Ringen

Ringer des TV Dellwig wollen das Projekt 2. Liga angehen

Dimitri Wegner (rot) ist in der 86-Kilo-Klasse mehr als eine Alternative für die Dellwiger.

Dimitri Wegner (rot) ist in der 86-Kilo-Klasse mehr als eine Alternative für die Dellwiger.

Foto: Foto: A.Mangen / FFS

Essen.  Das Trainergespann Christian Jäger/Björn Holk plant mit sechs bis sieben Neuverpflichtungen. Aber die Meisterschaft steht noch in den Sternen.

Momentan ruht das Sportgeschehen bei den Ringern des TV Dellwig, doch Sportler und Trainer fiebern dem Tag entgegen, an dem die Trainingshalle wieder geöffnet hat. Denn der Oberligist hat ein großes Ziel für die kommende Saison angepeilt – den Aufstieg in die neue zweite Liga.

In den letzten Jahren war es still geworden um den Traditionsverein. Nachdem die Dellwiger nach ihrem zweijährigen Gastspiel von 2014 bis 2016 in der 2. Liga als damals Drittplatzierter zurück in die Oberliga gingen, stagnierte das sportliche Geschehen ein wenig. Zwar setzten die Verantwortlichen um das Trainergespann Christian Jäger/Björn Holk und den sportlichen Leiter Hasan Agca auf die Ausbildung der Jugendlichen, die bei den Meisterschaften auch immer wieder mit guten Ergebnissen glänzten, im Ligageschehen herrschte aber weitgehend Ernüchterung.

Nach teilweise spannenden Begegnungen reichte es in den Play-Offs dann aber nicht zum Sprung in die 1. Bundesliga. Ab August, dem bislang terminierten Beginn der neuen Oberliga-Saison, soll sich dies aber ändern. Denn auf seiner letzten Sitzung hat der Deutsche Ringerbund beschlossen, wieder eine 2. Liga zu installieren, nachdem sie erst 2017 abgeschafft wurde. „Der Ringerbund hat damit dem Wunsch der Vereine entsprochen, denn für viele ist die 1. Bundesliga ein zu großer Kraftakt“, erklärt Trainer Christian Jäger.

Beim TVD begannen sofort die Überlegungen, und gemeinsam mit dem Sponsor Ralf Teichmann haben sich die Verantwortlichen entschlossen, das Projekt 2. Liga anzugehen. „Es musste bei uns im Verein einfach etwas passieren, es ist für uns nicht richtig, auf Dauer nur in der Oberliga zu kämpfen“, weiß der Polizeibeamte, der selbst noch aktiv auf der Matte steht. Dazu muss sich der Club allerdings auf einigen Positionen verstärken. Jäger rechnet mit sechs oder sieben Neuverpflichtungen. Wichtig ist dem Trainergespann dabei, dass es vorrangig Sportler aus der Region sind, die auch im vereinseigenen Trainingszentrum arbeiten.

Erster Neuzugang ist Kevin Stiller aus Kirchlinde

Als Erster stellte sich bereits Kevin Stiller vor, der in den beiden unteren Klassen eingesetzt wird. „Kevin hat zuletzt im Kader unseres Konkurrenten aus Kirchlinde gestanden, ließ aber bei Deutschen Meisterschaften mit einem ersten und dritten Rang aufhorchen“, freut sich der Trainer. Ebenfalls nachgebessert wird in der 75-Kilo-Klasse mit gleich zwei Ringern, in beiden Stilrichtungen bis 80 Kilo und im Schwergewicht. Für die ebenfalls bislang unterbesetzte 86-Kilo-Klasse hat es mit dem Jugendtrainer Dimitri Wegner bereits eine interne Lösung gegeben. „Für ihn ist es wichtig, dass wir den Aufstieg anpeilen und er noch einmal sportliche Ambitionen hat, er ist mehr als nur eine Alternative“, lobt Jäger seinen Kämpfer.

Die beiden hohen Klassen wurden zwar in der abgelaufenen Saison stets besetzt, doch „einer ist zu alt, der andere noch zu jung“, schmunzelt der 44-Jährige, der oft ausgeholfen hat. Und sein „schwerer“ Kollege Miki Stamboliev ist ein großes Talent, aber mit seinen erst 17 Jahren noch zu unerfahren, um ständig auf höchstem Niveau zu ringen.

Sämtliche Einzelmeisterschaften sind auf den Sommer verschoben

Ob es überhaupt zur Austragung der Meisterschaft kommt, steht aber, wie bei allen anderen Sportarten auch, in den Sternen. Sämtliche Einzelmeisterschaften, die traditionell in diesen Wochen stattfinden, wurden auf den Sommer geschoben, und es wird für die Kraftsportler schwer, sich individuell vorzubereiten.

„Wir haben lange mit uns gekämpft, wie wir uns verhalten sollen, ob die Halle geschlossen wird. Denn man konnte schon merken, dass die Jungs durch das neue Ziel alle eine Schüppe drauf gelegt haben und sehr motiviert waren. Aber die Gesundheit der Sportler geht natürlich vor, und ich hoffe nun, dass alle ihre Trainingspläne einhalten und wir schnell wieder ein wenig Normalität haben“, ist der Coach vorsichtig optimistisch.

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