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RWE lässt Verletzungsmisere nicht als Ausrede gelten

Kevin Grund hat Knieprobleme. Sein Einsatz ist noch fraglich.Foto: Michael Gohl

Kevin Grund hat Knieprobleme. Sein Einsatz ist noch fraglich.Foto: Michael Gohl

Essen.   Rot-Weiss Essen hat auch vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund II wieder Personalprobleme: zahlreiche Verletzte, drei Spieler sind fraglich.

Sechs Spieltage haben die Rot-Weissen in dieser Regionalliga-Saison noch vor der Brust, und man weiß nicht so recht, was man davon halten soll. Es könnte noch eine quälend lange Zeit werden, weil es für die Essener ja nur noch um die goldene Ananas geht. Kein süsses Vergnügen. Es bietet sich allerdings auch noch die Chance, die Stimmung in dieser aus Essener Sicht ach so tristen Spielzeit wenigstens noch ein bisschen aufzuhellen. Damit könnte die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel dann gleich am Samstag gegen die U23 von Borussia Dortmund beginnen (15 Uhr, Hafenstraße).

Revierrivale RWO heizt dem Spitzenreiter ein

Es ist das Duell zwischen dem Tabellensiebten und dem Sechstplatzierten der Liga. Das könnte ja ein durchaus interessanter Vergleich werden. Aber ob das den RWE-Anhang noch wirklich begeistern kann? Viele Essener interessiert womöglich doch noch, was da ganz oben in der Tabelle passiert. Der Revierrivale Oberhausen heizt plötzlich dem Spitzenreiter Viktoria Köln ein und macht den Titelkampf tatsächlich wieder spannend.

Drei Punkte liegt RWO nur hinter dem Aufstiegsfavoriten, und an der Hafenstraße werden sich manche mal wieder fürchterlich grämen und fragen, wie das nur sein kann? Was haben die Oberhausener, denen man im Vergleich zu RWE stets ein schmaleres Budget nachsagt, denn nur anders, ja besser gemacht?

Die Frage lässt sich auf Anhieb nur schwer beantworten. Da bedarf es schon einer intensiven Analyse. Und Matchglück lässt sich auch nicht so einfach messen. Fest steht aber, dass die Essener in dieser Spielzeit schwer gebeutelt wurden. Das Verletzungspech war so gravierend wie selten zuvor, und es hält bis heute an. Die Rot-Weissen wollen es nicht als Ausrede nehmen, das sei zu einfach, sagen sie. Und deshalb sagt Trainer Karsten Neitzel nur: „Auch am Samstag werden in der ersten Elf Spieler stehen, die ein gutes und erfolgreiches Heimspiel abliefern können.“

Kein Verein besitzt einen Kader mit 20 gleichwertigen Spielern

Aber ein Qualitätsverlust ist nicht wegzudiskutieren, weil kein Verein einen Kader mit 20 gleichwertigen Spielern besitzt. Auch für Innenverteidiger Philipp Zeiger (Muskelbündelriss) ist die Saison beendet. Das gleiche gilt für Florian Bichler und Max Wegner (beide Bänderriss), für David Jansen (Achillessehne) und Cedric Harenbrock (Kreuzbandriss).

Vor dem Spiel gegen Dortmund sind Lukas Scepanik und Kevin Grund fraglich. Grund zwickt es im Knie, so dass er unter der Woche noch nicht trainiert hat. Scepanik hat nach seinem Cut am Kopf, der ihm im Verbandspokal-Halbfinale gegen Uerdingen von Weltmeister Kevin Großkreutz verpasst wurde, ebenso nur eingeschränkt trainiert wie Jonas Erwig-Drüppel. „In Absprache mit den Medizinern werden wir entscheiden, was zu tun ist“, sagt Neitzel. Definitiv ausfallen wird der gerade erst genesene Kevin Freiberger, dessen Knie auf die Belastung reagiert hat.

Motivationsprobleme bei seinen Spielern erkennt der Trainer nicht

Wie dem auch sei, die Rot-Weissen wollen weiter versuchen, für positive Stimmung zu sorgen. „Wir sind in der Pflicht und werden alles dafür tun, dass wir ein vernünftiges Ende hinkriegen“, sagt Karsten Neitzel. Was bleibt ihm auch anderes übrig? Motivationsprobleme erkenne er bei seinen Jungs jedenfalls nicht, wie er sagt. Aber ein bisschen mehr Mut und Unbeschwertheit könnten seine Spieler schon auf den Rasen bringen. Schließlich haben sie ja im Prinzip nichts mehr zu verlieren.

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