Judo 2. Bundesliga

Erstklassige Leistung der „zweiten Garde“ des JC Koriouchi

Zeigte eine gute Vorstellung in seinem zweiten Kampf: Davyd Bakakuri (re. ) vom JC Koriouchi gewann in einem Prestige-Duell gegen Ruben Wolf.

Zeigte eine gute Vorstellung in seinem zweiten Kampf: Davyd Bakakuri (re. ) vom JC Koriouchi gewann in einem Prestige-Duell gegen Ruben Wolf.

Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen.   Der JC Koriouchi gewinnt auch die zweite Begegnung in der 2. Judo-Bundesliga. Mit 9:5 bezwingt das personell geschwächte Team den Brühler TV.

Es war vielleicht der Moment, der die Überlegenheit der Judoka des JC Koriouchi an diesem Kampftag am besten zusammenfasste: Mit einem spektakulären Konter-Wurf (Ura nage) beförderte Jasper Olthoff seinen Kontrahenten Julian Mayer lautstark auf die Matte. „In der ganzen Halle hat es gescheppert“, berichtete Ali Alimirzaie, Manager des Zweitliga-Klubs. „Das war ein monströser Sieg. Die die Zuschauer haben die Luft angehalten“, lobte Alimirzaie nach dem klaren Erfolg seines Schützlings und dem 9:5-Gesamtsieg gegen den Brühler TV in der 2. Judo-Bundesliga.

Martin und Ickes fehlen

Schon vorher hatte sich abgezeichnet, dass Koriouchis „zweite Garde“, wie der Manager vor der Partie angekündigt hatte, in Brühl auch zu erstklassigen Leistungen im Stande war. Neben den Punkte-Garanten Mauro Martin und David Ickes musste Trainer Mohsen Ghaffar beim Auswärtsduell zwar auch auf Youngster Liam Herrmann verzichten. Die Koriouchi-Eigengewächse Nils Tobias Burghardt, Davyd Bakakuri und Luis-Vincent Kaas konnten die Lücke aber gut schließen.

Kaas (-90 Kilo) war es auch, der in Brühl als erster auf die Matte durfte. Und sie schon nach 31 Sekunden wieder verlassen musste. Der Brühler Nachwuchs-Mann Ruben Wolf war für den Gelsenkirchener Debütanten doch eine Nummer zu groß.

Weil Hendrik Haase (+100 Kilo), Kapitän Christian Hellinger (- 81Kilo) und Axel Limberg (- 66 Kilo) aber nichts anbrennen ließen und die Gelsenkirchener mit 3:1 in Führung brachten, schlug Davyd Bakakuris Niederlage nicht allzu dramatisch ins Kontor.

„Davyd musste in der ersten Runde eine Gewichtsklasse höher antreten. Das war für den jungen Mann natürlich keine leichte Aufgabe, aber es hat sich gut geschlagen“, analysierte Alimirzaie, der den 18-Jährigen wegen der personellen Engpässe im ersten Durchgang in der Klasse bis 100 Kilo einsetzte. Dann kam der Auftritt von Jasper Olthoff, der seinen Gegner nach 1:20 Minuten Kampfzeit auf die Matte wuchtete und den alten Abstand wieder herstellte: 4:2. Nach der Hälfte der Kämpfe lagen die Gelsenkirchener dann mit 4:3 vorne, weil Nils Tobias Burghardt (- 60 Kilo) seine Auftaktpartie verlor. Lob gab’s für den 17-Jährigen trotzdem: „Er hat sich sehr gut präsentiert und hätte auch gewinnen können“, so Alimirzaie.

Bakakuri sorgt für Vorentscheidung

Für die Vorentscheidung sorgte dann Koriouchi-Talent Bakakuri, der im zweiten Durchgang in der Gewichtsklasse bis 90 Kilo eingesetzt wurde und auf seinen etwa gleichaltrigen Konkurrenten Ruben Wolf traf. Bakakuri setzte nach 2:45 Minuten ebenfalls zu einem spektakulären Konter-Wurf (Ura nage) an und ließ Wolf dabei nicht gut aussehen. „Das war nicht nur ein wichtiger Sieg für unser Team, sondern auch für Davyd persönlich. Er und Ruben kennen sich gut. Er hat damit auch einen Prestige-Erfolg errungen“, berichtete der Manager. Zwischenstand: 5:3 für die Gäste.

Nach einer Niederlage von Purevsuren Khishgee (+ 100 Kilo), dem Mongolen, der erst vor ein paar Jahren in Deutschland Judo lernte, folgten vier Siege durch Nachwuchs-Mann Axel Keisel und die Routiniers Limberg, Haase und Olthoff. Burghardts Niederlage zum Abschluss war für die Gelsenkirchener Judoka darum mehr als zu verkraften. Am Ende stand für die erstklassig agierende „zweite Garde“ ein 9:5-Erfolg auf der Anzeigetafel.

Apropos erstklassig: Nach dem zweiten Sieg im zweiten Kampf rangiert der JC Koriouchi auf Tabellenplatz zwei. Nach den starken Auftritten seines Teams glaub Manager Ali Alimirzaie, dass nach oben noch mehr möglich ist.

„Vor der Saison hatten wir ja eher den zweiten Platz angepeilt. Nicht nur, weil die Teilnahme an der 1. Bundesliga mehr Kosten für uns bedeuten würde, sondern vor allem, weil unsere Nachwuchskämpfer in Liga eins auf noch stärkere Athleten treffen würden. So etwas kann junge Kämpfer verunsichern oder demotivieren. Nach Rücksprache mit der Mannschaft stehen aber alle dahinter, dass wir den Aufstieg versuchen sollten“, erklärte Alimirzaie. „Die Jungs sind heiß und wollen jeden Kampf gewinnen.“

>>> GJC Bonn führt Tabelle mit zwei Siegen an

Angeführt wird die 2. Judo-Bundesliga Nordwest vom GJC Bonn, der wie der JC Koriouchi, beide bisherige Begegnungen gewonnen hat. Brühl, Mönchengladbach und Braunschweig konnten bisher keine Kämpfe gewinnen.

Nächster Gegner der Gelsenkirchener ist Mönchengladbach (Samstag, 18. Mai, 16 Uhr).

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