Volleyball

TC Gelsenkirchen besteht die Reifeprüfung

Nadine Müller, Sarah Plura, Sabine Burczyk und Lena Moskopp (v.l.) freuen sich mit einem Luftsprung über einen Satzgewinn im umkämpften Spiel gegen VV Schwerte II.

Nadine Müller, Sarah Plura, Sabine Burczyk und Lena Moskopp (v.l.) freuen sich mit einem Luftsprung über einen Satzgewinn im umkämpften Spiel gegen VV Schwerte II.

Foto: Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Altstadt.  Die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen lieferten sich mit VV Schwerte II ein packendes Spitzenspiel und holten den vierten Saisonsieg.

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Nach dem Kraftakt gab es Kohlenhydrate, Kaltgetränke und Vitamine. Die Volleyballerinnen des TC Gelsenkirchen ließen sich im Anschluss an ihren 3:2 (24:26, 25:23,25:23,22:25,15:8)-Sieg im Top-Duell gegen VV Schwerte II selbstgemachten Nudelsalat mit Thunfisch und Orangen, pikante Currywurst, frisches Baguette und Kräuterbutter schmecken.

Nach über zweistündiger Spielzeit gewannen die TCG-Mädels auch ihr viertes Saisonspiel in der Verbandsliga. Allerdings war der bisherige Tabellenführer VV Schwerte II der bislang dickste Liga-Brocken und ein Gegner von Format. Erst im Tie-Break setzten sich die Grillonen vor rund 50 Fans durch und stehen jetzt punktgleich mit Telstar Bochum II, der ebenfalls elf Zähler aufweist, aber einen Satz weniger abgegeben hat, an der Tabellenspitze.

Trainer Gerd Hemforth ergriff 20 Minuten nach dem Match das Wort. „Wir lassen jetzt nichts bis Ende Dezember mehr anbrennen. Höchstens den Weihnachtsbraten“, meinte Hemforth zu Sarah Plura & Co. Das Selbstbewusstsein ist begründet. Die TCG-Volleyballerinnen untermauerten durch den starken Auftritt gegen das Schwerter Talent-Team ihre Favoritenstellung eindrucksvoll. Die Meisterfrage wird auch in dieser Spielzeit nur über die Grillonen beantwortet, auch wenn der Trainer immer wieder betont, „dass wir erst einmal gegen alle Teams spielen müssen, um uns einen kompletten Überblick zu verschaffen.“

Schwertes Coach Kai Oliynyk, der früher ukrainischer Nationalspieler war, ist ein ausgewiesener Nachwuchs-Experte. Sein Team besteht ausschließlich aus Talenten. „Meine Mädels sind zwischen 14 und 18 Jahren alt“, sagt Oliynyk im Gespräch mit der WAZ, „man hat natürlich die Cleverness des TC Gelsenkirchen gemerkt.“

Schmerzhafte Erfahrung für Schwerte

Oliynyk stellt fest: „Die TCG-Spielerinnen sehen viele Löcher und wissen genau, wo sie hinspielen müssen. Trotzdem war es ein Duell auf Augenhöhe. Meine Spielerinnen waren nach der Niederlage natürlich ein bisschen traurig, aber das gehört dazu. Sie sind jetzt in einem Alter, in dem so etwas richtig wehtut.“

In den ersten Spielen kam Schwerte II zu klaren Erfolgen, schaffte unter anderem ein 3:0 gegen Meschede. Oliynyk: „Bei den Gegnern waren die Spielerinnen meist über 30 Jahre alt, da ist dann irgendwann die Puste raus.“ Gegen die Grillonen ging die Rechnung nicht auf. Die konditionell topfitten TCG-Spielerinnen waren immer in der Lage, zuzulegen. „Wir haben eine richtig gute Teamleistung abgerufen“, freute sich Gerd Hemforth, der sich aufgrund der ausgeglichenen Partie dazu entschieden hatte, seine Stamm-Sechs durchspielen zu lassen. „Es wirkt etwas ungewöhnlich, nicht zu wechseln. Aber Spielerinnen kalt nachzuschieben, ist schwierig, wenn der Punktestand immer sehr eng ist. Da hat man keine Zeit, sich erst einmal reinzufinden.“

Kerstin Zagozen, Leonie Ress und Luisa Gebauer mussten so mit der ungeliebten Reservistenrolle Vorlieb nehmen, feuerten ihre Teamkolleginnen aber permanent an. Auch ein Grund, warum es bei den Gelsenkirchenerinnen als Team so gut läuft. Die Schwerterinnen hatten trotz ihres starken Auftritts einige Probleme mit der Grundschulhalle an der Georgstraße. Oliynyk: „Bei uns in Schwerte spielen wir in einer Riesenhalle, die auf Bundesliga ausgelegt ist. Hier sind viele Bälle an die Decke gesprungen, wir mussten uns umstellen. Zuhause sieht das anders aus.“ Gerd Hemforth sah in der Hallenfrage keinen entscheidenden Vorteil für sein Team. „Bei uns sind genauso viele Bälle an die Decke geflogen. Natürlich haben wir hier in Gelsenkirchen keine Dreifachhalle, aber das war nicht der Grund dafür, dass wir gewonnen haben.“

Hemforth stellte nach dem Spitzenspiel zufrieden fest: „Die Leistung war supergut. Ich würde das schon als Reifeprüfung sehen. Ich glaube nicht, dass eine andere Mannschaft noch so stark ist wie Schwerte. Wir müssen aus diesem Erfolg Selbstvertrauen ziehen und mit der Einstellung in die nächsten Begegnungen gehen: Was soll uns passieren? Wir sind bärenstark.“ Danach kommt nur noch die Sache mit dem Weihnachtsbraten...

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