Trabrennen

Tony Le Beller in Gelsenkirchen mit dem richtigen Riecher

Daumen hoch: Tony Le Beller, seine Frau Mathilde und Discovry Drys Besitzer sind zufrieden.

Daumen hoch: Tony Le Beller, seine Frau Mathilde und Discovry Drys Besitzer sind zufrieden.

Foto: Sabine SEXAUER

Feldmark.  Grand Prix de Gelsenkirchen geht nicht an einen der zahlreichen Großverdiener im zwölfköpfigen Feld, sondern an Discovry Dry. 25.000 Euro Prämie.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Trabrennbahn in Gelsenkirchen war Schauplatz für die vierte Etappe der Tour Européen du Trotteur Français und erlebte ein Rennen mit nicht unbedingt erwartetem Ausgang. Am Ende ging der Grand Prix de Gelsenkirchen nicht an einen der zahlreichen Großverdiener im zwölfköpfigen Feld, sondern an Discovry Dry, der mit etwas über 160.000 Euro Gewinnsumme beinahe schon als Kirchenmaus antrat und die 25.000 Euro Siegprämie somit gut gebrauchen konnte.

In einer taktisch geführten Prüfung hatte Trainer und Fahrer Tony Le Beller, für den das Engagement im Gelsentrab-Park ebenso der erste Auftritt in Deutschland war wie für seinen Schützling, genau den richtigen Riecher, als er nach rund 700 Metern an vorletzter Stelle das Gaspedal durchtrat und nur wenig später den praktisch um Ablösung bettelnden Blues d’Ourville (Jos Verbeeck) von der Spitze verdrängte. Dort durfte der 49-jährige aus Hotot-en-Auge in der Normandie, für den die Karriere-Statistik bei mehr als 10.000 Starts fast 1500 Fahrer-Siege ausweist, fortan unbedrängt seine Bahnen ziehen und sparte so wichtige Körner für die entscheidende Phase zum Schluss.

Die Rennleitung disqualifiziert As des Jacquets

Eingeläutet wurde dieser Abschnitt vom einzigen deutschen Teilnehmer in der Partie für französisch gezogene Pferde, Heinz Wewering. Der mit unglaublichen 29 Championaten und fast 17.000 Volltreffern erfolgreichste Sulkyprofi der Nation hatte die geschilderte Attacke von Tony Le Beller offenbar gut beobachtet und machte seinem Partner As des Jacquets eine Runde später auf der letzten Überseite ebenfalls Beine. Im Rush stieß der Ready-Cash-Sohn aus dem Stall Cortina an die Seite von Rechtskurs-Spezialist Discovry Dry vor und machte dort ordentlich Druck, so dass sich das ob der vergleichsweise niedrigen Gewinnsummen jeweils aus der zweiten Reihe gestartete Duo im Schlussbogen um einige Längen absetzte.

Zu diesem Zeitpunkt durften die deutschen Anhänger sogar noch von einem Sensationssieg träumen, wurden auf der Zielgeraden jedoch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Während Discovry Dry die Fahrt noch einmal erhöhte und ganz souverän zu seinem ersten Auslandserfolg trabte, geriet As des Jacquets nach und nach in größere Schwierigkeiten und kehrte Gangartschwächen hervor, die ihm am grünen Tisch auch noch den hart erarbeiteten dritten Platz kosteten. Die Rennleitung disqualifizierte den Hengst, was in Frankreich wohl kaum für Aufregung sorgte, hierzulande jedoch einigen Diskussionsstoff bot.

Billie de Montfort (Gabriele Gelormini) konnte es gleich sein. Die Totofavoritin war nach verdecktem Vortrag an zweiter, später dritter Stelle innen im Zieleinlauf zur Stelle und sprintete auf den Ehrenrang.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben