Schalke

David Wagner kann Derbys – er tat sogar schon Schalke weh

Ungewohntes Bild: David Wagner mit schwarz-gelbem Käppi. Der heutige Schalke-Trainer war von 2011 bis 2015 U23-Coach des BVB.

Ungewohntes Bild: David Wagner mit schwarz-gelbem Käppi. Der heutige Schalke-Trainer war von 2011 bis 2015 U23-Coach des BVB.

Foto: Bodo GOEKE

Gelsenkirchen.  Schalkes Trainer David Wagner war einst U23-Coach des BVB. Manni Dubski erinnert sich an eine Lehrstunde für S04. Am Samstag ist wieder Derby.

Für David Wagner wird das Derby am Samstag gegen den BVB zu einem Wiedersehen mit seinem früheren Verein: Der heutige Schalke-Trainer arbeitete von Juli 2011 bis Oktober 2015 für Borussia Dortmund, wo er die U23 trainierte. Als Ur-Borussen kann man den 48-Jährigen aber nicht gerade bezeichnen, wie er selbst schmunzelnd erzählt: „In Dortmund war ich immer nur der Schalker.“ Denn auf Schalke hatte der gebürtige Frankfurter ja während seiner aktiven Karriere als Profi gespielt – und mit Königsblau 1997 den Uefa-Cup gewonnen.

Ein 4:0 und drei ungeschlagene Derbys

Die Zeit in Dortmund wurde allerdings zum Durchbruch in seinem Trainer-Leben: Mit der BVB-Reserve mischte David Wagner eine Zeit lang in der dritten Liga mit, und hier empfahl er sich auch für den anschließenden Job in England, wo er den Außenseiter Huddersfield Town sensationell zum Aufstieg in die Premier League führte. Und in Dortmund bewies Wagner auch, dass er als Trainer Derbys kann: In drei Regionalliga-Vergleichen mit der Schalker U23 blieb er ungeschlagen (zwei Siege, ein Remis). Sehr zum Leidwesen seines heutigen Arbeitgebers...

Denn einmal nahm Wagner mit Dortmund die Schalker U23 sogar nach allen Regeln der Kunst auseinander: Am 10. September 2011 siegte die Zweite des BVB mit 4:0 auf Schalke. Zwei Tore erzielte dabei der heutige Gladbacher Bundesligaprofi Jonas Hofmann. Und Marcel Halstenberg, der heutige Nationalspieler von RB Leipzig, wurde von Wagner in diesem Spiel vom Innen- zum Außenverteidiger umgeschult.

Eine Lehrstunde

„Das war eine richtig gute Mannschaft, die David Wagner da aufgestellt hat. Das sieht man ja auch an den Spielern, die später Profi geworden sind“, erinnert sich Manni Dubski, damals der Co-Trainer der Schalker U23. „Für uns war es eine Lehrstunde von einer Mannschaft, die für Regionalliga-Verhältnisse beeindruckend Fußball gespielt hat.“

Wagner wollte zu Schalke, Magath war dagegen

Es hätte übrigens nicht viel gefehlt, und Wagner wäre als junger Trainer bereits auf Schalke gelandet und nicht in Dortmund – aber bei Schalke war Felix Magath dagegen. Wagner war vor seinem BVB-Engagement auf Vereinssuche und fragte bei seinem Ex-Klub Schalke für einen Job in der Knappenschmiede an: „Ja, ich habe Uwe Scherr, damals Leiter der Nachwuchsabteilung, angerufen“, bestätigte Wagner kürzlich im Interview mit dem Sport-Informationsdienst: „Die zweite Mannschaft hat einen Trainer für die Regionalliga gesucht. Aber Felix Magath hatte eine andere Idee.“

Wenn’s mit Wagner und Dortmund damals nicht geklappt hätte, wäre der heutige Schalke-Coach womöglich nie Bundesliga-Trainer geworden. Nach seiner Profi-Karriere hatte Wagner mit dem Fußball eigentlich abgeschlossen und studierte Lehramt, um Lehrer zu werden. Der Anstoß, dass er dennoch zum Fußball zurückkehrte, sei damals von einem guten Freund gekommen. Dieser habe ihm gesagt: „Du bist Ex-Profi, du hast bald dein wissenschaftlich-pädagogisches Studium abgeschlossen. Wenn du jetzt noch den Fußballlehrer machen würdest, hättest du auf dem Trainermarkt eine Eintrittskarte, die nicht viele vorweisen können.“

Wagner hat sie genutzt: Über die Stationen Hoffenheim (von 2007 bis 2009 Jugendtrainer), Dortmund und Huddersfield landete er auf Schalke.

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