Fußball-Westfalenliga

Schockstarre bei YEG Hassel nach 1:6-Klatsche gegen Wickede

Alihan Özcan (links) und YEG Hassel kassierten gegen den BV Westfalia Wickede eine 1:6-Klatsche.

Alihan Özcan (links) und YEG Hassel kassierten gegen den BV Westfalia Wickede eine 1:6-Klatsche.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Hassel.  „Du kannst verlieren, aber nicht so. Ich kann mich doch hier vor eigenem Publikum nicht so abschlachten lassen“, sagt YEG-Trainer Ali Durmaz.

Wie angewurzelt stand Ali Durmaz noch in seiner Coachingzone, als der Großteil seiner Spieler des Fußball-Westfalenligisten YEG Hassel schon in den Katakomben des Stadions Lüttinghof verschwunden war. Der 42-jährige Trainer konnte es nicht fassen. Hatte sein Team soeben wirklich sein erstes Liga-Heimspiel in dieser Saison gegen den letztjährigen Tabellenelften BV Westfalia Wickede mit 1:6 verloren?

Ja, tatsächlich war es kein Albtraum, aus dem Ali Durmaz einige Minuten später noch erwachen sollte. Entsprechend fiel es ihm schwer, aus dieser Schockstarre heraus Worte für das gerade Gesehene zu finden. „Du kannst verlieren, aber nicht so. Ich kann mich doch hier vor eigenem Publikum nicht so abschlachten lassen“, wetterte Ali Durmaz. Die Packung tat umso mehr weh, da nicht nur Ali Durmaz nach der Westfalenpokalniederlage gegen Oberligist SV Schermbeck vom vergangenen Mittwoch (3:4 nach Elfmeterschießen) mit einem guten Gefühl in die Partie gegangen war.

Semih Esen gelingt der Ehrentreffer für YEG Hassel

Doch jene Lobeshymnen waren am Sonntag spätestens nach zehn Minuten verflogen. Da führte der Gast aus Wickede, der in der Vorwoche wie auch YEG mit einer Niederlage in die Saison gestartet war, bereits mit 2:0. In der dritten Minute überwand Mehmet Erdogan den etwas zu weit vorn postierten YEG-Keeper Lukas Peto mit einem Fernschuss aus 25 Metern. Wenig später war es eine Standardsituation, vor denen Ali Durmaz im Vorfeld der Partie noch explizit gewarnt hatte, die Fynn Krahn am zweiten Pfosten zum 2:0 vollendete (10.). Die Gastgeber schoben sich den Ball auf der Suche nach Ideen in der Folge zwar hin und her, doch Gefahr kam dabei nicht auf. Die versprühte dafür die Westfalia: Armin Mehovic vergab in der 40. Minute erst freistehend noch das 3:0, kurz vor dem Wechsel holte Robin Dieckmann das dann aber nach (45.).

Nach der Pause bäumten sich die Hausherren zwar noch kurzzeitig auf, aber nach dem 0:4 durch Muhammed Doganalp Cakir (66.) war auch der letzte Widerstand gebrochen. Hakan Cevirme (84.) und Don Scheiber (89.) machten das halbe Dutzend für die Westfalia voll, Semih Esen gelang immerhin noch der Ehrentreffer (83.).

Ali Durmaz: „Man muss man dazwischengehen und nicht nur zugucken“

„Ich bin der Letzte, der meckert, wenn es spielerisch mal nicht läuft. Aber dann muss man mal dazwischengehen und nicht nur zugucken“, kritisierte Ali Durmaz. Auch die kräftezehrende Pokalpartie gegen Schermbeck ließ er nicht als Ausrede gelten: „Gerade weil wir am Mittwoch gegen einen Oberligisten gespielt haben, hätte es doch heute klappen müssen. Da haben wir nicht so viele Torchancen zugelassen wie heute.“

Tore: 0:1 Mehmet Erdogan (3.), 0:2 Fynn Krahn (10.), 0:3 Robin Dieckmann (45.), 0:4 Muhammed Doganalp Cakir (66.), 1:4 Semih Esen (83.), 1:5 Hakan Cevirme (84.), 1:6 Don Schreiber (89.).

YEG Hassel: Peto, Kodamann (73. Ciloglu), Özcan, Özgen, Akbata, Ersoy, Kiral, R. Demircan (78. E. Demircan), Turhal, Esen, Özkaya (78. Göktas).

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