Frauenfußball-Bundesliga

SGS will den positiven Trend fortsetzen

Wünscht ihrem Ex-Klub den Klassenerhalt: Manjou Wilde (rechts), die mit der SGS Essen an diesem Wochenende bei Werder Bremen und den Ex-Kolleginnen antritt.

Foto: Michael Gohl

Wünscht ihrem Ex-Klub den Klassenerhalt: Manjou Wilde (rechts), die mit der SGS Essen an diesem Wochenende bei Werder Bremen und den Ex-Kolleginnen antritt. Foto: Michael Gohl

Bei Werder Bremen soll die Erfolgsserie, die Essen bis auf Rang fünf hievte, anhalten. Manjou Wilde freut sich auf Wiedersehen mit Ex-Verein.

Es war kein leichter Start, den die SGS Essen in der Frauenfußball-Bundesliga hatte. Denn die Vorsaison war von einem kleinen personellen Umbruch geprägt: Allen voran in Charline Hartmann verließ eine langjährige Anführerin die Essenerinnen, die zudem noch deren Rekordtorschützin war. Mit 31 Jahren beendete die Angreiferin bekanntlich ihre Karriere, um sich mehr auf ihre berufliche Zukunft konzentrieren zu können. Auch Vanessa Martini und Kozue Ando haben ihre Spuren hinterlassen, wie man aus dem Kreis der Mannschaft hört.

So war die Vorbereitung immer wieder von Unsicherheit geprägt. Hinzu kamen regelmäßig neue Verletzungssorgen. Trainer Daniel Kraus versuchte stets, Druck von der Mannschaft zu nehmen, indem er betonte, es müssten sich erst neue Strukturen finden und die Spielerinnen zusammenwachsen. Leise Zweifel daran, sich erneut im oberen Mittelfeld der Tabelle wiederzufinden, waren bei manch einer Spielerin durchaus zu hören.

Zehn Punkte aus den letzten vier Partien

Doch nach der Hälfte der Hinrunde ist von Sorgen keine Spur mehr. Stattdessen taucht in nahezu jeder Presseerklärung vom Verein mittlerweile die gleiche Begrifflichkeit auf. Die Rede ist vom „positiven Trend.“ Den verspürt Kraus seit einigen Wochen. Und er lässt sich mit Zahlen belegen: Zehn Punkte holte die SGS aus den zurückliegenden vier Partien und kassierte bei elf Treffern selbst lediglich zwei. Folglich ging es in der Tabelle steil bergauf: Aktuell sind die Essenerinnen Fünfter.

Und man darf durchaus weiter nach oben schauen, wenn an diesem Wochenende Wolfsburg und Frankfurt gegeneinander spielen. Beide sind nur drei Punkte entfernt. Voraussetzung wäre natürlich eine Trend-Fortsetzung. Gefordert ist Schönebeck am Sonntag (14 Uhr) beim Aufsteiger Werder Bremen, an den man gute Erinnerungen hat: Zuletzt begegnete man sich in der Saison 2015/16: Die SGS gewann 3:0 und 6:0, die Hanseatinnen stiegen am Ende ab.

Einziger Werder-Sieg gegen MSV Duisburg

Damals kickte Essens Manjou Wilde noch an der Weser, die sich besonders auf das Wiedersehen mit den alten Kolleginnen freut: „Viele kenne ich schon eine gefühlte Ewigkeit. Ich wünsche mir, dass es diese Saison mit dem Klassenerhalt gelingt.“ Dafür haben die Gastgeberinnen bisher immerhin schon fünf Zähler gesammelt und gegen Wolfsburg (2:3) und Turbine Potsdam (1:1) aufhorchen lassen. Den einzigen Saisonsieg holte Werder gegen Liga-Schlusslicht MSV Duisburg (2:1).

„Bremens kämpferische Qualitäten, vor allem defensiv, zu knacken, ist eine große Herausforderung. Das weiß die ganze Liga“, erklärt Wilde. Und ein Stück weit werden sich beide Klubs auch schon für das nächste Duell beschnuppern: Denn am 3. Dezember reisen die Essenerinnen erneut nach Bremen. Dann allerdings geht es im DFB-Pokal um den Einzug ins Viertelfinale. Darauf, dass Bremen nach einem guten Saisonstart wie im Abstiegsjahr 2016 einbricht, darf sich die SGS nicht verlassen.

„Die Mannschaft und der Verein passen super in die Liga. Ich zweifele nicht daran, dass sie noch einige Punkte in dieser Saison einfahren werden – nur nicht gegen die SGS“, sagt Wilde mit einem Augenzwinkern. Immerhin will man ja den positiven Trend fortsetzen.

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