Handball-Oberliga

Schalke braucht im Kampf gegen den Abstieg mehr Polterer

Mehr Emotionen wünscht sich Schalkes Trainer Sebastian Hosenfelder. Fabian Sinkovec, der 28-jährige Torwart, ist einer, der  solche Gefühlsausbrüche immer wieder vorlebt.

Mehr Emotionen wünscht sich Schalkes Trainer Sebastian Hosenfelder. Fabian Sinkovec, der 28-jährige Torwart, ist einer, der solche Gefühlsausbrüche immer wieder vorlebt.

Foto: Biene Hagel

Schalke.  „Die Einzigen, die mal was rauspoltern, sind Fabian Sinkovec und Frederic Hentschel“, sagt Schalkes Trainer Sebastian Hosenfelder.

Es ist ganz sicher nicht so, dass an den ersten sechs Spieltagen alles ausschließlich schlecht war. Aber das Ergebnis, das die Oberliga-Handballer des FC Schalke 04 hingelegt haben, nämlich 0:12 Punkte, lässt schon zu einem frühen Zeitpunkt der Saison die Alarmglocken schrillen. Oder? „Jein“, antwortet Sebastian Hosenfelder, der 38-jährige Trainer des Schlusslichtes. „Die Situation ist gefährlich, definitiv. Wir müssen richtig wachsam sein.“

Das Dilemma der königsblauen Handballer lässt sich eigentlich leicht zusammenfassen: Der Angriff ist zu schwach. Gerade mal 123 Tore hat das Hosenfelder-Team bislang erzielt, was einen Schnitt von 20,5 pro Partie ergibt. Zum Vergleich: Der ASV Hamm-Westfalen II, der verlustpunktfreie Spitzenreiter, kommt auf 220 Treffer, also 36,66 im Schnitt. „Aber“, sagt der Schalker Trainer, „wir tun uns mit der Beurteilung unserer Situation schwer. Liegt’s an der bescheidenen Vorbereitung oder an unseren vier Verletzten?“

Sebastian Hosenfelder wünscht sich mehr Reibung innerhalb des Teams

Sebastian Hosenfelder ist zum Beispiel fest davon überzeugt, dass ein Mann wie der bulgarische Linkshänder Todor Ruskov (Schambeinentzündung) bei der 20:22-Niederlage beim TuS 09 Möllbergen drei, vier Tore mehr verhindert hätte. Wobei die Abwehr ja nicht das Problem ist. Überhaupt nicht. Zumal Torwart-Routinier Veit Lichten­egger, den sich die Schalker bis zum Jahresende von ihrem Liga-Rivalen Soester TV ausgeliehen haben und der am Sonntag erstmals begonnen hat, immer stärker zu werden scheint. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagt Trainer Sebastian Hosenfelder.

Und als er da so über seine Mannschaft spricht, fällt dem Coach des Null-Punkte-Oberligisten, den schon vier Zähler vom Klassenerhalt trennen, noch etwas ein beziehungsweise auf. „Die Stimmung ist wirklich nicht schlecht, niemand macht dem anderen Vorwürfe“, sagt er dann und äußert den Wunsch, dass es doch ein bisschen mehr Reibung innerhalb des Teams geben sollte. „Eigentlich ist unser Kader ausgewogen“, sagt er. „Aber Todor Ruskov, Philipp Gemsa und Fabian Hentschel, die sehr viel Emotionen reinbringen, sind alle verletzt.“

Acht Punkte bis zum Hinrunden-Ende sind der Schalker Plan

Von deren Rückkehr verspricht sich Sebastian Hosenfelder demnächst auch wieder ein paar Prozentpunkte mehr. Spätestens ab Januar, um genau zu sein. Während Fabian Hentschel schon seit einiger Zeit wieder trainiert, ist sein Kreuzbandriss-Kollege Philipp Gemsa am Montag wieder eingestiegen. „Dann können wir ein ganz anderes Bild darstellen“, sagt der Schalker Trainer. Ihm fehlt ja auch noch Julian Ihnen wegen seiner Sprunggelenk-Verletzung. „Das tut uns richtig weh“, sagt er. „Zumal Kiki da nicht so richtig zündet.“ Christopher Heming ist gemeint. Ende Januar soll Julian Ihnen nach seiner Rehe zurückkehren.

Was Sebastian Hosenfelder momentan vermisst, sind ein paar Spieler mehr, die das Team mitreißen können. „Wir haben zwar ein, zwei Leader, aber das sind viel introvertiertere Typen“, sagt er. „Die Einzigen, die mal was rauspoltern, sind Fabian Sinkovec und Frederic Hentschel.“ Charaktere eben, denen der unbändige Siegeswille eigentlich immer ins Gesicht geschrieben ist.

Die Hauptaufgabe für die kommenden Wochen und Monate kennt Sebastian Hosenfelder ohnehin, und zwar schon ziemlich lange. „Es bleibt, wie es ist. Wir müssen uns weiter im Angriff verbessern“, sagt er. Und dann hofft er, dass er die Hinrunde mit acht Punkten abschließen kann, um anschließend in der Rückrunde mindestens sechs Siege holen. Für den Klassenerhalt. „Im Derby am Samstag in Gladbeck ist alles möglich“, sagt der Schalker Trainer und verrät, dass zu seinem Acht-Punkte-Plan bis zum 18. Januar des kommenden Jahres die Heimspiele gegen die Aufsteiger HSC Haltern-Sythen und HC TuRa Bergkamen sowie gegen die Reserve des Zweitligisten TuS Ferndorf und die Auswärtspartie gegen den aktuellen Ein-Punkt-Tabellenvorletzten TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck gehören.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben