Basketball

Wie Thomas Szweczyk den Schalker Weg nach oben erlebt hat

Thomas Szewczyk (weißes Trikot) ist schon im vierten Jahr als Point Guard bei den Schalker Basketballern dabei und hat den Weg nach oben hautnah miterlebt.

Foto: Michael Korte

Thomas Szewczyk (weißes Trikot) ist schon im vierten Jahr als Point Guard bei den Schalker Basketballern dabei und hat den Weg nach oben hautnah miterlebt. Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Thomas Szewczyk ist so lange dabei wie kein anderer. Er erzählt, wie er den Weg der Schalker Basketballer an die Spitze der 2. Liga ProB erlebt.

Mittagpause. Thomas Szweczyk hat einen vollen Terminkalender. Der 25-Jährige, der in der 2. Liga ProB als Point Guard für die Basketballer des FC Schalke 04 spielt, studiert neben dem Sport auch noch Medien-Informatik. Viel Freizeit bleibt nicht übrig, zumal am Samstag (19.30 Uhr) schon wieder das Heimspiel des Spitzenreiters gegen den RSV Eintracht Stahnsdorf auf dem Programm steht. Thomas Szewczyk stört der volle Terminkalender allerdings nicht, sonst wäre er nicht mittlerweile im vierten Jahr bei den Schalkern am Ball, länger ist kein anderer dabei.

Sie sind erst 25 Jahre alt und schon eins der Urgesteine im Verein. Ist die Zeit im Basketball so schnelllebig?

Thomas Szewczyk: Es gibt beim Basketball tatsächlich häufig Wechsel in den Kadern der Vereine. Oft geht das aber auch von den Spielern aus, die sich nach neuen Möglichkeiten umsehen. Aber das Bedürfnis habe ich momentan gar nicht, ich fühle mich sehr wohl auf Schalke.

Sie waren auch der erste Spieler, mit dem Schalke in der Sommerpause den Vertrag verlängert hat. Zeigt das die gegenseitige Wertschätzung?

Es war auf jeden Fall ein gutes Gefühl, als Trainer Raphael Wilder sofort mit mir gesprochen hat und mir das Angebot gemacht hat. Natürlich geht es in erster Linie um den Sport, aber in meinem Fall ist es mehr. Ich mag die Stadt Gelsenkirchen, und ich studiere auch hier. Da passt einfach viel zusammen.

In den vier Jahren, die Sie jetzt für Schalke spielen, hat es eine stetige Entwicklung gegeben. War Ihnen das am Anfang schon so klar?

Naja, zunächst mal hat Schalke in der Regionalliga gespielt, als ich zum Verein gekommen bin. Aber ich hatte damals schon in der 2. Liga ProA gespielt und konnte vergleichen: Die Schalker Basketballer waren bereits früher in der Regionalliga mindestens so professionell aufgestellt wie ein ProB-Team.

Dennoch muss sich etwas verändert haben. Warum ist die Mannschaft aktuell so stark?

Das liegt an vielen Dingen. Zum einen natürlich an den vielen jungen, hungrigen Spielern, die wir seit dieser Saison im Kader haben. Die Jungs sind ehrgeizig und heiß, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und es gibt jetzt auch im Umfeld die nötigen Voraussetzungen dafür.

Gab es die vorher nicht?

Es ist ein Prozess, um dort hinzukommen. Das Umfeld des Teams wird immer professioneller. Die medizinische Betreuung ist herausragend, das Marketing macht einen tollen Job, und die Mannschaft hat jetzt neben den Trainingseinheiten am Abend auch dreimal vormittags Training in der Halle, dazu zweimal vormittags Krafttraining. Lenny (Anm. d.R.: Lennart Weichsel) ist in dieser Saison der einzige von uns, der neben dem Basketball in einem Vollzeit-Job arbeitet. Salman Manzur, Jonas Peters und ich studieren, alle anderen konzentrieren sich voll auf Basketball.

Können Sie neben dem Studium alle Einheiten mitmachen?

Vormittags passt es zweimal mit dem Basketballtraining, einmal muss ich es wegen des Studiums ausfallen lassen. Das Krafttraining kann ich auch alleine ganz gut nachholen. Aber ich versuche so oft wie möglich, es mit dem Team gemeinsam zu machen.

Ist das Team durch die neuen Trainingszeiten fitter?

Ja, das ist eben auch ein Teil des Prozesses, den ich meine. Außerdem hilft viel Training, um uns noch besser als Mannschaft zu finden. Wie gesagt, wir haben viele neue, junge Spieler dabei, wir müssen noch einiges lernen.

Sie sprechen immer von den neuen, jungen und hungrigen Spielern, zählen Sie sich selbst nicht mehr dazu?

Teilweise schon. Aber andererseits bin ich mit 25 auch schon länger dabei und habe in manchen Dingen bereits Routine. Ich glaube, die Kunst ist es, alle Facetten in einer Mannschaft gut zu kombinieren.

Haben die Schalker das schon erreicht?

Wir haben Potenzial und mit Sicherheit noch Luft nach oben.

Was gelingt der Mannschaft noch nicht so gut?

Mit der Defensive haben wir viele enge Spiele gewonnen. Aber in der Offensive fehlt uns Struktur. Wir brechen zu oft aus dem System aus und bringen die einstudierten Spielzüge nicht zu Ende.Wir müssen die Kontrolle bis zum Ende behalten, da sind wir manchmal nachlässig.

Das sind die Momente, in denen Trainer Raphael Wilder an der Seitenlinie sauer wird?

Genau. Aber mir ist lieber, wenn jemand so direkt ist. Dann kann es ruhig auch mal lauter werden. Aber klar ist doch: Dem Trainer liegt das alles sehr am Herzen, sonst würde er sich doch erst gar nicht aufregen.

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