geht und dort auch favorisiert ist. Kein anderer Vierer konnte in den letzten drei Jahren eine solche Erfolgsbilanz vorweisen wie das deutsche Boot. „Ich bin super gespannt auf die WM. Das wird auf jeden Fall ein Kanu-Fest.“

Vierer-Wettbewerb verspricht viel Spannung

Das Trainingslager in Duisburg ist auch für den Vierer gut gelaufen. Max Rendschmidt, Ronald Rauhe (Potsdam), Tom Liebscher (Dresden) und Max Lemke (Potsdam) müssen bis zum Finale am Sonntag auf den Punkt fit sein, um den Titel zu verteidigen. „Es wird auf jeden Fall sehr eng, das haben alle Rennen bislang gezeigt“, weiß Rendschmidt. Auch für dieses Boot steht der olympische Quotenplatz zunächst im Vordergrund. Gerade auf ihm, dem Schlagmann, liegt eine große Verantwortung. Da heißt es, sich nicht verrückt machen zu lassen. Eine Situation, die der Olympiasieger von der KGE mag und beherrscht.

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