2. Basketball-Bundesliga

Die Leiden des Schalker Trainers Raphael Wilder

Courtney Belger und die Schalker Basketballer stehen in Rostock vor einer sehr komplizierten Aufgabe.

Courtney Belger und die Schalker Basketballer stehen in Rostock vor einer sehr komplizierten Aufgabe.

Foto: Andreas Hofmann

Gelsenkirchen.  „Das war die schlimmste Woche, die ich in den vergangenen  Jahren als Trainer erlebt habe“, sagt Schalkes Raphael Wilder vor der Rostock-Partie. 

Raphael Wilder ist als Headcoach der Basketballer des FC Schalke 04 momentan weit davon entfernt, sich wohlzufühlen, obwohl es ihm deutlich besser geht als einigen seiner Spieler. „Das war die schlimmste Woche, die ich in den vergangenen Jahren als Trainer erlebt habe“, sagt er. „Unvorstellbar.“ Die Zahl der Ausfälle war so hoch, dass er eigentlich gar keine Möglichkeit hatte, sein Team auf das fünfte Saisonspiel in der 2. Bundesliga Pro A bei den Rostock Seawolves (Sonntag, 16 Uhr) einzustellen – geschweige denn, dieses zu verbessern.

Immerhin: Das Video von der 70:114-Pleite gegen die Niners Chemnitz mussten sich alle Schalker Spieler reinziehen. „Diese anderthalb Stunden haben wir am Montag gemacht. Danach“, sagt Raphael Wilder, „sind sie wieder in ihre Betten zurückgekrochen.“ Björn Rohwer, Darnell Dunn und Lavon Hightower haben allesamt flachgelegen – ebenso wie Shawn Gulley. Der war dann zwar wieder beim Donnerstag-Training, aber kurze Zeit später im Krankenhaus: Cut am Auge.

Schalkes Trainer Raphael Wilder: „Das ist eine Riesen-Katastrophe“

Und so konnte Raphael Wilder am Freitag überhaupt noch nicht sagen, welche seiner Basketballer am Samstag um 9 Uhr gesund oder zumindest spielfähig zur Abfahrt in den Bus steigen werden. Einer ganz sicher nicht: Shavar Newkirk, der für die königsblauen Basketballer so wichtige Point Guard, der sich kurz vor dem Saisonstart eine Knieverletzung zugezogen hat. „Er sollte eigentlich wieder ins Training einsteigen“, erzählt Raphael Wilder. „Aber das kannst du vergessen. Er ist bei Weitem noch nicht so weit.“

Die Voraussetzungen für die Schalker sind also ziemlich schlecht, um nicht zu sagen beschissen. „Das ist eine Riesen-Katastrophe“, sagt Raphael Wilder. „Ich hoffe, dass ich acht gesunde Spieler haben werde.“ Und auf die, die dann auf der Platte der Rostocker Stadthalle stehen werden, wartet eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

„Die Seawolves spielen in einer anderen Liga als wir. Wir fahren zu einem Giganten“, sagt der Schalker Headcoach, der sich überhaupt nicht davon blenden lässt, dass das Ostsee-Team auch erst einen Sieg auf seinem Konto hat. „Die haben einen Etat von mehr als zwei Millionen Euro und eine Halle mit mehr als 3000 Zuschauern. Das sind eigentlich BBL-Bedingungen“, sagt er, und der 66-Jährige spricht von einer sehr, sehr starken Rostocker Mannschaft, die sich „nach ihrem schwachen Start auch fangen wird“.

Rostock Seawolves voraussichtlich in Bestbesetzung

Raphael Wilder macht kein Geheimnis daraus, dass er vor dieser Partie kein gutes Gefühl hat. Er hofft aber, dass er seiner Mannschaft beim Training am Samstagabend sowie beim Video-Studium am Sonntag noch den einen oder anderen hilfreichen Tipp geben kann. „Wir werden Gas geben, wenn auch etwas limitiert“, sagt er. Und er ist sehr gespannt, welche seiner Spieler in der Lage sein werden, überhaupt aufs Gaspedal treten zu können.

Sicher ist, dass die Schalker Basketballer in Mecklenburg-Vorpommern auf gesunde Seewölfe treffen werden. „In der Vorbereitung hatten wir mit einigen Verletzungen zu kämpfen“, sagt Rostocks serbischer Headcoach Milan Škobalj. „Jetzt sind alle Spieler fit und finden zu ihrer Form.“ So herum wäre es Raphael Wilder ganz sicher auch etwas lieber gewesen. „Jetzt hoffe ich, dass ich irgendwann mal wieder elf Spieler haben werde“, sagt er. „Und dann werden wir wieder anfangen.“ Um dorthin zu kommen, wo sie eine Woche vor dem Saisonstart bereits gewesen sind. „Da waren wir gut drauf“, sagt Raphael Wilder. „Aber ich will nicht jammern. Ich habe keinen Bock zu jammern.“

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