Kommentar

Schalkes Herz hat nur einen Schrittmacher

Ohne ihn hat das Schalker Handballer-Herz keinen Schrittmacher: Thorben Kirsch.

Ohne ihn hat das Schalker Handballer-Herz keinen Schrittmacher: Thorben Kirsch.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.  Der Punktgewinn in Gladbeck ist so wichtig fürs Schalker Handball-Herz. Aber es bleibt dabei: Dieses hat nur einen Schrittmacher. Ein Kommentar.

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Die Oberliga-Handballer des FC Schalke 04 haben nach ihrem 22:22 im Derby beim VfL Gladbeck nun 1:13 Punkte und bleiben auf dem 14. und letzten Tabellenplatz. Sie haben zwar nicht wie die A-Junioren ihrer Fußballer am 20. Oktober mit 4:0 bei Borussia Dortmund gewonnen, aber der Satz, den deren Trainer Norbert Elgert damals sprach, sollte sie auf dem weiteren Weg der Saison begleiten: „Die Jungs sollen daraus Selbstvertrauen schöpfen, aber auch sehen, was möglich ist, wenn man sich dermaßen anstrengt.“

Genau das war nämlich das Erfolgsrezept bei diesem tollen Handball-Event in der ausverkauften Gladbecker Riesener-Halle: Die Schalker haben sich für ihren ersten Punkt in dieser Saison den Arsch aufgerissen. Sie haben sicherlich fehlende Handball-Feinheiten mit ihrem an diesem Abend unbändigen Willen, mit ihrer großen Leidenschaft wettgemacht. Ja teilweise sogar kompensiert.

Der Tabellendrittletzte HSC Haltern-Sythen kommt am Samstag

Dass am Ende ein Punkt stand, war nicht nur für die Seelen und Köpfe der Schalker Handballer wichtig, sondern auch für deren Situation in der Tabelle, weil der bis Freitag ebenfalls sieglose TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck den VfL Mennighüffen mit 28:27 geschlagen und sich als Tabellenvorletzter auf 3:11 Zähler verbessert hat. Und auf dem drittletzten Rang, einem Nicht-Abstiegsplatz, steht mit 5:9 Punkten der HSC Haltern-Sythen, der am nächsten Samstag in die Schürenkamp-Halle kommt.

Das Entscheidende dieses 22:22 in Gladbeck ist, dass die Schalker – wenn auch recht spät – endlich einen Anfang gemacht haben. Sie scheinen den Kampf um den Klassenerhalt angenommen zu haben. Und es ist nicht auszuschließen, dass sie sich auch spielerisch noch steigern können, wenn in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten Todor Ruskov, Fabian Hentschel, Philipp Gemsa und Julian Ihnen nach ihren Verletzungen zurückkehren werden.

Acht Punkte hat Sebastian Hosenfelder als Hinrunden-Ziel ausgegeben

Das Ziel bis zum Ende der Hinrunde, das Trainer Sebastian Hosenfelder ausgegeben hat, nämlich acht Punkte, erscheint seit diesem Gladbeck-Auftritt überhaupt nicht mehr unrealistisch.

Aber ein Problem wird wohl bleiben: Präsentiert sich Ausnahme-Könner Thorben Kirsch im Angriff der Königsblauen nicht in Top-Form oder zumindest mit einer 90-Prozent-Leistung, wird’s schwierig – und zwar gegen jeden Gegner in dieser Oberliga. Weil das Schalker Handball-Herz keinen Schrittmacher hat, wenn der 26-Jährige nicht glänzend aufgelegt ist.

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