Fußball-Bezirksliga

Derbysieg: Der Erler SV 08 feiert Bünyamin Karagülmez

Zweikampf: Erles Justin Janßen gegen Hassels Haris Imsirovic, der seine Hände zur Hilfe nimmt.

Zweikampf: Erles Justin Janßen gegen Hassels Haris Imsirovic, der seine Hände zur Hilfe nimmt.

Foto: Michael Korte

Hassel.  Mit einem Geniestreich gelingt Bünyamin Karagülmez der 2:1-Siegtreffer für den Erler SV 08 im Derby der Fußball-Bezirksliga beim SC Hassel.

Das nennt man wohl einen Geniestreich: Nach einer Flanke von Jerome Juskowiak legt sich Bün­yamin Karagülmez den Ball nach ein, zwei Haken zurecht, dann drischt der 27-Jährige das Spielgerät mit links wuchtig in die Maschen des Tores des SC Hassel und schießt den Erler SV 08 in diesem Derby der Fußball-Bezirksliga in der 88. Minute ins Glück. Kaum war die Partie abgepfiffen, bildeten die ESV-Kicker nach ihrem 2:1 (0:0)-Erfolg einen Kreis und brüllten „Erle, Erle, Erle“.

Hartmut Scholz, der Trainer, war nicht nur wegen des dritten Sieges im dritten Saisonspiel glücklich. „Ich habe in diesem Jahr immer das Gefühl, dass meine Mannschaft zurückkommen kann“, sagte er. „Ein Rückstand wirft uns nicht mehr zurück.“ Und schon gar nicht um.

Fabian Krieger bringt den SC Hassel mit 1:0 in Führung

Nachdem die Hasseler durch Fabian Krieger, der die Vorarbeit von Mert Durmaz genutzt hatte, mit 1:0 in Führung gegangen waren, fiel der Ausgleich sehr, sehr umstritten. „Das war im Leben kein Elfmeter, es lag keinerlei Berührung vor“, sagte Hassels Trainer Tim Kochanetzki. Schiedsrichter Ferid Tasbasi hatte es aber anders gesehen und auf Foul von Hendrik Baudler an Akin Yildiz entschieden. Christoph Reckort verwandelte den Strafstoß eiskalt, ehe Bünyamin Karagülmez für den ganz großen Erler Jubel sorgte. Zu diesem Zeitpunkt spielte der Tabellendritte in Überzahl, weil Hassels Kapitän Ruben Occhiuzzo in der 84. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

„Man kann jetzt sagen, dass ein Unentschieden vielleicht gerechter gewesen wäre“, sagte Erles Coach Hartmut Scholz. „Aber wir nehmen das 2:1 gerne mit.“ Irgendwie war dieser Sieg ja auch das Ergebnis der hohen Qualität des ESV-Kaders. „Wenn wir wechseln, kommt noch was“, sagte Hartmut Scholz. Sein Gegenüber Tim Kochanetzki formulierte es so: „Die Qualität der Erler ist so hoch, dass ein Einziger aus dem Nichts das Spiel entscheiden kann.“ Und der war am Sonntag Bünyamin Karagülmez, der bekanntlich von einem Oberliga-Aufsteiger gekommen ist, vom FC Kray aus Essen.

Die Erler verschwinden in der Kabine, die Hasseler bleiben auf dem Platz

Jedenfalls war es in diesem Derby so, dass es die heißen Momente bei dieser Hitzeschlacht erst nach dem Wechsel gab. Zwar waren die Erler im ersten Abschnitt das bessere Team, „weil wir viel zu passiv waren“ (Kochanetzki), hatten aber noch keinen Zug zum Tor. „Wir waren“, sagte Hartmut Scholz, „im letzten Drittel nicht konsequent genug.“ So gab es in den ersten 45 Minuten vor 150 Zuschauern im Stadion Lüttinghof überhaupt keine Situation, in der die beiden Torhüter – Timo Oltersdorf (Hassel) und Tobias Zimmer (Erle) – trotz der Hitze Schweißausbrüche hätten bekommen können.

Während die Erler zur Pause in ihrer Kabine verschwanden, blieben die Hasseler draußen und suchten sich ein schattiges Plätzchen im Innenraum. Und Trainer Tim Kocha­netzki nahm in seinem Team Veränderungen vor, die Wirkung zeigten. Seldin Malkoc und Fabian Krieger kamen und sorgten dafür, dass etwas Leben ins Offensivspiel der Gastgeber kam. „Folgerichtig ist das Hasseler 1:0 gefallen“, sagte auch Erles Trainer Hartmut Scholz, der aber nicht unerwähnt lassen wollte, dass dieser Treffer „aus ganz klarer Abseitsposition gefallen ist“. Aufzuregen brauchte er sich jedoch nicht, weil sein Team das Spiel drehte.

Tim Kochanetzki: „Ein Punkt wäre für den Kopf gut gewesen“

Sehr zum Ärger des SC Hassel, dessen Trainer Tim Kochanetzki vor allem deshalb traurig war, „weil ein Punkt für den Kopf gut gewesen wäre“, wie er sagte. „Aber es können sich alle sicher sein, dass wir unsere Punkte noch holen werden.“

Tore: 1:0 Fabian Krieger (69.), 1:1 Christoph Reckort (79., Foulelfmeter), 1:2 Bün-yamin Karagülmez (88.).

SC Hassel: Oltersdorf - Meinberg, Lambertz, Baudler, Hövel - Occhiuzzo, Tadday - Bödiger (46. Krieger), Imsirovic (86. Jeremias), Thomczik (46. Malkoc) - Lukas (57. Durmaz).

Erler SV 08: Zimmer - Bakir (46. Glittenberg), Reckort (83. Voßschmidt), Heitbreder, Janßen - Vorholt (65. Yildiz), Juskowiak - Scholz, Karagülmez, Gülmez - Hermanns (65. Schleich).

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