Basketball

Die Lehren aus der Leere

Nichts zu machen: Schalkes Björn Rohwer wird von zwei Chemnitzer Spielern bedrängt.

Nichts zu machen: Schalkes Björn Rohwer wird von zwei Chemnitzer Spielern bedrängt.

Foto: Foto: Andreas Hofmann / FUNKE Foto Services

Schalkes Basketballer bekamen gegen die Niners Chemnitz ihre Grenzen aufgezeigt. Die Art und Weise war bedenklich.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Der Spruch, der meistens von Trainern bei kriselnden Fußball-Mannschaften zur Motivationshilfe eingesetzt wird, findet auch in anderen Sportarten Verwendung. Bei den Schalker Basketballern zum Beispiel.

Die königsblauen Korbjäger wurden von Chemnitz in sämtliche Einzelteile zerlegt. Zum einen, weil die Niners überragend spielten. Zum anderen aber auch, weil Schalke dem Gegner gerade in der ersten Halbzeit wirklich alles gestattete. Zur Pause lagen die Schalker gegen die Sachsen mit 30 Punkten zurück. Eine aussichtslose Angelegenheit.

Trainer Raphael Wilder bemalte bei seiner kurzen Kabinenansprache weder die Taktiktafel noch trichterte er seinen Jungs irgendwelche Systemkniffe ein. Er tat mit wenigen Worten das, was er tun konnte: Wilder appellierte an die Ehre.

Damit erzielte der 66-Jährige zumindest einen Teilerfolg. Schalke holte sich das dritte Viertel, bevor es im Schluss-Abschnitt wieder deutlich in die andere Richtung – und ins Debakel – ging. Trainerfuchs Wilder hofft, dass dieses Gefühl der Aussichts- und Hilflosigkeit nicht nur Leere bei seinen Basketballern auslöst, sondern unter dem Strich eine große Lehre ist. Nämlich die, dass es mit nettem Begleitservice und passivem Gegner-Bestaunen in der 2. Basketball-Bundesliga ProA nicht geht. Ende Oktober, wenn Spitzenreiter Science City Jena zum Spiel gegen Schalke nach Oberhausen kommt, können die S04-Korbjäger zeigen, ob sie die richtigen Lehren gezogen haben. Oder ob die nächste große Leere herrscht.

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