Sportkegeln

Gladbecker Multitalent Barnitzke hängt Schuhe an den Nagel

Ingo Barnitzke war drei Jahrzehnte lang als Sportkegler im Behindertensport aktiv.

Ingo Barnitzke war drei Jahrzehnte lang als Sportkegler im Behindertensport aktiv.

Foto: Franz MEINERT / WAZ FotoPool

Ingo Barnitzke hängt die Sportschuhe an den Nagel. Das Multitalent war in verschiedenen Sportarten für Gladbecker Vereine aktiv.

Er hat Feldhandball gespielt, das Tor der legendären Sportfreunde Gladbeck gehütet, als Minigolfer und zuletzt viele Jahre lang im Behindertensport als Sportkegler viele, viele Erfolge gefeiert. Nun aber ist Schluss für Ingo Barnitzke, der im vergangenen Monat seinen 75. Geburtstag gefeiert hat. „Ich hänge meine Schuhe mit Wehmut an den Nagel“, sagt das Multitalent.

Platz sechs bei der Deutschen Meisterschaft

Ehe er seine lange Sportkarriere beendete, ging Ingo Barnitzke aber noch ein letztes Mal für den KSV Gladbeck bei den Deutschen Meisterschaften der Behindertensportler in Morbach/Rheinland-Pfalz an den Start. Er räumte 711 Holz ab und landete damit in seiner Schadensklasse auf dem sechsten Platz. Mal wieder! Barnitzke: „Ich habe ein Abo auf Rang sechs. 15-mal konnte ich mich für die Deutschen qualifizieren, achtmal bin ich Sechster geworden.“

Seinen größten Erfolg als Sportkegler hatte das Multitalent, das die WAZ-Leser im Jahr 2014 bei der Wahl zu „Gladbecks Beste“ zum Sportmitarbeiter des Jahres gewählt hatten, im vergangenen Jahr. Er hatte bei den nationalen Titelkämpfen im Herner Gysenbergpark den zweiten Platz belegt, seine Vereinskameraden Günter Pelzer mit Gold und Manfred Klammer mit Bronze komplettierten das Gladbecker-Podest.

Insgesamt 65 Jahre lang als Sportler aktiv

Insgesamt 65 Jahre lang war Ingo Barnitzke als Sportler aktiv. Als Kind und Jugendlicher spielte er für Wacker Butendorf Fußball, als A-Jugendlicher schloss sich das 1944 in Kloster Neuburg bei Wien geborene Urgestein den Feldhandballern der DJK Germania Gladbeck an, mit denen er als Torwart auf Anhieb Kreismeister wurde.

1965 ging er zu den Fußballern der Sportfreunde Gladbeck, die damals ihre beste Zeit zwar schon hinter sich hatten, aber immer noch in der Landesliga um Punkte kämpften. Als Barnitzke kam, schwebten die Braucker in höchster Abstiegsgefahr. Die Mannschaft konnte sich aber durch einen 2:1-Erfolg über Westfalia Buer schließlich doch retten.

Stark auf der Linie

Barnitzke erinnert sich: „Trainer Tscherner Thiel urteilte damals, dass ich als Handballtorwart in der Strafraumbeherrschung schwach, auf der Linie hingegen stark sei. Mit dem Urteil lag er wohl richtig.“

Ungeachtet dessen blieb er dem Fußball treu und kickte nun wieder als Feldspieler für die Alten Herren von Wacker und der Preußen. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wurde Ingo Barnitzke Fachwart Fußball für Erstmannschaften und später stellvertretender Fachwart für die Alten Herren.

Vor gut 30 Jahren den Kegelsport für sich entdeckt

Vor knapp drei Jahrzehnten entdeckte Barnitzke schließlich den Kegelsport für sich. Und feierte fortan viele Erfolge. Nachdem er unlängst „mit blutendem Herzen“ das Aus seiner Abteilung verkünden musste – mangels Aktiven konnte der KSV Gladbeck für die neue Saison zum Spielbetrieb des Behindertensportverbandes im Sportkegeln keine Mannschaft mehr melden – beendete Barnitzke nun seine Karriere. Comeback aber nicht ausgeschlossen.

Bereit, falls mal Not am Mann ist

„Ich bleibe dem KSV natürlich verbunden“, betont der 75-Jährige, „und falls mal Not am Mann ist, springe ich gerne ein.“

Im Spielbetrieb des Behindertsportverbands gibt es in der neuen Saison keine Gladbecker Mannschaft mehr.

Im KSV-Spielbetrieb stehen dagegen drei Männermannschaften aus Gladbeck. Wer sich für den Klub interessiert, kann sich unter www.ksv-gladbeck.de informieren oder sich mit Heinrich Heimann (Tel. 02043 24350) in Verbindung setzen.

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