Eishockey

Moskitos tanken Selbstbewusstsein vor Derby gegen Duisburg

Der Essener Toni Lamers versucht sich vor dem Hannoveraner Tor zu behaupten.

Der Essener Toni Lamers versucht sich vor dem Hannoveraner Tor zu behaupten.

Foto: Michael Gohl

Essen.  Essener Eishockey-Oberligist ESC Moskitos belohnt sich für seinen Einsatz mit dem 5:4-Sieg über die Hannover Scorpions. Spannende Schlussphase.

Als die Schlussphase anbrach, war die Spannung am Westbahnhof beinahe greifbar. Die Moskitos hatten sich im Oberliga-Duell mit den Hannover Scorpions soeben auf 3:4 rangekämpft, nun bot sich in doppelter Überzahl die große Chance zum Ausgleich. „Einer muss jetzt rein!“, forderte die Haupttribüne - und der ESC leistete Folge. Die erste Chance vereitelte Gäste-Goalie Enrico Salvarani mit einer Glanzparade, bei der zweiten verschob er sein Tor. Doch beim dritten Ansturm war der Schlussmann machtlos. Niklas Hildebrand versenkte den Puck zum 4:4 und ließ den Westbahnhof nach langer Zeit mal wieder beben.

Ein zweites Beben sollte in der Verlängerung folgen. 34 Sekunden nach Beginn der Overtime setzte Enrico Saccomani der Nervenschlacht mit seinem Siegtreffer zum 5:4 ein Ende. Damit holten die Mücken nach drei Pleiten am Stück zwei wichtige Punkte - für die Tabelle, aber vor allem fürs Selbstwertgefühl. „Wir haben schon in den letzten Wochen so ähnlich wie heute gespielt“, sagte Interimstrainer Larry Suarez anschließend. Mit einem entscheidenden Unterschied: „Diesmal haben wir es geschafft, uns für den großen Aufwand zu belohnen.“

Gefühlsachterbahn und Ritt auf der Rasierklinge

Dabei sah es nach zwei Drittel noch so aus als würden die Moskitos trotz aufopferungsvoller Spielweise erneut leer ausgehen. Es war wie auf einer Gefühlsachterbahn - und ein Ritt auf der Rasierklinge: Nach einem Traumstart mit der Blitz-Führung nach 17 Sekunden gab der Gastgeber die Partie aus der Hand, glich dann wieder aus, ehe die Moskitos in einem hektischen mittleren Abschnitt zum zweiten Mal in Rückstand gerieten. Vorne ließ Veit Holzmann die große Chance zum 3:3 liegen, hinten legte Erik Hoffmann kurz vor der zweiten Pause unfreiwillig für Hannovers Björn Bombis auf und es stand 2:4.

Die Dinge schienen den gewohnten Lauf zu nehmen. Doch weil im Schlussdrittel auch die Scorpions-Defensive patze und Veit Holzmann zur Stelle war, flammte neue Hoffnung auf. „Die Jungs haben verstanden, dass man auch nach einem Zwei-Tore-Rückstand weiter an den Sieg glauben muss und zurückkommen kann“, meinte Suarez. Und die Moskitos glaubten an sich: Hildebrand sorgte mit dem umjubelten 4:4, bei weiteren eineinhalb Minuten im 5:3-Powerplay kurz vor Schluss bot sich sogar die große Chance auf drei Punkte. Am Ende wurden es nur zwei, doch das schien an diesem Abend nebensächlich.

Moskitos haben auch beim Zwei-Tore-Rückstand an sich geglaubt

Dank des Erfolgserlebnisses erspielte sich der Essener Eishockey-Oberligist neuen Kredit beim Publikum und sammelte wichtiges Selbstvertrauen vor dem Prestige-Derby gegen den EV Duisburg am kommenden Freitag.

Moskitos Essen - Hannover Scorpions 5:4 n.V.

Drittel: 2:2, 0:2, 2:0, 1:0 (Overtime).

Tore: 1:0 Grözinger (1.), 1:1 Garten (7.), 1:2 Schütt (13.), 2:2 Saccomani (15.), 2:3 Garten (31.), 2:4 Bombis (39.), 3:4 Holzmann (46.), 4:4 Hildebrand (51.), 5:4 Saccomani (61.).

Strafen: Essen 12 Minuten, Hannover 14 Minuten. Zuschauer: 886.

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