Fußball

Für Firtinaspors Zweite geht’s hoch hinaus

Firtinaspor-Spieler Mehmet Bostanci (links) und Jan Wagner (rechts) beim Kampf um den Ball.

Firtinaspor-Spieler Mehmet Bostanci (links) und Jan Wagner (rechts) beim Kampf um den Ball.

Foto: Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Neustadt.  Jubel, Unmut, Freude, Enttäuschung - und am Ende ein Kasten Bier. Ein ganz normaler Tag in der Kreisliga.

Was macht den Kreisliga-Fußball aus? Um jemandem diese Frage zu erklären, hätte man ihm am Sonntag nur die letzte Szene des Spitzenspiels der Kreisliga C2 zwischen Union Neustadt II und Firtinaspor II präsentieren müssen: Firtinaspor-Angreifer Serkan Özyurt lupfte den Ball perfekt über Neustadt-Keeper Kevin-Wilhelm Fischer hinweg und wollte sich bereits für sein drittes Tor feiern lassen. Doch die eigentlich zentral platzierte Kugel tupfte kurz vor dem Überqueren der Torlinie auf dem harten Ascheboden auf und sprang über die Latte.

Nach Abpfiff konnte Özyurt über die Szene lachen. Firtinaspors Zweite siegte trotzdem mit 2:1 und schob sich in der Tabelle an den Neustädtern vorbei auf Rang zwei. Ausgerechnet am Tag der Amateure, der am Sonntag in ganz Deutschland den Amateurfußball aus dem Schatten der Profis heraus ins Rampenlicht rückte, ging es für die Gäste also hoch hinaus.

Das besonders in der C-Klasse allseits bekannte Motto „Hoch und weit bringt Sicherheit“ war dabei der Schlüssel zum Erfolg. Dass Firtinaspor den frühen Rückstand durch den Distanzschuss von Julian Reeck (13.) noch umbiegen konnte, hang nämlich mit zwei langen Bällen zusammen. In der 65. Minute landete ein solcher auf dem bei Özyurt, der ihn in die Maschen drosch. In der 90. Minute war es dann Engin Artkan, der einen schnell ausgeführten Freistoß von der Mittellinie in den Strafraum schlug, wo erneut Özyurt zum umjubelten Siegtreffer einnetzte. Allerdings aus abseitsverdächtiger Position, wie Union-Coach Fabrice Olszewski fand: „Der Schiedsrichter hat uns da komplett verpfiffen, weil er Angst hatte vor dem Gegner“, sagte er bezüglich der schon über die normalen Kreisliga-Verhältnisse hinausgehenden Bemerkungen der Gäste in Richtung Schiedsrichter.

Allerdings gingen die Firtinaspor-Spieler auch gegenseitig nicht zimperlich miteinander um. Ob Freistöße, die in der Ein-Mann-Mauer landeten, oder Pässe, die ins Niemandsland trudelten - einer lautstarken Beschwerde eines Mitspielers konnte man sich sicher sein. „Das ist unsere Motivation“, erklärte Trainer Hayri Yilmaz. „Manchmal ist es natürlich auch übertrieben, da muss ich die Jungs etwas beruhigen. Aber das ist immer nach dem Spiel vergessen.“

Dank des Sieges erlebte das zwischendurch gereizte Firtinaspor-Gemüt aber ein Happy-End. „Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, die der Union-Keeper teils richtig gut gehalten hat, und haben auch nach dem 0:1 nicht aufgeben. Aufgrund der kämpferischen Leistung ist der Sieg verdient“, freute sich Yilmaz. Olszewski haderte dagegen nicht nur mit dem vergeben Elfmeter von Christian Atzl, der in der 60. Minute am Pfosten scheiterte und damit das vorentscheidende 2:0 vergab. „Für Kreisliga-C-Verhältnisse spielen wir eigentlich ein gutes Kurzpassspiel. Heute haben wir aber zu viele lange Bälle geschlagen“, sagte er. „Zudem haben sich die Jungs vor diesem Spiel Zweiter gegen Vierter zu viel Druck gemacht. Die Lockerheit hat gefehlt.“ Während er sich auf den Weg in Richtung des urigen Vereinsheim machte, saßen seine Schützlinge vor der Kabine. Einige nahmen bereits den ersten Schluck aus der Pulle. Bier statt Wasser. Auch das ist Kreisliga.

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