Fußball Kreisliga A1

FSM und Eintracht Erle machen’s schiedlich, friedlich

Lachen statt prügeln: Schiedsrichter Pascal Przygoda (links) wusste genau, wie er die Akteure um Erles Kevin Killisch anzupacken hatte.

Lachen statt prügeln: Schiedsrichter Pascal Przygoda (links) wusste genau, wie er die Akteure um Erles Kevin Killisch anzupacken hatte.

Foto: Olaf Ziegler

Erle.   Eintracht Erle schlägt FSM Gladbeck in einem äußerst ruhigen Spiel mit 4:1. Im Hinspiel war es noch zu Ausschreitungen gekommen.

Eigentlich war doch alles normal. Zwei Fußball-Kreisligisten beackerten sich an einem Sonntagnachmittag und der Sieger gönnte sich nach Schlusspfiff die wohlverdiente Bierkiste. Und doch war genau das alles andere als normal. Schließlich standen sich nicht irgendwelche Teams gegenüber. Nein, Eintracht Erle empfing in der Kreisliga A 1 FSM Gladbeck. Eine Konstellation, die seit Oktober vergangenen Jahres nicht mehr eine wie jede andere war.

Zu tief saßen immer noch die Erinnerungen an die schrecklichen Szenen aus dem Hinspiel, als Eintracht-Spieler Christian Fischer ins Gesicht geschlagen worden und anschließend eine handfeste Prügelei entstanden war. Die Konsequenzen: Spielabbruch und Sperren für zwei Gladbecker von zehn bzw. 15 Monaten Länge.

Schiedsrichter Pascal Przygoda sehr souverän

Am Sonntag folgte nun das Rückspiel an der Erler Oststraße. Vorsorglich hatten die Hausherren Kreisaufsicht angeordnet. Gerd Eschenröder, der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses, verfolgten daher die Partie. Glücklicherweise sahen er und die rund 70 Zuschauer diesmal aber keine wilden Rangeleien, sondern in erster Linie Fußball. „Das war ein ganz normales Spiel. FSM war vor diesen Geschehnissen auch nie auffällig geworden. Ich weiß aber, dass sich dort in der Mannschaft vieles geändert hat und somit Ruhe eingekehrt ist. Das hat man heute gesehen“, sagte Gerd Eschenröder.

Lobend erwähnte er aber auch die Leistung von Schiedsrichter Pascal Przygoda. Der erfahrene Unparteiische, der seit 18 Jahren pfeift, war extra für dieses Risikospiel angesetzt worden. Sein Schlüssel, um dem Spiel die anfängliche Brisanz zu nehmen: Kommunikation. Nicht eine Gelbe Karte musste Pascal Przygoda verteilen, stattdessen schlichtete er die vereinzelt nach Fouls aufgetretenen Nickligkeiten souverän. „Ei­gentlich war es ein tiefenentspannter Sonntag, natürlich mit der Vorgeschichte aus der Hinrunde im Hinterkopf. Besonnenheit und Kommunikation sind dabei wichtig. Da beide Mannschaften zufrieden waren, war mein Job wohl nicht der schlechteste“, erklärte er.

Hinspiel bei Eintracht kein Thema

Da es also schiedlich friedlich zuging, konnten sich die Erler doppelt freuen. Die Gastgeber behielten nämlich in sportlicher Hinsicht die Oberhand und gewannen mit 4:1. Nico Kytzia (27.), Fabio Bogner (60.), Dennis Furgoll (77.) und Max Lamek (90.) festigten den dritten Erler Tabellenplatz.

Eintracht-Coach Jürgen Siska maß dem Dreier daher die größere Bedeutung bei. „Ich bin sehr stolz, dass wir gegen eine solch etablierte Mannschaft wie FSM gewonnen haben. Wir hatten immerhin einen Altersdurchschnitt von 22 Jahren“, freute er sich. „Das Hinspiel haben wir vorher nicht thematisiert, da ich FSM als faire Mannschaft kenne. Das haben wir heute gesehen.“

Ähnlich sah es Gäste-Co-Trainer Enes Karabulut, der seinen verreisten Chefcoach an der Seitenlinie vertrat: „So müsste es immer sein.“ Damit traf er den Nagel auf den Kopf. Oder die Bierflasche auf den Korken an diesem doch irgendwie unnormalen Kreisliga-Sonntag.

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