Leichtathletik

Spitzensport beim Tag der Überflieger in Essen-Überruhr

Der Däne Jonas Jensen siegte 2018 in Überruhr mit 2,23 Metern.

Der Däne Jonas Jensen siegte 2018 in Überruhr mit 2,23 Metern.

Foto: GEORG LUKAS

Essen.  TLV Germania Überruhr richtet am Donnerstag „Tag der Überflieger“ aus. Resonanz bei den Athleten ist riesig und überrascht sogar Organisatoren.

Haben Sie schon mal beim Hochsprung vor einer Latte gestanden, die jenseits der zwei Meter aufgelegt ist? Wenn nicht, dann sollten Sie an diesem Donnerstag vielleicht mal zur Bezirkssportanlage nach Überruhr kommen. Sie werden staunen, wie hoch das tatsächlich ist. Und noch beeindruckender ist es, live mitzuerleben, wie die Männer und Frauen ihre Körper in die Höhe schrauben. Zu Fronleichnam lädt der TLV Germania Überruhr zum dritten Mal zum „Tag der Überflieger“. Der Name ist Programm, das Hoch- und Weitsprung-Event kredenzt einmal mehr Leichtathletik der Spitzenklasse. Und trotzdem ist der Eintritt frei.

Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen

„Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen“, sagt Cheforganisator Tim Husel, Trainer und Leichtathletikwart beim TLV. „Einen Tag brauchen wir aber noch, um die Anlage herzurichten.“ Unzählige Stunden hat Husel an der Gästeliste gebastelt, um ein möglichst attraktives Teilnehmerfeld zusammenzustellen. Über eine WhatsApp-Gruppe steht er in ständigem Kontakt mit Springern und Trainern. Das funktioniert mittlerweile völlig problemlos, nein, es funktioniert bestens, denn die beiden ersten Auflagen dieses Meeting hatten den Teilnehmern offenbar so gut gefallen, dass sie sehr gerne wiederkommen.

Das Event darf aber nicht zu groß werden

„Als wir damals die Idee entwickelten, hätten wir nie gedacht, dass sich das Ganze so schnell entwickeln würde. Es hieß immer, man habe es erst nach fünf bis sechs Jahren geschafft.“ Doch während die Organisatoren ähnlicher Events in Deutschland zuweilen ums Überleben kämpfen, müssen sie in Überruhr eher zusehen, dass sie nicht zu groß werden. „Irgendwann wäre das für unseren Verein mit seinen ehrenamtlichen Helfern nicht mehr machbar“, weiß Tim Husel.

Das Konzept ist simpel: Überruhr will einen professionellen Wettbewerb bieten mit familiärem Ambiente. Kleiner, intimer Rahmen, ein begeisterungsfähiges Publikum und ein bisschen Spaß - das kommt an. Und die Individualität bei diesem Sportfest geht sogar soweit, dass jeder Athlet angeben kann, zu welcher Musik er Anlauf nehmen möchte.

Rund 100 Anfragen musste Überruhr absagen

Die Folge: Während Germania Überruhr im Vorjahr noch potenziellen Teilnehmern nachlaufen musste, ist die Veranstaltung inzwischen ein Selbstläufer geworden. „Wir mussten sogar rund 100 Anfragen absagen, es weil das sonst unseren Rahmen sprengen würde.“

E geht auch unkompliziert und unbürokratisch. Der Italiener Stefano Sottile reist als frisch gekürter italienischer U23-Meister an. Bei den Titelkämpfen vor einer Woche übersprang er erstmals 2,30 Meter und erfüllte damit die Norm für die WM in Doha/Katar. Husel lernte den Burschen vor ein paar Jahren bei der U18-WM in Kolumbien kennen, als der TLV-Trainer den damaligen Überruhrer Remo Cagliesi (jetzt Bayer Leverkusen) dort betreute. „Ich habe Sottile nur gratuliert“, erzählt Husel. Aber der Italiener fragte sofort nach, ob er nicht nach Essen kommen dürfe. Er darf und für Husel zählt Sottile damit zu den Top-Favoriten. „Wer bei uns gewinnen will, muss ihn schon überholen.“

Athleten kommen gerne wieder

Die beiden Sieger von 2017 und 2018 sind ebenfalls am Start. Jonas Jensen aus Dänemark, 2018 mit 2,23 Metern die Nummer eins, hat in der Halle seine Bestleistung auf 2,18 Metern gesteigert und möchte nun auch unter freiem Himmel wieder angreifen. Vor zwei Jahren bei der Premiere in Überruhr gewann Lucas Mihota (LG Stadtwerke München). Die Qualifikation zu den U23-Europameisterschaften hat er in seinem ersten Männerjahr bereits geschafft, daher kann er ganz entspannt seine Bestleistung von 2,23 Metern angreifen.

Die Höhe im A-Feld der Männer (ab 13 Uhr) beginnt laut Meldeliste bei 2,20 Metern, die Top-Konkurrenz im Weitsprung (ab 14.35 Uhr) reist mit Weiten ab 7,60 Meter an.

Auch Essener Teilnehmer sind am Start

Nadja Käther (Hamburger SV) sprang im Vorjahr 6,70 Meter weit und wird in Überruhr sicherlich die Qualifikationsnorm (6,72 Meter) für die WM in Doha ins Visier nehmen.

Hochklassig sieht auch das Feld im Weitsprung der Männer und männlichen Jugend aus, wo die gesamt deutsche Nachwuchsspitze vor Ort ist.

Auch Athletinnen und Athleten aus Essen gibt es zu sehen. Im Hochsprung der U18 startet Timon Streit (TLV Germania Überruhr), der sich ansonsten in diesem Jahr eher auf den Sprint konzentriert. Mehrkämpferin Emilia Rehbein (LT Stoppenberg) ist im Weitsprung der U14 dabei, Meike Niermann (Tusem) im Dreisprung der U20.

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